Abschlusszeugnis versus individuelle Beurteilung
Als Vereinfachung ist eine Standardisierung ein erster Schritt. Doch es darf nicht bei der Standardisierung allein stehen bleiben. Was sagt ein zentrales Abitur über Bildungsschwerpunkte einer Schule oder Stärken und Schwächen eines Lernenden aus? Fachhochschulen und Universitäten brauchen die Möglichkeit, Zugangsvoraussetzungen frei zu bestimmen (bis hin zu Eingangsprüfungen), insofern dies der jeweilige Studiengang aus seiner Konzeption heraus rechtfertigt. So gibt die Note eines Zentralabiturs über die Kreativität einer Bewerberin für ein Designstudium so gut wie keine Auskunft.
Es muss für Schulen möglich werden, Fähigkeiten, die Lernende auf Grund eines Bildungsschwerpunktes der Schule erworben haben, im Abschlusszeugnis zu dokumentieren. Die Fähigkeit eines Menschen, sich eigenständig Themen erarbeitet zu haben – gelernt zu haben, wie gelernt werden kann – ist wichtiger als eine Benotung aufgrund von abgefragtem Fachwissen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ein Beispiel für eine Alternative zum Zentralabitur ist das International Baccalaureate.
https://de.wikipedia.org/wiki/International_Baccalaureate
Schüler sollten das Recht haben, bei den Lehrenden auch eine qualifizierte Beurteilung zu erhalten.
Freiheit · Kulturelles & Geistiges Leben
A. Aktuelle Lage
Das Wort „alternativlos" hat Angela Merkel als Unwort des Jahres eingebracht — und es beschreibt eine politische Haltung, die echte Alternativen strukturell ausblendet. Wenn Entscheidungen als technische Sachzwänge dargestellt werden, wird Politik zu Verwaltung und Demokratie zur Farce.
Dabei gibt es immer Alternativen. Die Frage ist, welche Interessen sie begünstigen und welche nicht. Alternativen sichtbar zu machen ist Aufgabe der politischen Bildung, des Journalismus und der Zivilgesellschaft.
B. Lösungsansätze
- Alternativen systematisch entwickeln — Parlamente sollten routinemäßig alternative Politikoptionen prüfen lassen — nicht nur durch die Regierung, sondern durch unabhängige Stellen wie den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags oder externe Forschungsinstitute.
- Szenarioplanung in der Politik — Was wenn nicht? Was stattdessen? Politikberatung, die Alternativen durchspielt, statt Entscheidungen nachträglich legitimiert.
- Zivilgesellschaft als Ideengeber stärken — Think Tanks, Bürgerinstitutionen, zivilgesellschaftliche Labore — hier entstehen Alternativen, die der politische Mainstream noch nicht denkt.
C. Praktische Beispiele
Gemeinwohl-Ökonomie — Eine konkrete Alternative zum BIP-orientierten Wirtschaftsmodell. 800+ Unternehmen erproben sie bereits.
Grundeinkommens-Modelle — Verschiedene Modelle werden parallel entwickelt und erprobt. Finnland, Namibia, Stockton (USA). Verschiedene Ansätze, verschiedene Ergebnisse — das ist der Wert des Alternativdenkens.
Postwachstumsökonomie (Degrowth) — Ein ganzes Wissenschaftsfeld arbeitet an Alternativen zum Wachstumsparadigma. Nicht Theorie, sondern konkrete Modelle für andere Wirtschaftsorganisation.
D. Orte & Initiativen
Konzeptwerk Neue Ökonomie — konzeptwerk.org
Degrowth.info — degrowth.info
Netzwerk Plurale Ökonomik — plurale-oekonomik.de