Kapital und Nutzungseigentum
Sowohl Geldkapital als auch Produktionsmittel sind nach ihrer Fertigstellung keine Waren mehr. Wir können hier von Nutzungs-, Treuhand-, Verantwortungs-, Kreislaufeigentum oder auch Eigentum im Fluss sprechen.
Vor Fertigstellung von Produktionsmitteln, die heute komplexe, arbeitsteilige Wertschöpfungsketten zwischen Zulieferbetrieben und Endmontageunternehmen umfassen, sind alle
Zwischenfabrikate käuflich und stellen solange Waren da. Mit dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme z.B. einer Maschine hört diese Eigenschaft eines Produktionsmittels auf, was buchungstechnisch einen Negativposten darstellt. Negativposten dieser Art (wie auch die noch im Wirtschaftsleben zu erklärende Geldalterung) bewirken eine wahre Korrelation zwischen Geld- und Warenströmen.
Für den Übergang des produktiven Kapitals in die Hände der Fähigsten sorgt das Geistesleben, der Staat achtet auf den rechtmäßigen Übergang.
Für alle Menschen, die Produktiveigentum besitzen, besteht die Möglichkeit, einzelvertraglich Vorformen eines später gesetzlich anzustrebenden Nutzungseigentums zu erproben. Ziel soll es dabei sein, Kapital immer in die Hände der Fähigen zu leiten. Es gibt schon Initiativen und Einrichtungen, die solche Vorhaben fördern, wie z.B. die Purpose Stiftung.
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A. Aktuelle Lage
Geld ist kein neutrales Tauschmittel — es ist eine gesellschaftliche Einrichtung, die bestimmte Werte trägt und verstärkt. Die dominante Form des Geldes heute: Schulden-Geld, das von Geschäftsbanken durch Kreditvergabe geschaffen wird. 97 % des Geldes in der Volkswirtschaft entsteht so — nicht durch die Zentralbank.
Das hat Konsequenzen: Geld existiert nur, wenn Schulden existieren. Wachstum ist systemimmanent notwendig, um Schulden zurückzuzahlen. Zinseszinseffekte konzentrieren Geld in wenigen Händen.
B. Lösungsansätze
- Vollgeld-Reform — Nur die Zentralbank sollte Geld schöpfen dürfen. Geschäftsbanken würden dann nur noch Kredite aus vorhandenem Kapital vergeben. In der Schweiz hat es dazu 2018 eine Volksabstimmung gegeben (abgelehnt, aber diskutiert).
- Regionalwährungen — Lokale Währungen, die nicht akkumulierbar sind und regional zirkulieren, stärken lokale Wirtschaft. Chiemgauer, WIR-Franken, Bristol Pound.
- Umlaufgesichertes Geld — Silvio Gesells Idee des „Freigeldes": Geld, das seinen Wert verliert, wenn es nicht zirkuliert. Incentiviert Ausgabe statt Hortung.
C. Praktische Beispiele
Chiemgauer — Regionalwährung in Bayern. Über 600 Akzeptanzstellen, regionale Wirtschaftsförderung durch eine Währung, die nicht exportiert werden kann.
WIR-Bank Schweiz — Seit 1934 betrieben. Kleines und mittleres Gewerbe zahlt untereinander in WIR-Franken. Krisenstabilisierend, weil unabhängig vom regulären Kapitalmarkt.
Vollgeld-Initiative Schweiz (2018) — Scheiterte mit 24 % Ja-Stimmen. Aber die Debatte hat das Bewusstsein für Geldschöpfung grundlegend verändert.
D. Orte & Initiativen
Monetative e.V. — monetative.de
Chiemgauer — chiemgauer.info
Positive Money — positivemoney.org