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Verantwortungseigentum ermöglichen

Wir engagieren uns in unserer Arbeit in Unternehmen genauso, wie in allgemeinwohl-orientierten Initiativen und Unternehmungen und erwarten auch hier, dass sie diesem dauerhaft dienen und in keiner Weise egoistischen Interessen anheimfallen.

Für Unternehmen gibt es bislang keine Rechtsform, die sicherstellt, dass nicht über Vererbung und Verkauf der Wert des gemeinsam erarbeiteten Eigentums an Dritte fällt. Wir wünschen uns zusätzlich zu den bestehenden Rechtsgestaltungen eine weitere Rechtsform für „Unternehmen in Verantwortungseigentum“, die dies sicherstellt. Siehe auch Rechtsform Stiftungen (Rechtsleben)


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Brüderlichkeit · Humane & Solidarische Wirtschaft

A. Aktuelle Lage

Unternehmen können heute verkauft, vererbt, zerlegt und an der Börse gehandelt werden wie jede andere Ware. Das Problem: was über Jahrzehnte gemeinsam aufgebaut wurde — Vertrauen, Wissen, Unternehmenskultur — lässt sich nicht übertragen. Es geht verloren, wenn ein Unternehmen den Eigentümer wechselt und der neue eine andere Renditeerwartung mitbringt.

Verantwortungseigentum löst das, indem es Eigentum und Kontrolle trennt: Wer ein Unternehmen führt, hat die Verantwortung. Aber er kann es nicht verkaufen oder als Erbschaft weitergeben. Das Unternehmen gehört sich selbst — seinem Zweck.

B. Lösungsansätze

  • Neue Rechtsform „Unternehmen in Verantwortungseigentum" — Deutschland diskutiert seit Jahren eine eigene Rechtsform, die Verantwortungseigentum rechtlich absichert. Ohne sie sind aufwändige Stiftungs- und Gesellschaftskonstruktionen nötig.
  • Zweckbindung statt Eigentümerwillkür — Der Unternehmenszweck wird in der Satzung verankert und kann nicht durch einen Verkauf oder Erbgang geändert werden. Neue Führung übernimmt den Zweck, nicht die Vermögensmasse.
  • Freiwillige Übertragung fördern — Steuerliche Anreize für Unternehmer, die ihr Unternehmen in nicht-verkäufliche Strukturen überführen, bevor sie es an Nachfolger übergeben.

C. Praktische Beispiele

Alnatura — Gründer Götz Rehn hat das Unternehmen in eine Struktur überführt, die Verkauf und Renditemaximierung ausschließt. Heute mit über 140 Märkten, ohne dass je ein Investor Dividende erwartet hätte.

Ecosia — Vertragliche Klausel verhindert jeden Verkauf. Gründer Christian Kroll hat persönlich auf zukünftige Millionengewinne verzichtet — schriftlich, unwiderruflich.

Sharetribe (Finnland) — Softwareunternehmen, das sich in ein gemeinnütziges Unternehmen umgewandelt hat. Der Gründer hält keine verwertbaren Anteile mehr.

D. Orte & Initiativen

Purpose Stiftung — Berlin · purpose-economy.org

Verantwortungseigentum e.V. — Deutschland · verantwortungseigentum.org

Stiftung Verantwortungseigentum — stiftung-verantwortungseigentum.org

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