Zum Inhalt springen

Brüderlichkeit · Humane & Solidarische Wirtschaft

Regionalität

A. Aktuelle Lage

Regionalität ist kein Trend, sondern eine ökonomische Grundlogik: Was in der Region erzeugt, verarbeitet und konsumiert wird, lässt Wertschöpfung dort, wo Menschen leben. Globale Lieferketten optimieren Stückkosten — aber sie externalisieren Klimakosten, machen Versorgung fragil und entziehen Regionen ihr wirtschaftliches Fundament.

Unterbrochene Lieferketten der letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell globale Versorgung ins Stocken gerät: fehlende Halbleiter, das blockierte Nadelöhr des Suezkanals, Engpässe bei Medikamenten und Energie. Wer keine regionalen Produktionskapazitäten hat, steht bei der nächsten Störung wieder blank.

B. Lösungsansätze

  • Regionale Wertschöpfungsketten stärken — Öffentliche Beschaffung bevorzugt regionale Anbieter, wo das rechtlich möglich ist. Schulen, Krankenhäuser und Behörden können gezielt regionale Produktion fördern.
  • Komplementärwährungen für Regionen — Regionalwährungen wie der Chiemgauer halten Kaufkraft in der Region. Was lokal verdient wird, wird lokal ausgegeben.
  • Regionale Energieversorgung — Energiegenossenschaften, die Solar- und Windenergie lokal erzeugen und verteilen, sind ein Modell für die gesamte Versorgungswirtschaft.

C. Praktische Beispiele

Chiemgauer (Bayern) — Regionalgeld seit 2003. Wer in Chiemgauer zahlt, stärkt automatisch die lokale Wirtschaft. Über 600 Akzeptanzstellen.

Regionalwert AG (Freiburg) — Bürger investieren in regionale Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung. Kapital bleibt in der Region, Lebensmittel auch.

Energiegenossenschaft Starkenburg — Bürgergetragene Energieversorgung in Südhessen. Erträge bleiben in der Region, Entscheidungen treffen die Mitglieder.

D. Orte & Initiativen

Regiogeld-Verbund — regiogeld.de

Bundesverband der Regionalbewegung — regionalbewegung.de

Transition Towns Deutschland — transition-initiativen.de

Zugehörige Beiträge