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Hierarchien durch differenzierte Führung ersetzen

Wir engagieren uns, wo immer wir arbeiten, für gegenseitige Wertschätzung:

Dies erfordert, dass alle Mitwirkenden mit ihren Bedürfnissen, Erwartungen, und Fähigkeiten angesprochen und gefördert werden.

Die heutige Spaltung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wollen wir schrittweise überwinden, indem wir versuchen, alle „Mitunternehmer“ zu werden. Den Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden steht hierzu ein großer Wandel bevor, bis hin zur Selbstauflösung und Schaffung einer gemeinsamen Entwicklungsorganisation.

In unseren Arbeitszusammenhängen kann dies durch differenziertes, tri-modales Management bewirkt werden: dies, indem Teamarbeit, Führung auf der Basis gesetzlicher Regelungen und Vereinbarungen, sowie Delegation der Verantwortlichkeit praktiziert wird. Weisungsbefugnis wird dabei ausschließlich auf Handlungen beschränkt, die im Rechtsbereich liegen oder sich auf getroffene Vereinbarungen stützen.

Wir wünschen uns für alle Unternehmen, dass die Führungsmethoden gemeinsam erarbeitet werden und sich in der Unternehmensphilosophie, in Stellenbeschreibungen und dgl. widerspiegeln. Damit werden die gegenseitige Wertschätzung und individuelle Entwicklung gefördert, wie auch das Wohl des Unternehmens gesichert. Erst durch die Einräumung freier Gesprächsräume und eigener Verantwortlichkeit für jeden Mitarbeitenden werden im Unternehmen die Allgemeinen Menschenrechte und die verfassungsgemäßen Freiheitsräume verwirklicht.


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Brüderlichkeit · Humane & Solidarische Wirtschaft

A. Aktuelle Lage

Die Hierarchie ist nicht einfach eine schlechte Idee — sie ist eine Reaktion auf ein echtes Problem: Entscheidungen müssen getroffen werden, auch wenn nicht alle einer Meinung sind. Das Problem ist, dass Hierarchien in Unternehmen oft weit über diesen funktionalen Kern hinauswachsen. Sie werden zum Selbstzweck, sichern Status und Einkommen ab, und blockieren Wissen und Initiative dort, wo beides tatsächlich vorhanden ist — nämlich bei denen, die die Arbeit tun.

Differenzierte Führung meint das Gegenteil von Führungslosigkeit: verschiedene Menschen führen in verschiedenen Bereichen — nach Kompetenz, nicht nach Position.

B. Lösungsansätze

  • Rollenbasierte statt positionsbasierte Führung — Wer in einem Bereich die höchste Kompetenz hat, führt dort — unabhängig von Titel und Dienstjahren. Führung rotiert mit Aufgaben, nicht mit Beförderungen.
  • Mitunternehmertum — Die Trennung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird schrittweise aufgelöst: Alle, die an einem Unternehmen beteiligt sind, tragen Verantwortung — und erhalten entsprechende Mitgestaltungsrechte.
  • Konsultationsprinzip — Bevor Entscheidungen getroffen werden, werden die konsultiert, die davon betroffen sind oder besondere Expertise haben. Die Entscheidung verbleibt bei dem, der die Verantwortung trägt — aber informiert.

C. Praktische Beispiele

Buurtzorg (Niederlande) — Pflegeorganisation mit 15.000 Mitarbeitenden in selbstorganisierten Teams von 12 Personen. Kein mittleres Management, minimale Hierarchie. Patientenzufriedenheit und Mitarbeiterzufriedenheit top in der Branche.

Haufe-umantis (Freiburg) — Softwareunternehmen, in dem Mitarbeitende ihre Führungskräfte wählen. CEO wird alle zwei Jahre neu gewählt — von den Mitarbeitenden.

Morning Star (USA) — Tomatenverarbeitungsunternehmen ohne Titel und Positionen. Jeder Mitarbeiter verhandelt seine Rolle direkt mit den Kollegen, die von seiner Arbeit abhängen.

D. Orte & Initiativen

Laloux-Netzwerk (Teal-Organisationen) — reinventingorganizations.com

Unternehmensberatung Beratergruppe Neuwaldegg — neuwaldegg.at

Gesellschaft für Organisationsentwicklung (GOE) — goe.org