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Wann ist ein Unternehmensverkauf legitim?

Wann ist ein Unternehmensverkauf legitim? Dieser Beitrag zeigt, warum Mitarbeitende mitentscheiden sollten, bevor ein Unternehmen den Besitzer wechselt.

Wann ist ein Unternehmensverkauf legitim?

Wir arbeiten in und mit Unternehmen, die wir schätzen, und engagieren uns stets für deren Wohl und Existenz. Wir schätzen die Rechte der Arbeitnehmer in Bezug auf Mitbestimmung und Mitgestaltung. Wir üben gegenseitige Wertschätzung aller Mitwirkenden und Verständnis vor allem auch für die Sicherung der Zukunft des Unternehmens.

Wir sind erschüttert über immer wieder vorkommende Verkäufe/Aufkäufe von Unternehmen, ohne dass die Mitarbeitenden darüber mitbestimmen können. Als „Sündenfall“ sehen wir zahlreiche Verkäufe von Mitarbeiter-Wohnungen an Investoren, als Opfer der Daseinsfürsorge die Verkäufe von Kliniken… Als Extremfall sei der geplante Teilverkauf der Deutschen Bahn AG genannt, die der Bund an arabische und russische Investoren verkaufen wollte.

Der Verkauf, auch Teilverkauf, jedweden Unternehmens sollte unbedingt von der Zustimmung mindestens der Mehrheit der Mitarbeitenden abhängig gemacht werden.

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Unternehmensverkauf: Warum Mitarbeitende mitbestimmen sollten

Ein Unternehmen ist mehr als ein Vermögenswert. Es lebt von den Menschen, die dort arbeiten. Dennoch kommt es immer wieder zu Verkäufen und Aufkäufen, bei denen sie nicht gefragt werden. Ein Unternehmensverkauf ohne ihre Zustimmung verletzt das Prinzip der Mitbestimmung.

Sündenfälle: Wohnungen, Kliniken, Bahn

  • Mitarbeiter-Wohnungen: Der Verkauf an Investoren hat Wohnraum zur Ware gemacht.
  • Kliniken: Die Daseinsfürsorge wird zum Opfer von Renditeinteressen.
  • Deutsche Bahn AG: Der geplante Teilverkauf an ausländische Investoren zeigt, wie weit ein Unternehmensverkauf gehen kann.

3 Regeln für einen legitimen Unternehmensverkauf

Ein Unternehmensverkauf, auch ein Teilverkauf, sollte unbedingt von der Zustimmung der Mitarbeitenden abhängen. Zweitens muss der Käufer die Zukunft des Unternehmens sichern wollen, nicht nur Gewinne abschöpfen. Drittens gehören Betriebe der Daseinsfürsorge in Hände, die dem Gemeinwohl verpflichtet sind.

Mehr dazu in Privatisierung, Bahn: Ministerium oder Unternehmen? und Verantwortungseigentum ermöglichen. Grundlagen zur Mitwirkung der Beschäftigten: Wikipedia: Mitbestimmung.

Was du tun kannst

Wenn dein Betrieb vor einem Unternehmensverkauf steht, nutze Betriebsrat und Belegschaftsversammlung. Wer Verantwortung übernimmt, sorgt dafür, dass der Unternehmensverkauf nicht über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wird.

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Die soziale Dreigliederung verbindet Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft. Wie diese Idee entstand und welche Menschen sie geprägt haben, erfährst du in den Beiträgen Wie entstand die soziale Dreigliederung? und Wer war Rudolf Steiner?

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Brüderlichkeit · Humane & Solidarische Wirtschaft

A. Aktuelle Lage

Ein Unternehmen zu verkaufen ist heute ein privater Akt: Eigentümer entscheiden, die Mitarbeitenden erfahren es aus der Zeitung. Was dabei auf dem Spiel steht — Arbeitsplätze, Unternehmenskultur, regionale Wertschöpfung — interessiert rechtlich niemanden. Der Verkauf von Mitarbeiterwohnungen an Investoren ist das extremste Beispiel: Gemeinsam über Jahre erarbeitete Substanz wird liquidiert, die Betroffenen haben keine Stimme.

Das ist kein Marktversagen. Das ist ein Rechtsrahmen, der den falschen Akteuren Entscheidungsmacht gibt.

B. Lösungsansätze

  • Mitbestimmung beim Unternehmensverkauf — Mitarbeitende müssen bei Eigentümerwechseln eine echte Stimme haben — nicht nur Informationsrechte, sondern Mitentscheidungsrechte bei wesentlichen Änderungen der Unternehmensstruktur.
  • Vorkaufsrecht für Belegschaft — Wenn ein Unternehmen verkauft wird, sollten Mitarbeitende ein gesetzliches Vorkaufsrecht haben, um das Unternehmen in Eigenregie oder als Genossenschaft zu übernehmen.
  • Transparenzpflicht bei Übernahmen — Wer kauft, mit welchen Absichten und mit welchem Kapital — das muss öffentlich sein, bevor der Verkauf abgeschlossen wird. Nicht danach.

C. Praktische Beispiele

Mondragón-Prinzip — Im Mondragón-Verbund können Genossenschaften nicht einfach verkauft werden. Eigentum liegt bei den Mitgliedern. Kein externes Kapital kann die Struktur übernehmen.

Arbeitnehmer-Buyout in Deutschland — In einigen Insolvenzfällen haben Mitarbeitende Unternehmen selbst übernommen. Das Modell funktioniert — fehlt aber an rechtlicher Unterstützung und Finanzierungsinfrastruktur.

Employee Ownership Trust (UK) — In Großbritannien können Unternehmen in einen Employee Ownership Trust überführt werden. Die Mitarbeitenden werden faktisch zu Eigentümern, ohne Kapital aufbringen zu müssen.

D. Orte & Initiativen

Hans-Böckler-Stiftung — Mitbestimmung und Arbeit · boeckler.de

Employee Ownership Association (UK) — employeeownership.co.uk

Bundesverband der Deutschen Industrie — bdi.eu (für Positionen zu Regulierungsfragen)