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Stiftung für Arbeit

Stiftung für Arbeit – ein Werkzeug für eine menschliche Wirtschaft

Arbeit ist ein Grundbedürfnis des Menschen und nach der UN-Charta der Menschenrechte ein Grundrecht. Neben Essen, Trinken, Kleidung und Wohnen ist die Möglichkeit zur Arbeit für Menschen lebensnotwendig – weil Arbeit mehr ist als Einkommensquelle. Sie gibt Sinn, Struktur und Würde.

Vielleicht sollte eine Stiftung im Sinne einer Assoziation gegründet werden, die Arbeitsangebote sammelt und verteilt. Diese könnten sich zunächst auf soziale Arbeit, Beratungsarbeit sowie Gemeinschaftsprojekte konzentrieren, dann aber ausgeweitet werden auf Projekte mit ökonomischen Aspekten. Die Arbeit könnte zu Beginn als Schenkarbeit beginnen, die zumindest einen Teil des Lebensunterhalts sichert.

Warum eine neue Instanz?

Die Bundesagentur für Arbeit erfüllt heute in erster Linie eine bürokratische Verwaltungsfunktion. Sie vermittelt Stellen, verwaltet Transferleistungen und kontrolliert die Einhaltung von Mitwirkungspflichten. Was sie nicht kann: Arbeitsangebote jenseits des klassischen Beschäftigungsverhältnisses sichtbar machen – soziale Projekte, Gemeinschaftsgärten, Kulturinitiativen, Selbsthilfeorganisationen, lokale Wirtschaftskreisläufe.

Viele Menschen, die erwerbslos sind, wären bereit, Sinnvolles zu tun – wenn sie wüssten wo und wenn zumindest ein Teil ihres Lebensunterhalts gesichert wäre. Eine Stiftung für Arbeit könnte diese Brücke bauen.

Wie eine solche Stiftung funktionieren könnte

  • Datenbank für Arbeitsmöglichkeiten: Projekte, Initiativen und Unternehmen melden Bedarfe – von der Ein-Stunden-Beratung bis zum langfristigen Engagement
  • Regionale Netzwerke: Lokale Stiftungsgruppen vermitteln zwischen Suchenden und Anbietenden in ihrer Region
  • Grundfinanzierung ermöglichen: Über Schenkungen, öffentliche Mittel oder assoziative Wirtschaftskreisläufe wird zumindest eine Grundversorgung gesichert
  • Übergang in Erwerbsarbeit: Wer über die Stiftung tätig wird, knüpft Kontakte, baut Kompetenz auf und findet leichter reguläre Beschäftigung

Stiftung für Arbeit im Sinne der Dreigliederung

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung gehört eine solche Stiftung in das Schnittfeld von Wirtschaftsleben und Geistesleben: Sie ist wirtschaftlich tätig (vermittelt produktive Arbeit), aber ihr Kern ist gemeinschaftlich und sozial. Sie ist weder staatlich noch rein marktwirtschaftlich – sondern assoziativ. Genau das macht sie zu einem zeitgemäßen Instrument.

Arbeit darf nicht länger nur als Ware betrachtet werden, die auf einem Arbeitsmarkt ge- und verkauft wird. Sie ist menschliche Schöpfungskraft im Dienst der Gemeinschaft – und als solche zu schützen und zu fördern.

Weiterführend: Arbeit und Einkommen · Arbeit neu denken · Erwerbslosigkeit · Stiftungen und Schenkungen

Brüderlichkeit · Humane & Solidarische Wirtschaft

A. Aktuelle Lage

Arbeit zu wollen, ist ein menschliches Grundbedürfnis — keine staatliche Gefälligkeit. Die UN-Menschenrechtscharta, Artikel 23, formuliert das als Recht: Jeder hat das Recht auf Arbeit. In der Praxis hängt der Zugang zu Arbeit von Bildungsabschlüssen, Netzwerken, geographischer Lage und einer Bürokratie ab, die Suchende und Anbietende oft trennt statt sie zusammenzubringen.

Eine Stiftung für Arbeit — als assoziative Struktur gedacht — würde Arbeitsangebote und -gesuche bündeln, ohne staatliche Kontrolllogik und ohne Marktmechanismus. Ein Clearinghouse, das Arbeit vermittelt, weil Arbeit gebraucht wird — nicht weil jemand davon Gewinn zieht.

B. Lösungsansätze

  • Stiftung als Assoziation für Arbeit — Getragen von Unternehmen, Sozialträgern und der Wirtschaft, sammelt eine solche Stiftung Arbeitsgesuche und -angebote aus sozialem wie gewerblichem Bereich und vermittelt ohne bürokratische Hürden.
  • Unbezahlte Arbeit sichtbar machen — Pflege, Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches Engagement: Diese Arbeit trägt die Gesellschaft. Eine Stiftung für Arbeit könnte auch hier Verbindungen schaffen — zwischen denen, die Unterstützung brauchen, und denen, die Zeit und Können haben.
  • Niedrigschwelliger Einstieg — Statt langer Antragsverfahren: schnelle, direkte Vermittlung. Wer arbeiten will, soll das ohne Hindernisse tun können.

C. Praktische Beispiele

Jobcenter-Alternativen in Skandinavien — In Dänemark und Schweden orientieren sich Arbeitsvermittlungen stärker an individuellen Stärken und persönlichem Kontakt als an Stellenprofilen. Die Vermittlungsquoten sind messbar besser.

Soziale Betriebe — Inklusionsunternehmen, die Menschen mit Behinderungen oder Langzeitarbeitslosen echten Zugang zu Arbeit bieten — nicht in Werkstätten, sondern im regulären Wirtschaftsleben.

Nachbarschaftshilfe-Plattformen — Lokale Plattformen wie Nebenan.de oder lokale Tauschbörsen zeigen, dass Arbeit auch jenseits des Erwerbssystems organisierbar ist.

D. Orte & Initiativen

Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsfirmenbag-if.de

Nebenan.de Stiftungnebenan.de

Netzwerk Grundeinkommengrundeinkommen.de

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