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Arbeit neu Denken und leben

Die Bezahlung und damit die Käuflichkeit menschlicher Arbeit stellt heute einen Rest des alten Sklaventums dar. Dies hat durch den zum Teil gewerkschaftlich organisierten „Lohnkampf“ auf den „Arbeitsmärkten“ zu menschenunwürdigen Verhältnissen geführt. Ein großer Teil der arbeitenden Menschen kann heute durch „bezahlte Arbeit“ den Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten.

 Die alte Gegnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sollte partnerschaftlichen Verhältnissen zwischen den Führungskräften und den Mitarbeitern weichen. Es wird nicht die Arbeit bezahlt, sondern jedem Mitarbeiter wird vertraglich vor Antritt der Arbeit ein Anteil am Ertrag zugestanden.

Eine im Rechtsleben durch alle festzulegende Maximalarbeitszeit, humane Arbeitsbedingungen und ein Rahmengesetz für eine maximale Spanne der Teilungsverhältnisse zwischen Führungskräften und Mitarbeitern (z.B. 1:10) sorgen für weitere Gerechtigkeit, Humanisierung der Arbeit und Klarheit der Geldströme.

Gleichheit · Staats- & Rechtsleben

A. Aktuelle Lage

Artikel 23 der UN-Menschenrechtserklärung sagt: Jeder hat das Recht auf Arbeit. Im deutschen Grundgesetz fehlt dieses Recht. Es gibt das Recht auf freie Berufswahl (Artikel 12 GG), aber kein einklagbares Recht auf einen Arbeitsplatz oder auf sinnvolle Beschäftigung.

Gleichzeitig werden Millionen Menschen in Deutschland über das Bürgergeld-System verwaltet, das trotz Reform immer noch stark auf Kontrolle und Sanktion ausgerichtet ist — und nicht auf die Ermöglichung von Arbeit. Das Recht auf Arbeit wäre ein anderer Ansatz: nicht Pflicht zur Arbeit, sondern Anspruch auf Arbeitsmöglichkeit.

B. Lösungsansätze

  • Recht auf Arbeit ins Grundgesetz — Als Staatsziel verankert: Der Staat ist verpflichtet, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen alle Menschen Arbeit finden können. Das ist kein Beschäftigungsgarantie-Programm, sondern eine politische Verpflichtung.
  • Öffentliche Beschäftigung als letztes Netz — Wer keine Arbeit findet, kann für einen Mindestlohn gemeinnützige Arbeit leisten — freiwillig. Das ist kein Zwangsprogramm, sondern ein Angebot: Würde statt Almosen.
  • Arbeitsbegriff erweitern — Das Recht auf Arbeit sollte Pflege, Ehrenamt und Sorgearbeit einschließen. Gesellschaftlich notwendige Arbeit jenseits des Erwerbssystems verdient Anerkennung und Unterstützung.

C. Praktische Beispiele

Job Guarantee (USA, Diskussion) — Ökonominnen wie Pavlina Tcherneva haben konkrete Modelle für staatliche Beschäftigungsgarantien entwickelt. Kein vollständiger Konsens, aber seriöse Debatte.

Finnland, Beschäftigungsgarantie für Jugendliche — Jugendliche unter 25 haben Anspruch auf Arbeit, Ausbildung oder Praktikum innerhalb von drei Monaten nach Meldung beim Arbeitsamt. Das Recht auf Arbeit für eine spezifische Gruppe.

Stiftung für Arbeit (Idee der Dreigliederung) — Assoziative Strukturen, die Arbeit vermitteln und Arbeitssuchende mit Anbietern zusammenbringen — ohne staatliche Bürokratie und ohne Marktlogik.

D. Orte & Initiativen

DGB — Recht auf Arbeit — dgb.de

Netzwerk Grundeinkommen — grundeinkommen.de

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung — iab.de

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