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Staats- und Rechtsleben

Titelbild zum Beitrag: Was kann der Volksentscheid bewirken?

Was kann der Volksentscheid bewirken?

Was kann der Volksentscheid bewirken? Dieser Beitrag zeigt, wie Bürger Grundlagen der Gesellschaft gemeinsam gestalten.

Was kann der Volksentscheid bewirken?

Ein bundes- und europaweiter Volksentscheid ist notwendig, damit Bürger gemeinsam die Grundlagen unserer Gesellschaft gestalten. Dazu existiert bereits ein mit viel Erfahrungen voll ausgearbeiteter Entwurf von Mehr Demokratie e.V., der drei Schritte vorsieht: das Volksbegehren, durch das Vorschläge in den Bundestag eingebracht werden. Falls diese Vorschläge keine Berücksichtigung finden, wenden sich die Initiatoren direkt an die Bürger. Wenn es genügend Unterstützung findet, entscheiden die Bürger mit einem Volksentscheid über Annahme oder Ablehnung des eingebrachten Themas.

Unterstützen Sie die Einführung von Volksentscheiden auf allen föderalen Ebenen als notwendiges Element der Kontrolle der Vertreterinnen und Vertreter in den Parlamenten und zur stetigen Weiterentwicklung des Rechtssystems aus der Mitte des Volkes.

Warum Volksentscheide für die Soziale Dreigliederung zentral sind

In der Sozialen Dreigliederung gehört das Rechtsleben den Bürgerinnen und Bürgern – nicht den Parteien, nicht der Wirtschaft. Was als Recht gilt, soll aus der Mitte des Volkes entstehen, nicht von oben verordnet werden. Der Volksentscheid ist das direkteste Instrument, mit dem Bürger ihr Rechtsleben gestalten können.

Heute werden grundlegende Entscheidungen – über internationale Verträge, Militäreinsätze, Verfassungsänderungen – von Parlamenten getroffen, die zwischen den Wahlen wenig Rechenschaft schulden. Der Volksentscheid schließt diese demokratische Lücke: Er gibt Bürgern das Letztentscheidungsrecht in Fragen, die alle angehen.

Das Drei-Stufen-Modell im Detail

  • Volksinitiative: Eine bestimmte Anzahl von Unterschriften bringt ein Thema verbindlich auf die Tagesordnung des Bundestags.
  • Volksbegehren: Findet der Bundestag keinen befriedigenden Beschluss, können Bürger im Volksbegehren mehr Unterstützung mobilisieren – mit höherem Quorum.
  • Volksentscheid: Das Volk stimmt direkt ab. Das Ergebnis ist bindend.

Dieses Modell ist kein Ersatz für das Parlament, sondern eine Ergänzung. Es stärkt die parlamentarische Demokratie, indem es ihr eine Korrekturmöglichkeit von unten gibt.

Das Vorbild Schweiz

Die Schweiz praktiziert direkte Demokratie seit über 150 Jahren auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. Volksentscheide gehören dort zum politischen Alltag. Das Ergebnis: eine außergewöhnlich hohe Bürgerbeteiligung, eine starke Identifikation mit politischen Entscheidungen und eine vergleichsweise hohe politische Stabilität. Die Schweiz zeigt, dass direkte Demokratie nicht zu Chaos führt, sondern zu mehr Verantwortungsbewusstsein.

In Deutschland hingegen ist ein bundesweiter Volksentscheid bis heute nicht möglich – als einziges großes EU-Land. Auf Landesebene gibt es Volksbegehren, doch die Hürden sind in den meisten Bundesländern sehr hoch.

Volksentscheid auf europäischer Ebene

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist ein erster Schritt in Richtung direkter Demokratie auf EU-Ebene. Sie verpflichtet die EU-Kommission, sich mit einem Thema zu befassen, wenn eine Million Unterschriften aus mindestens sieben Mitgliedsstaaten gesammelt wurden. Doch die EBI ist weit entfernt von einem echten Volksentscheid: Das Europäische Parlament und die Kommission behalten das letzte Wort.

Wie du dich einbringen kannst

  • Unterschreibe aktuelle Volksinitiativen und Volksbegehren in deinem Bundesland
  • Informiere dich über laufende Kampagnen bei Mehr Demokratie e.V.
  • Sprich in deinem persönlichen Umfeld über direkte Demokratie als Bürgerrecht

Weiterführend: Direkte und indirekte Demokratie · Verfassung und grundlegende Bestimmungen · Lebendige Demokratie · Politische Willensbildung

Volksentscheid: Drei Schritte

  • Volksbegehren: Bürger bringen Vorschläge in den Bundestag ein.
  • Verhandlung: Findet der Vorschlag keine Berücksichtigung, wenden sich die Initiatoren direkt an die Bürger.
  • Abstimmung: Das Volk entscheidet bindend.

Volksentscheid und Dreigliederung

Der Volksentscheid verwirklicht Gleichheit im Rechtsleben: Jede Stimme zählt gleich. Mehr dazu in Lebendige Demokratie, Direkte oder indirekte Demokratie und Mitgestalten auf lokaler Ebene. Grundlagen: Wikipedia: Volksentscheid.

Was du tun kannst

Unterstütze Initiativen für Volksbegehren in deinem Land und informiere dich über die Entwürfe von Mehr Demokratie e.V.

Weiterlesen auf wende.jetzt

Die soziale Dreigliederung verbindet Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft. Wie diese Idee entstand und welche Menschen sie geprägt haben, erfährst du in den Beiträgen Wie entstand die soziale Dreigliederung? und Wer war Rudolf Steiner?

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Ein Hinweis zum Weiterdenken

Gesellschaftlicher Wandel gelingt selten durch einzelne Maßnahmen. Er entsteht, wenn viele Menschen in Familie, Beruf, Verein und Gemeinde kleine Schritte gehen und ihre Erfahrungen austauschen. Deshalb lohnt es sich, Fragen offen zu stellen, Meinungen zu prüfen und Vorschläge gemeinsam zu entwickeln.

Wenn du eigene Gedanken oder Erfahrungen hast, teile sie in deinem Umfeld. Jede Anregung kann dazu beitragen, dass aus einer Idee gelebte Praxis wird.

Direkte indirekte Demokratie: Wahlurne und Parlament als Mischform

Direkte oder indirekte Demokratie – oder beides?

Direkte indirekte Demokratie klingt nach einem Widerspruch, ist aber ein Zusammenspiel: Das Volk entscheidet wichtige Fragen selbst, das Parlament erledigt die laufende Arbeit. Dieser Beitrag zeigt, wie die Mischung aussehen kann.

Direkte oder indirekte Demokratie – oder beides?

Den Bürgern eines Staates ist es überlassen, die genauere Ausgestaltung der Verfassung und darauf bauend die methodische Art und Weise der Gesetzgebung selbst festzulegen. Eine Mischform aus Parlament und Direktdemokratie wird angestrebt.

Besonders wichtige Aspekte sollen stets ein obligatorisches Referendum (Volk und Parlament stimmen gemeinsam ab) bzw. mindestens Zwei-Drittel-Mehrheiten der Abgeordneten erfordern. Unabhängig hiervon muss die spätere Verfassung Regelungen enthalten, die sowohl direkte Abstimmungen durch das Volk als auch indirekte Abstimmungen durch das Parlament auf allgemeinmenschliche Gebiete begrenzt.

Informieren Sie sich zu den Positionen zum Art. 146 GG, der die Ablösung des Grundgesetzes bestimmt, sobald das deutsche Volk in freier Entscheidung eine neue Verfassung beschließt.

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Direkte indirekte Demokratie: Warum die Mischform trägt

Reine Parlamentsdemokratie überlässt Entscheidungen auf Dauer einer kleinen Gruppe. Reine Volksabstimmung überfordert, wenn jede Detailfrage zur Wahl steht. Die direkte indirekte Demokratie verbindet beides: Grundsatzfragen entscheidet das Volk, die Ausgestaltung leistet das Parlament.

So bleiben die Bürger Souverän, ohne dass der Alltag der Politik stillsteht. Das Parlament gewinnt Rückhalt, weil seine Beschlüsse in wichtigen Fällen vom Volk bestätigt werden müssen.

Obligatorisches Referendum und Zwei-Drittel-Mehrheit

  • Obligatorisches Referendum: Bei besonders wichtigen Fragen stimmen Volk und Parlament gemeinsam ab.
  • Zwei-Drittel-Mehrheit: Mindestens diese Mehrheit der Abgeordneten ist für grundlegende Entscheidungen nötig.
  • Klare Grenzen: Die Verfassung legt fest, welche Gebiete direkt und welche indirekt entschieden werden, nämlich allgemeinmenschliche Fragen und nicht Sonderinteressen.

Die direkte indirekte Demokratie wird so zum Rahmen, der Beteiligung ordnet, statt sie zu beschneiden. Vertiefend: Volksentscheid und Wie wird Demokratie lebendig?

Artikel 146 Grundgesetz: Der Weg zu einer neuen Verfassung

Artikel 146 des Grundgesetzes sieht vor, dass es seine Geltung verliert, sobald das deutsche Volk in freier Entscheidung eine neue Verfassung beschließt. Hier liegt der Ort, an dem eine direkte indirekte Demokratie verankert werden könnte. Den Wortlaut findest du bei Gesetze im Internet: Art. 146 GG.

Was du tun kannst

Informiere dich über die Positionen zu Art. 146, sprich mit Nachbarn über direkte Beteiligung und unterstütze Initiativen für Bürgerentscheide in deiner Gemeinde. Wer die direkte indirekte Demokratie stärken will, kann vor Ort beginnen und dort Erfahrung sammeln.