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Freiheit · Kulturelles & Geistiges Leben

Wertebilanz

A. Aktuelle Lage

Wertebilanz ist ein Ansatz, der versucht, den gesellschaftlichen Wert einer Organisation jenseits finanzieller Kennzahlen zu erfassen. Im Gegensatz zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung fragt die Wertebilanz: Welchen Beitrag leistet diese Organisation zu Gemeinschaft, Umwelt, Gerechtigkeit, Bildung? Was nimmt sie der Gesellschaft, was gibt sie ihr zurück?

Die Gemeinwohl-Ökonomie hat ein konkretes Bilanzierungsmodell entwickelt, das von über 800 Unternehmen weltweit angewendet wird.

B. Lösungsansätze

  • Gemeinwohl-Bilanz als Standard etablieren — Neben der Pflichtbilanz sollte eine Gemeinwohl-Bilanz zur gesellschaftlichen Erwartung werden. Für bestimmte Unternehmensgrößen und öffentlich geförderte Unternehmen sollte sie verpflichtend sein.
  • Wertebilanz in Vergabeverfahren nutzen — Öffentliche Aufträge sollten nicht nur an den günstigsten Anbieter gehen, sondern an den, der den besten Gemeinwohlbeitrag nachweist.
  • B-Corp-Zertifizierung als Marktlösung — Die B-Corp-Zertifizierung ist eine private Lösung für Gemeinwohlnachweis. Sie hat weltweit über 6.000 zertifizierte Unternehmen.

C. Praktische Beispiele

Sparda-Bank München — Erste Bank, die eine vollständige Gemeinwohl-Bilanz erstellt hat. Hat das Modell seitdem in der Branche verbreitet.

Patagonia — B-Corp-zertifiziert, mit öffentlicher Gemeinwohlbilanz. Hat den Eigentümer auf eine Stiftung übertragen, damit das Unternehmen seinem Umweltzweck gewidmet bleibt.

Gemeinwohl-Ökonomie — Christian Felbers Bewegung mit konkretem Bilanzierungsrahmen. Akademisch hinterfragt, aber praktisch erprobt.

D. Orte & Initiativen

Gemeinwohl-Ökonomie — ecogood.org

B Lab Deutschland — bcorporation.eu/de

Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft — bnw.de

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