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Staats- und Rechtsleben

Titelbild zum Beitrag: Wie wurden Rechte zu Scheinwaren?

Wie wurden Rechte zu Scheinwaren?

Scheinwaren sind Dinge, die wie Waren gehandelt werden, es aber nicht sind: Arbeit, Boden und Kapital. Dieser Beitrag erklärt, wie es dazu kam und warum es ein Irrtum ist.

Wie wurden Rechte zu Scheinwaren?

Nach heutigem ökonomischem Verständnis und Handeln haben die Produktionsfaktoren Arbeit – Boden – Kapital ebenso einen Preis wie die Waren selbst. Sie sind jedoch nur scheinbar Wirtschaftsobjekte, denn sie bestimmen das Wirtschaftsgeschehen. Durch historisch liberale und neoliberale Ideen hat sich die scheinbare Käuflichkeit dieser Rechte entwickelt, auch als Kommodifizierung („Ware-Werden“) bezeichnet.

Weshalb stellen die Produktionsfaktoren keine käuflichen Rechte dar?

1. Arbeit: Der Unternehmer kauft keine Arbeit, sondern bezahlt – versteckt in hoch arbeitsteiligen Prozessen – die Produkte der Mitarbeitenden.

2. Boden: Der Eigentümer einer Landfläche kauft mit Zahlung einer Geldsumme nicht den Boden, sondern das Recht, andere von der Nutzung des Bodens auszuschließen bzw. ihn selbst zu nutzen.

3. Kapital: Der Erwerb von Geld- und Sachkapital (Unternehmen, Maschinen) muss in Zukunft mehr als ein Recht verstanden werden. Das steht den Menschen natürlicherweise zu, solange sie die Fähigkeiten haben, diese Mittel sinnvoll für andere einzusetzen. Die Nutzung von Kapital zur bloßen Gewinnmaximierung wie die „feindliche“ Übernahme von Unternehmen gleicht modernem Raubrittertum.

Mit neuen rechtlichen Rahmenbedingungen (s. nachfolgende Punkte Arbeit, Eigentum, Boden, Kapital) wird das Ziel wahrer Preise innerhalb des Wirtschaftslebens erst möglich.

Die drei Faktoren Arbeit, Boden und Kapital sind von dem „Ware werden“ zu befreien.

 

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Scheinwaren: Wenn Rechte einen Preis bekommen

Nach heutigem ökonomischem Verständnis haben die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital einen Preis wie die Waren selbst. Doch sie sind nur scheinbar Wirtschaftsobjekte, denn sie bestimmen das Wirtschaftsgeschehen. Aus liberalen und neoliberalen Ideen entwickelte sich die scheinbare Käuflichkeit, die auch Kommodifizierung („Ware-Werden“) heißt.

3 Scheinwaren im Überblick

  • Arbeit: Der Unternehmer kauft keine Arbeit, er bezahlt in hoch arbeitsteiligen Prozessen die Produkte der Mitarbeitenden.
  • Boden: Wer Land kauft, erwirbt nicht den Boden, sondern das Recht, andere von der Nutzung auszuschließen oder ihn selbst zu nutzen.
  • Kapital: Geld- und Sachkapital sind nach der Fertigstellung keine Ware mehr, sondern Mittel zur Nutzung.

Scheinwaren und die Dreigliederung

Wer Scheinwaren als Waren behandelt, vermischt Rechts- und Wirtschaftsleben. Die Dreigliederung ordnet sie neu: Rechte gehören ins Rechtsleben, nicht auf den Markt. Mehr dazu in Arbeit und Einkommen, Grund und Boden, Rohstoffe, Gewässer und Nutzungseigentum an Kapital. Der Begriff in der Wissenschaft: Wikipedia: Kommodifizierung.

Was du tun kannst

Beobachte im Alltag, wo Rechte zu Scheinwaren werden: bei Mieten, Arbeitsverträgen oder Anlageprodukten. Wer Scheinwaren erkennt, kann Alternativen wie Genossenschaften und Verantwortungseigentum unterstützen.

Neuordnung der Rechtsverhältnisse: Waage der Gerechtigkeit

Wie ordnen wir das Recht nach seiner Natur neu?

Die Neuordnung der Rechtsverhältnisse fragt: Welches Recht gehört in welchen Lebensbereich? Dieser Beitrag ordnet öffentliches Recht, Strafrecht und Privatrecht nach ihrer Natur.

Wie ordnen wir das Recht nach seiner Natur neu?

1. Öffentliches Recht ist das Recht, das sich auf die Sicherheit und Gleichheit aller Menschen bezieht, wie das Verfassungsrecht, Straftatbestände, Steuerrecht, Arbeitsrecht.

2. Strafrecht ist das, was geltendes Recht ist gegenüber einer Rechtsverletzung, also die Rechtsfolge. Dieser Teil des Rechtes wird dem Kultur- und Geistesleben als Aufgabe zugewiesen und überwiegend Richterrecht sein. Allein die Feststellung der Straftatbestände soll weiterhin demokratische Aufgabe des Staates sein, wobei bestimmte Tatbestände wie die Todesstrafe nur mit qualifizierten Mehrheiten eingeführt bzw. verändert werden dürfen.

3. Privatrecht ist Recht gegenüber dem, was eben private Verhältnisse der Menschen sind, wie das Vertragsrecht, Schuldrecht, Sachenrecht, Handelsrecht. Auch dieses Rechtsgebiet wird Aufgabe des Geisteslebens werden. Richter zu Punkt 2 und 3 werden vom Kultur- und Geistesleben bestellt. Ihre Amtszeit ist auf 5-10 Jahre begrenzt. Danach endet ihre Amtszeit automatisch.

Jede und jeder Staatsangehörige hat für den Fall eines Strafprozesses das Recht, sich aus dem Kreis der amtierenden Richter einen Richter für seinen Prozess auszuwählen. Dies dient der größeren Vertrauensbildung zu Richtern bei Menschen z.B. mit Migrationshintergrund oder sonstigen kulturell-geistig bedingten Besonderheiten (z.B. Sprache, Religion).

Bei privatrechtlichen Rechtsfragen sollten Richter als Menschen aus der Praxis urteilen. Ähnlich wie im angelsächsischen Raum wird Privat- und Strafrecht weitgehend „entstaatlicht“. Es wird nach einer Übergangsphase überwiegend zu Richterrecht werden.

Die Judikative erfährt damit gegenüber der abstrakteren parlamentarischen Rechtsetzung eine Verstärkung.

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Neuordnung der Rechtsverhältnisse: Drei Rechtsbereiche

Die Neuordnung der Rechtsverhältnisse unterscheidet drei Bereiche und weist sie nach ihrer Natur den Lebensfeldern zu. Dadurch soll das Recht klarer, gerechter und näher an den Menschen werden.

  • Öffentliches Recht: Es bezieht sich auf die Sicherheit und Gleichheit aller, etwa Verfassungsrecht, Straftatbestände, Steuerrecht und Arbeitsrecht. Es bleibt Aufgabe des demokratischen Staates.
  • Strafrecht als Rechtsfolge: Die Rechtsfolge einer Rechtsverletzung wird dem Kultur- und Geistesleben zugewiesen und ist überwiegend Richterrecht. Die Feststellung der Straftatbestände bleibt demokratische Aufgabe, wobei Tatbestände wie die Todesstrafe nur mit qualifizierten Mehrheiten eingeführt oder verändert werden dürfen.
  • Privatrecht: Vertragsrecht, Schuldrecht, Sachenrecht und Handelsrecht regeln private Verhältnisse und werden ebenfalls Aufgabe des Geisteslebens.

Warum die Neuordnung der Rechtsverhältnisse sinnvoll ist

Wer sich im Recht auskennt, urteilt am besten über Fragen, die er aus Erfahrung kennt. Die Neuordnung der Rechtsverhältnisse nutzt dieses Wissen und entlastet den Staat von Aufgaben, die besser in der Zivilgesellschaft gelöst werden. Hintergrund: Wikipedia: Privatrecht. Mehr dazu in Verfassung und grundlegende Bestimmungen und Gewaltenteilung in der Demokratie.

Was du tun kannst

Informiere dich, wie Gerichte und Schlichtungsstellen in deiner Region arbeiten. Wer die Neuordnung der Rechtsverhältnisse unterstützen will, kann Mediation und Schiedsverfahren stärken.

Titelbild zum Beitrag: Was reduziert Lobbyismus?

Was reduziert Lobbyismus?

Was reduziert Lobbyismus? Dieser Beitrag zeigt, wie klare Aufgabengliederung den Einfluss besonderer Interessen begrenzt.

Was reduziert Lobbyismus?

Lobbyismus bezeichnet den Versuch, politische Entscheidungen im Sinne besonderer Interessen zu beeinflussen – meist durch die Wirtschaft. Dabei versuchen große Unternehmen oder Verbände ganzer Wirtschaftsbranchen ihre Interessen bei der Gesetzgebung bzw. in der ministeriellen Ausführung unterzubringen.

Das freie Mandat der Abgeordneten im Parlament wird also nicht allein durch die Partei- bzw. Fraktionsdisziplin eingeschränkt. Auch die Teilinteressen der Wirtschaft gewinnen in der Parlamentsarbeit immer größeren Raum.

Erst die konsequente Gliederung in Rechtssystem und Wirtschaftssystem wird dazu führen, dass die Organe der Legislative sich allein mit Fragen befassen, die jeder Mensch beurteilen kann. Daher dürfen keine Fragen, die besonderen Fach- und Sachverstand und berufliche Erfahrung benötigen, in der Rechtssphäre entschieden werden.

Mit diesem Grundsatz wird dem heutigen, wachsenden Wirtschaftslobbyismus seine Grundlage entzogen. Er muss sich folgerichtig mit seinen ggf. berechtigten Anliegen an die Organe des Wirtschaftslebens wenden. Inzwischen wird vom Lobbyismus als der 5. Gewalt im Staat gesprochen. Wie bei den Medien als 4. Gewalt wird auch beim Lobbyismus deutlich, dass eine Weiterentwicklung der Gewaltenteilung über den engen Bereich des Rechtssystems hinaus notwendig ist.

Warum Lobbyismus entsteht

Lobbyismus ist kein moralisches Problem – er ist ein Strukturproblem. Er entsteht, weil Entscheidungen, die das Wirtschaftsleben betreffen, im Rechtsleben getroffen werden. Wenn der Bundestag über Zulassungsbedingungen für Chemikalien, Subventionen für Industrien oder Tarifregelungen abstimmt, ist es naheliegend, dass wirtschaftlich Betroffene auf diese Entscheidungen Einfluss nehmen wollen.

Das Problem ist nicht der Wunsch nach Einfluss – das ist legitim. Das Problem ist der Ort: im Parlament, also dort, wo das Allgemeinwohl vertreten sein soll, nicht wirtschaftliche Sonderinteressen.

Das Ausmaß des Problems

Mehr als 5.000 registrierte Lobbyisten sind in Berlin akkreditiert – das sind mehr als Bundestagsabgeordnete. Ehemalige Ministerinnen und Minister wechseln in gut dotierte Positionen von Konzernen, die sie zuvor als Aufseher hatten. Gesetzentwürfe werden in Ministerialbüros von Unternehmensanwälten vorformuliert. Diese Vorgänge sind dokumentiert und werden regelmäßig in journalistischen Recherchen beschrieben.

Die Dreigliederung als strukturelle Lösung

Die Soziale Dreigliederung löst das Lobbying-Problem nicht durch Verbote allein, sondern durch eine strukturelle Trennung der Sphären. Wirtschaftliche Fachfragen werden in Organen des Wirtschaftslebens verhandelt – in Assoziationen, Branchenräten, wirtschaftlichen Selbstverwaltungsgremien. Das Parlament des Rechtslebens befasst sich dann ausschließlich mit Fragen, die jeden Bürger gleich angehen: Grund- und Menschenrechte, öffentliche Sicherheit, Gleichheit vor dem Gesetz.

Hier hat Wirtschaftslobbyismus strukturell keinen Platz, weil Wirtschaftsfragen strukturell woanders entschieden werden.

Ein erster Schritt: das Lobbyregister

Als Übergangslösung ist ein verpflichtendes, transparentes Lobbyregister ein sinnvoller Schritt. Deutschland hat 2021 ein Lobbyregister eingeführt – allerdings mit Lücken: Anwaltskanzleien sind ausgenommen, informelle Treffen werden nicht erfasst. Ein vollständiges Register mit Offenlegungspflicht für alle Gesprächspartner, Inhalte und Auftraggeber wäre ein wichtiger Fortschritt – auch wenn es die strukturelle Trennung nicht ersetzt.

Weiterführend: Gewaltenteilung · Politische Willensbildung · Unternehmen und Assoziationen · Parteien-Demokratie verwandeln

Lobbyismus: Einfluss mit System

Lobbyismus bezeichnet den Versuch, politische Entscheidungen im Sinne besonderer Interessen zu beeinflussen, meist durch die Wirtschaft. Große Unternehmen und Branchenverbände versuchen, ihre Interessen in Gesetzgebung und ministerielle Ausführung einzubringen.

3 Wege, Lobbyismus zu reduzieren

  • Freies Mandat: Abgeordnete sind ihrem Gewissen verpflichtet, nicht Fraktion und Verband.
  • Klare Aufgabengliederung: Wirtschaft regelt Wirtschaftsfragen selbst, der Staat setzt den Rahmen.
  • Transparenz: Kontakte und Zuwendungen werden offengelegt.

Lobbyismus und Dreigliederung

Wo das Rechtsleben nicht in Wirtschaftsfragen eingreift, verliert Lobbyismus seinen Hebel. Mehr dazu in Freies Mandat, Gewaltenteilung und Mandate-Demokratie. Grundlagen: Wikipedia: Lobbyismus.

Häufige Fragen

Ist jeder Kontakt Lobbyismus? Nein. Problematisch wird es, wenn Einfluss verdeckt oder einseitig ausgeübt wird.

Was kann ich tun? Offenlegung fordern und Kandidierende nach ihren Kontakten fragen.

Weiterlesen auf wende.jetzt

Die soziale Dreigliederung verbindet Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft. Wie diese Idee entstand und welche Menschen sie geprägt haben, erfährst du in den Beiträgen Wie entstand die soziale Dreigliederung? und Wer war Rudolf Steiner?

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Titelbild zum Beitrag: Brauchen wir weniger Abgeordnete im Bundestag?

Brauchen wir weniger Abgeordnete im Bundestag?

Brauchen wir weniger Abgeordnete im Bundestag? Dieser Beitrag zeigt, was eine Verkleinerung bringen könnte.

Brauchen wir weniger Abgeordnete im Bundestag?

Derzeit sind 709 Mitglieder im Bundestag (MdB). Die hohe Zahl resultiert vor allem aus Überhangmandaten. Regulär sind 598 für den Bundestag vorgesehen. 111 sind ausgleichende Überhangmandate. Die Reduzierung hat Vorbild-Charakter, so dass die Länderparlamente ebenfalls nach Reduzierung streben werden. Die Einsparung in 3-stelliger Millionenhöhe kann in Grundlagenforschung und Bildung investiert werden.

Der Bundestag hat 598 Sitze. Nach der letzten Wahl im Sept. 2017 ergaben sich 111 Überhang- und Ausgleichsmandate und eine Gesamtgröße von nunmehr 709 Sitzen. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei mehr Direktmandate erhält, als ihr nach dem Verhältnis der Zweitstimmen zustehen würden, was Ausgleichsmandate für andere Parteien nach sich zieht.

Die Ausgleichsmandate sind die Folge der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes aus 2013 und dienen der Wahrung der Relationen der Parteisitze im Parlament nach der Verhältniswahl.

Der Bundestag konnte sich 2020 nicht einigen, eine Änderung des Wahlrechts vorzunehmen. Da die Fristen für die nächste Wahl 2021 bereits verstrichen sind, bleibt diese Situation bei der nächsten Wahl bestehen; darüber hinaus könnte wegen Veränderungen der Wahlkreise (Bevölkerungszuwachs etc.) die Zahl der Mitglieder auf über 800 Abgeordnete anwachsen.[1]

[1]https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2020/kw27-de-bundeswahlgesetz-703950

Bundestag und Bundesrat mögen beschließen, dass die derzeitige Größe von 598 Sitzen begrenzt und nach einer Aufgabenreduzierung auf z.B. 300 Sitze festgesetzt wird.

Weiterhin soll der Bundestag einen Entwurf für eine Wahlrechtsänderung für das geltende Prinzip der personalisierten Verhältniswahl ausarbeiten, so dass die Direktwahl gestärkt und die Verhältniswahl geschwächt wird. Wahlkreissieger sollen danach auf jeden Fall in den Bundestag eingehen, dafür werden den Parteien keine Überhangmandate mehr zugestanden (womit auch die Ausgleichsmandate entfallen).

Zukünftige Abgeordnete können mehrjährige praktische Fachkompetenzen nachweisen.

 

Zweitstimmen verlieren damit an Bedeutung, weil sich die Relationen der Zweitstimmen für eine Partei und die der Sitze dieser Parteien im Bundestag damit nicht mehr automatisch ergeben.

Auch das Gutachter- und Ausschusswesen wird in starkem Maße zu vermindern sein. Spezielle Fragen aus dem Kultur- und Bildungswesen und der heutigen Wirtschaftspolitik können in die Selbstverwaltung der entsprechenden Gebiete (Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben) übergeleitet werden. Externer Sachverstand wird in vermindertem Maße innerhalb des Parlamentes als auch bei Volksentscheiden hinzuzuziehen sein, wie bei Fragen der Vermögensverteilung und Besteuerung, Grundsicherung oder beim Gesundheitsschutz.

Langfristig soll die Macht der Parteien, die sich ja auch in der Priorität der Verhältniswahl ausdrückt, geschwächt und das freie Mandat gestärkt werden. Immer mehr werden dann auch allgemeinwohlorientierte Politiker über die Direktwahl in den Bundestag einziehen.

Dreh- und Angelpunkt zukünftiger Parlamentsarbeit sollte das (nur dem eigenen Gewissen unterworfene) freie Mandat sein, wodurch einer Sachpolitik Priorität verliehen wird. Die Parteien sollten übergangsweise weniger, langfristig überhaupt keine Macht mehr im Parlament haben. Folgerichtig sollte die Direktwahl gegenüber der Verhältniswahl übergangsweise Stärkung erfahren, langfristig alleiniges Prinzip werden.

Beteiligen Sie sich an der Forderung einer Aufgabenverschlankung und damit begründbarer Verkleinerung des Bundestags.

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Weniger Abgeordnete: Drei Vorteile

  • Kosten sparen: Die Einsparung in dreistelliger Millionenhöhe kann in Grundlagenforschung und Bildung fließen.
  • Vorbild sein: Eine Reduzierung beim Bund wirkt auf die Länderparlamente.
  • Handlungsfähigkeit: Kleinere Gremien entscheiden schneller und klarer.

Weniger Abgeordnete und Dreigliederung

Wenn Bildung, Kultur und Wirtschaft sich stärker selbst verwalten, braucht das Parlament weniger Aufgaben und damit weniger Abgeordnete. Mehr dazu in Föderalismus, Mandate-Demokratie und Lobbyismus. Hintergrund: Wikipedia: Bundestag.

Was du tun kannst

Informiere dich über die Wahlrechtsreform und frage Abgeordnete, wie sie zur Größe des Parlaments stehen.

Fazit: Weniger Abgeordnete

Weniger Abgeordnete ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer weniger Abgeordnete ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Weniger Abgeordnete wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.

Lebendige Demokratie: Menschen stimmen bei einer Bürgerversammlung ab

Wie wird Demokratie lebendig?

Wie wird Demokratie lebendig? Eine lebendige Demokratie beteiligt mündige Menschen und lässt sie dort entscheiden, wo alle gleichermaßen betroffen sind.

Wie wird Demokratie lebendig?

Sie ist die zeitgemäße Art und Weise, wie mündige Menschen durch Mehrheitsentscheidungen direkt durch Volksentscheide oder indirekt durch Vertreter Rechtsvorschriften vereinbaren. Dabei wird das Gleichheitsprinzip verwirklicht (Stimmengleichheit, Gleichheit vor dem Gesetz). Diese menschliche Ebene der Gleichheit ist vielen bereits bewusst, wenn auch in wenigen Ländern zufriedenstellend verwirklicht.

Wir sollten nun auch auf der sachbezogenen Ebene der Gleichheit einen Anfang wagen: Die Menschen dürfen nur über Aspekte ihres Zusammenlebens abstimmen, die alle gleichermaßen betreffen und beurteilen können. Damit sind Sachverhalte gemeint, bei denen weder Berufserfahrung noch spezielle Fähigkeiten notwendig sind (wie im Kultur- und Geistesleben bzw. Wirtschaftsleben).

Hieraus ergeben sich als langfristiges Ziel die Staatsaufgaben: Das Rechtsleben regelt allein die Grund- und Menschenrechte und den inneren und äußeren Schutz der Staatsangehörigen. Der heute „all-zuständige“ Staat wird daher viele Aufgaben an die zwei anderen Teil- bzw. Subsysteme überleiten; er selbst wird in Zukunft in einen Minimalstaat überführt.

Dies erfordert jedoch eine gründliche Vorbereitung der anderen Teilsysteme in ihren Grundfunktionen, um nicht gegenteilige oder ungewollte Effekte auszulösen. So ist von einer Überführung bisherigen Staatsaufgaben in das jetzige Wirtschaftssystem, also von einer weiteren Privatisierung der Infrastruktur (Straßen, Schienenwege, Wasser- und Stromnetze, …) abzusehen.

Da sich viele Unternehmen überwiegend auf die Gewinnmaximierung und damit auf den kurzfristigen Unternehmenserfolg ausrichten, werden langfristige Investitionen unterbewertet. Damit drohen diese nicht umgesetzt zu werden. Die bestehenden Infrastruktureinrichtungen werden folglich abgenutzt, ohne die notwendigen Erneuerungsinvestitionen zu tätigen. Letztendlich werden solche Investitionen gerne auf den Staat übertragen, der dann auf Kosten des Staatshaushaltes oder der Gesellschaft den Investitionsstau beheben muss.

Prominente Beispiele für eine nicht nachhaltige Privatisierung sind das Schienennetz in Großbritannien in den 90er Jahren sowie der Einsturz der privat betriebenen Morandi-Brücke in Genua im Jahr 2018. Erst durch die Einführung einer Wirtschaftsordnung, die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt, kann der Staat vom Betrieb der Infrastruktureinrichtungen entlastet werden.

Dadurch wird deutlich, dass die Ideen der Dreigliederung bewegliches Denken und Handeln erfordern. Ziel ist es, alle drei Teilsysteme im Gleichgewicht nach und nach aufzubauen, ohne die Kontinuität der Wirtschaft zu beeinträchtigen oder ein staatliches Chaos zu bewirken – ein Balanceakt mit fließenden Übergängen und ohne abrupte Veränderungen innerhalb der Teilsysteme, der stets das Ganze im Auge behält.

Unterstützen Sie aufklärende Prozesse zur Verschlankung des Staates und zur Weiterentwicklung 

der Demokratie und Verfassung.

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Lebendige Demokratie: Gleichheit auf zwei Ebenen

Demokratie ist die zeitgemäße Art, wie mündige Menschen durch Mehrheitsentscheidungen Rechtsvorschriften vereinbaren, direkt durch Volksentscheide oder indirekt durch Vertreter. Auf der menschlichen Ebene verwirklicht sie Gleichheit: jede Stimme zählt gleich. Eine lebendige Demokratie geht einen Schritt weiter.

3 Schritte zu einer lebendigen Demokratie

  • Sachbezogene Gleichheit: Menschen stimmen nur über Aspekte ab, die alle gleichermaßen betreffen und beurteilen können.
  • Beteiligung stärken: Volksentscheide und Bürgerbeteiligung ergänzen die Vertretung.
  • Selbstverwaltung anerkennen: Bildung, Kultur und Wirtschaft regeln sich selbst, soweit möglich.

Lebendige Demokratie und Dreigliederung

Die Dreigliederung begrenzt die demokratische Abstimmung auf das Rechtsleben. So bleibt sie handhabbar und gerecht. Mehr dazu in Volksentscheid, Direkte oder indirekte Demokratie und Gewaltenteilung in der Demokratie. Grundlagen: Wikipedia: Demokratie.

Häufige Fragen

Was macht Demokratie lebendig? Beteiligung, klare Zuständigkeiten und Vertrauen in die Urteilskraft der Menschen.

Wo beginne ich? In Gemeinde, Verein und Schule, wo Mitbestimmung unmittelbar erlebbar ist.

Fazit: Lebendige Demokratie

Lebendige Demokratie ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer lebendige Demokratie ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Lebendige Demokratie wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.

Titelbild zum Beitrag: Wie wird aus der Parteien- eine Mandate-Demokratie?

Wie wird aus der Parteien- eine Mandate-Demokratie?

Wie wird aus der Parteien- eine Mandate-Demokratie? Dieser Beitrag fragt, warum Abgeordnete nicht Parteien, sondern ihrem Gewissen verpflichtet sind.

Wie wird aus der Parteien- eine Mandate-Demokratie?

Seit dem Debakel der Landtagswahlen in Thüringen stellen sich viele Fragen. Sind unsere Volksvertreter wirklich die Vertreter des Volkes, also unsere Vertreter? Oder handeln sie aus machtpolitischem Kalkül? Warum müssen die Vertreter des Volkes sich in Parteien zusammenfinden? Sind nicht im Bundestag die Entscheidungen auf sachlicher und kompetenter Ebene zu treffen? Dafür bedarf es keiner Parteien. Parteiprogramme, die von niemandem eingehalten werden, sind Schall und Rauch und hohle Versprechungen.

Außerdem vertreten die Abgeordneten (also die Mitglieder des Bundestages) nach Art. 38 GG das Volk und sind in ihren Entscheidungen ihrem Gewissen unterworfen – und nicht den Parteien. Der Fraktionszwang unterminiert ihre Gewissensfreiheit und beschneidet die individuelle Freiheit der Abgeordneten. Spendenaffären rund um die Parteienfinanzierung haben in der Vergangenheit (Flick, Kohl) gezeigt, wie korrupt und anfällig ein solches System sein kann und welche Gefahren dadurch für das Volk entstehen können.

Bundestag und Bundesrat mögen ein Gesetz zur Neufassung der Abgeordnetendemokratie erlassen und verabschieden, das zur Eingrenzung des Einflusses der Parteien führen möge.

Informieren Sie sich über die Beeinträchtigung der Gewaltenteilung durch die Parteien und fordern Sie die dauerhafte Beschränkung der Macht der Parteien im Rahmen einer Verfassungsänderung bzw. durch neue oder durch Abänderung bestehender Gesetze.

 

https://www.gewaltenteilung.de/das-problem/

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Mandate-Demokratie: Wem dienen die Abgeordneten?

Seit dem Debakel der Landtagswahlen in Thüringen stellen sich viele Fragen: Sind unsere Volksvertreter wirklich unsere Vertreter, oder handeln sie aus machtpolitischem Kalkül? Warum müssen sie sich in Parteien zusammenfinden? Eine Mandate-Demokratie würde Sachfragen auf sachlicher und kompetenter Ebene klären, ohne dass Parteiprogramme Schall und Rauch bleiben.

3 Schritte zur Mandate-Demokratie

  • Gewissensfreiheit stärken: Nach Art. 38 GG vertreten Abgeordnete das Volk und sind ihrem Gewissen unterworfen. Der Fraktionszwang untergräbt das.
  • Unabhängigkeit sichern: Spendenaffären zeigen, wie Parteien von Geldgebern abhängig werden können.
  • Persönliche Verantwortung: Wählerinnen und Wähler entscheiden über Personen mit klaren Positionen.

Mandate-Demokratie und Dreigliederung

Die Dreigliederung sieht das Rechtsleben als Ort der Gleichheit: Jede Stimme zählt gleich, und Mandate werden persönlich vergeben. Den Wortlaut findest du bei Gesetze im Internet: Art. 38 GG. Mehr dazu in Politische Willensbildung, Parteien, freies Mandat, Weniger Abgeordnete im Bundestag und Dreigliederung ohne Partei.

Was du tun kannst

Frage Kandidierende vor der Wahl, wie sie zur Mandate-Demokratie stehen und wie sie mit Fraktionszwang umgehen wollen. Unterstütze Bürgerinitiativen und unabhängige Kandidaturen in deiner Gemeinde.

Freies Mandat: Abgeordnete vor dem Bundestag

Wie frei ist das Mandat gegenüber den Parteien?

Wie frei ist ein freies Mandat gegenüber den Parteien? Dieser Beitrag zeigt, wie Parteien die politische Willensbildung beherrschen und wie sich die Macht begrenzen lässt.

Wie frei ist das Mandat gegenüber den Parteien?

Parteien wirken heute nicht nur an der politischen Willensbildung mit, sie beherrschen sie. Die Gewaltenteilung als Aufgabenteilung innerhalb des Rechtssystems wird durch die Parteien und Lobbyisten zunehmend unterlaufen. Aber auch im Wirtschaftsleben, Geistesleben sowie in den Medien haben sich die „Parteisoldaten“ an den entscheidenden Schalthebeln postiert. Diese schleichende Machtkonzentration allein begründet eine verstärkte funktionale Aufgabenteilung sowohl innerhalb des Staates als auch über die Staatsebene hinaus. Dies wird die bestehende Macht der Parteien einschränken oder unterbinden. Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass sich Parteien gründen.

Sie fungieren in Zukunft im Hintergrund. Im Vordergrund stehen Bürger, Parlamentarier und das Parlament. Die Bürger und Wähler verlassen sich zunehmend weniger auf phrasenhafte Wahlversprechen, die zumeist in der folgenden Legislaturperiode nicht von den Parteivertretern umgesetzt werden. Auf den parteigebundenen Abgeordneten im Parlament lastet der Druck der Parteien.

Das hat dazu geführt, dass sich die Grenze zwischen zulässiger Fraktionsdisziplin und unzulässigem Fraktionszwang immer mehr verwischt hat. Das freie Mandat aus Art. 38 GG, wonach der einzelne Abgeordnete weisungsfrei und seinem Gewissen verpflichtet ist, wird zur Farce, d.h. wird faktisch zu einem imperativen Mandat.

Die Gesetzgebung sollte darauf hinwirken, dass Entscheidungen nur noch auf Mündigkeit und Gewissen beruhen; nicht mehr zulässig sind Fraktionsentscheidungen und der damit verbundene unbotmäßige Druck auf die Abgeordneten.

Wenden Sie sich gegen die Spaltung der Gesellschaft in links und rechts, in konservativ und progressiv. Treten Sie für Sachpolitik ein, indem Sie den Einfluss der Parteien im Rahmen einer neuen gesamtgesellschaftlichen Aufgabenteilung zurückdrängen und freie Gewissensentscheidungen für jede Rechtsfrage auf allen föderalen Ebenen ermöglichen.

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Freies Mandat: Wenn Parteien beherrschen statt mitwirken

Parteien wirken nicht nur an der politischen Willensbildung mit, sie beherrschen sie. Die Gewaltenteilung wird durch Parteien und Lobbyisten zunehmend unterlaufen. Auch in Wirtschaft, Geistesleben und Medien haben sich Parteisoldaten an den Schalthebeln postiert. Ein freies Mandat gerät dadurch in Gefahr.

3 Schritte: So gelingt ein freies Mandat

  • Funktionale Aufgabenteilung: Diese Machtkonzentration begründet eine stärkere Aufgabenteilung innerhalb des Staates und über die Staatsebene hinaus. Sie schränkt die Macht der Parteien ein.
  • Parteien im Hintergrund: Es spricht nichts dagegen, dass sich Parteien gründen. Sie sollen in Zukunft im Hintergrund wirken.
  • Bürger und Mandatsträger im Vordergrund: Entscheidungen fallen durch Menschen, die ihrem Gewissen verantwortlich sind.

Freies Mandat im Grundgesetz

Ein freies Mandat steht im Grundgesetz: Die Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit (Art. 21 GG), die Abgeordneten sind Vertreter des ganzen Volkes. Mehr dazu in Wie wird aus der Parteien- eine Mandate-Demokratie?, Dreigliederung ohne Partei und Was reduziert Lobbyismus?

Häufige Fragen: Was ist ein freies Mandat?

Heißt das, Parteien sind unnötig? Nein. Parteien dürfen bestehen, aber sie sollen die Willensbildung nicht beherrschen.

Wie schützt man ein freies Mandat? Durch Transparenz bei Spenden, durch klare Aufgabenteilung und durch Wähler, die Personen nach ihrem Gewissen beurteilen.

Was du tun kannst

Frage Kandidierende, wie sie ein freies Mandat verstehen und wie sie mit Fraktionszwang umgehen. Unterstütze unabhängige Kandidaturen und Wählergemeinschaften in deiner Gemeinde.

Föderalismus Kommunen Bundesländer: Ebenen des Staates im Überblick

Was sollen Kommunen, Länder und Bund jeweils entscheiden?

Föderalismus heißt: Wer sollte was entscheiden, Kommune, Land oder Bund? Dieser Beitrag erklärt, warum der Föderalismus ein Prinzip des Rechtslebens ist und wie Nähe zu den Menschen bessere Entscheidungen ermöglicht.

Was sollen Kommunen, Länder und Bund jeweils entscheiden?

Auch der Föderalismus ist ein Prinzip des Rechtslebens. Es bedeutet, dass ein Staat sich in mehr oder weniger selbständige Bundesländer gliedern kann. Die unteren Ebenen sollen vor den oberen Ebenen Vorrang haben, wenn sie eine Leistung erbringen können (Subsidiaritätsgrundsatz). Neben der Gewaltenteilung ist dieses Prinzip ein weiteres Mittel gegenseitigen Ausgleichs und gegenseitiger Kontrolle (checks and balances) der demokratischen Organe. Auch bietet der dezentrale Föderalismus die Möglichkeit, die örtlichen Bedürfnisse der Menschen und regionale Gegebenheiten besser zu berücksichtigen.

Stellen Sie politische Forderungen an EU- und Nationalpolitiker für eine Rückverlagerung der Kompetenzen, um auch die sogenannte vertikale Gewaltenteilung (wieder) zu stärken.

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Föderalismus Kommunen Bundesländer: Das Prinzip der Subsidiarität

Das Zusammenspiel von Föderalismus, Kommunen und Bundesländern folgt einer einfachen Regel: Was die untere Ebene leisten kann, soll sie leisten. Die Gemeinde kennt die Straßen, die Schulen und die Menschen vor Ort. Das Land und der Bund greifen erst ein, wenn eine Aufgabe die Kraft der Gemeinde übersteigt.

Diese Regel heißt Subsidiarität. Sie schützt vor Zentralismus, denn Entscheidungen werden nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen. Zugleich bleibt Solidarität möglich: Wer überfordert ist, bekommt Hilfe von der nächsten Ebene.

Drei Ebenen, ein Prinzip: Wer entscheidet was?

  • Kommunen: Alles, was das tägliche Leben vor Ort betrifft, etwa Kindertagesstätten, Verkehr im Ort, Kultur und Bauplanung.
  • Bundesländer: Aufgaben, die eine Region gemeinsam betrifft, zum Beispiel Bildung, Polizei und regionale Infrastruktur.
  • Bund: Fragen, die nur einheitlich gelöst werden können, wie Außenpolitik, Währung und gleiche Grundrechte.

Wo Zuständigkeiten sich überlagern, entstehen Reibung, Zeitverlust und Bürokratie. Eine klare Aufgabenverteilung wirkt deshalb auch als Entlastung. Warum sie zugleich den Einfluss von Interessengruppen verringert, lesen Sie in Was reduziert Lobbyismus?

Föderalismus und vertikale Gewaltenteilung

Neben der Trennung von Gesetzgebung, Regierung und Rechtsprechung gibt es die senkrechte Gewaltenteilung: Macht liegt auf mehreren Ebenen und kontrolliert sich gegenseitig. Das Zusammenspiel von Föderalismus, Kommunen und Bundesländern ist darum ein Baustein lebendiger Demokratie. Mehr dazu in Gewaltenteilung in der Demokratie.

Eine Einführung bietet Wikipedia: Subsidiarität.

Was du tun kannst

Beteilige dich dort, wo du am meisten bewirken kannst: im Gemeinderat, in Bürgerinitiativen, in Elternvertretungen. Wer Föderalismus, Kommunen und Bundesländer stärken will, beginnt in der eigenen Gemeinde und fordert dort Zuständigkeit und Mittel ein.

Grundlegende Bestimmungen: Aufgeschlagenes Buch mit Waage und Feder

Welche Werte gehören in eine Verfassung?

Grundlegende Bestimmungen gehören in eine Verfassung. Dieser Beitrag zeigt, welche Werte dazugehören und warum das Volk selbst über Grundsatzfragen entscheiden soll.

Welche Werte gehören in eine Verfassung?

Das Volk hat das alleinige Recht, sich eine Verfassung zu geben, diese zu ändern oder kann dem Parlament ein Mandat zur Änderung erteilen. Vor allem grundlegende Entscheidungen außenpolitischer und militärischer Art sollte das Volk in einer Verfassung langfristig selbst festlegen oder per Volksentscheid selbst bestimmen (s. Staatsform – Direkte oder/und indirekte Demokratie, Art. 146 GG).

  • Verbot der Produktion bestimmter Waffen (Landminen, Kernwaffen)
  • Verbot von Waffenexporten
  • Verbot des Einsatzes der Bundeswehr im Ausland
  • Austritt aus der NATO
  • Verbot des Einsatzes der Bundeswehr für Angriffskriege
  • Erklärung der Neutralität Deutschlands

Die Verfassung als Dokument des Rechtslebens

In der Sozialen Dreigliederung ist die Verfassung das grundlegende Dokument des Rechtslebens. Sie legt fest, welche Rechte jedem Menschen zukommen und wie das Zusammenleben in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit organisiert ist. Wesentlich ist dabei: Die Verfassung gehört dem Volk – nicht dem Parlament, nicht der Regierung.

Das Grundgesetz (GG) der Bundesrepublik Deutschland ist kein vom Volk verabschiedetes Dokument. Es wurde 1949 vom Parlamentarischen Rat verabschiedet – unter alliierter Aufsicht und ohne direktes Referendum der Bevölkerung. Artikel 146 GG hält explizit fest, dass das Grundgesetz seine Gültigkeit verliert, sobald das deutsche Volk in freier Entscheidung eine neue Verfassung beschlossen hat.

Was eine neue Verfassung enthalten sollte

Eine vom Volk erarbeitete und beschlossene Verfassung hätte die Chance, die Erkenntnisse der Sozialen Dreigliederung strukturell zu verankern:

  • Die Trennung der drei gesellschaftlichen Sphären – Geistesleben, Rechtsleben, Wirtschaftsleben – als Verfassungsprinzip
  • Direkte Demokratie auf allen Ebenen als verbrieftes Bürgerrecht
  • Frieden als Staatsziel – keine Beteiligung an Angriffskriegen, kein Waffenexport in Krisengebiete
  • Soziale Grundrechte – Wohnen, Gesundheit, Bildung, Grundsicherung als einklagbare Rechte
  • Ökologische Verantwortung – Schutz natürlicher Lebensgrundlagen als Staatspflicht

Friedenspolitik als verfassungsrechtliche Pflicht

Die im heutigen Artikel 26 GG enthaltenen Friedensgebote – Verbot des Angriffskrieges, Verbot der Störung des friedlichen Zusammenlebens – sind ein wichtiger Ausgangspunkt. Sie reichen jedoch nicht aus: Waffenexporte in Kriegsgebiete, die Stationierung von Atommodellen auf deutschem Boden und die Beteiligung der Bundeswehr an internationalen Militäroperationen zeigen, wie weitgehend diese Prinzipien in der Praxis ausgehöhlt werden.

Eine echte Friedensverfassung würde klare und einklagbare Grenzen setzen – und diese Grenzen dem Volk selbst zur Abstimmung vorlegen.

Der Weg zu einer neuen Verfassung

Die Einberufung einer Bürgerversammlung oder eines Verfassungskonvents wäre ein möglicher Weg. Island erarbeitete nach der Finanzkrise 2010 durch breite Bürgerbeteiligung einen Verfassungsentwurf. Dieser Prozess zeigte, dass Bürgerinnen und Bürger durchaus in der Lage sind, komplexe verfassungsrechtliche Fragen zu diskutieren und sinnvolle Lösungen zu erarbeiten.

Weiterführend: Volksentscheid · Gewaltenteilung · Direkte und indirekte Demokratie · Neutralität des Staates

Verfassung: Wer darf sie ändern?

Das Volk hat das alleinige Recht, sich eine Verfassung zu geben, sie zu ändern oder dem Parlament ein Mandat zur Änderung zu erteilen. Grundlegende Entscheidungen außenpolitischer und militärischer Art soll das Volk langfristig selbst festlegen, in der Verfassung oder per Volksentscheid.

3 Werte für die Verfassung

  • Frieden: Verbote bestimmter Waffen wie Landminen und Kernwaffen.
  • Verantwortung: Kein Waffenexport und keine Auslandseinsätze der Bundeswehr ohne Volksentscheid.
  • Selbstbestimmung: Das Volk entscheidet über die Verfassung selbst, nach Art. 146 GG.

Verfassung und Dreigliederung

Eine Verfassung im Sinne der Dreigliederung regelt auch Geistesleben und Wirtschaft. Mehr dazu in Verfassung und Dreigliederung, Direkte oder indirekte Demokratie und Volksentscheid. Den Wortlaut findest du bei Art. 146 GG.

Häufige Fragen

Wer darf eine Verfassung beschließen? Das Volk, so sieht es Art. 146 GG vor.

Warum Volksentscheid bei Waffen? Weil diese Entscheidungen alle betreffen und ethisch grundlegend sind.

Fazit: Grundlegende Bestimmungen

Grundlegende Bestimmungen ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer grundlegende Bestimmungen ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Grundlegende Bestimmungen wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.

Grundlegende Bestimmungen gehören in die Verfassung, weil sie das Zusammenleben ordnen. Grundlegende Bestimmungen sollten für alle verständlich sein, und grundlegende Bestimmungen darf nur das Volk selbst ändern oder zur Änderung freigeben.

Titelbild zum Beitrag: Wie begrenzt Gewaltenteilung die Macht des Staates?

Wie begrenzt Gewaltenteilung die Macht des Staates?

Wie begrenzt Gewaltenteilung die Macht des Staates? Dieser Beitrag zeigt, wie Montesquieus Gedanke weiterentwickelt werden kann.

Wie begrenzt Gewaltenteilung die Macht des Staates?

Der demokratische Staat möge die Menschen schützen und ihnen Raum zur Entwicklung geben. Andererseits sollen die Menschen auch vor missbräuchlicher Gewaltanwendung des Staates geschützt werden. Ein Mittel dazu ist die von Montesquieu weiterentwickelte Gewaltenteilung in Rechtsprechung – Gesetzgebung – vollziehende Gewalt.

Die historisch entwickelte Gewaltenteilung soll eine Weiterentwicklung erfahren: Die alte, gefühlte Über- und Unterordnung zwischen Staat und Bürger, wie einst in der Monarchie, soll einem neuen Bewusstsein Platz machen, dass die Menschen ihre Angelegenheiten als einander Gleiche selbst verwalten.

Die alte Gewaltenteilung wird zur neuen Aufgabengliederung: einerseits zwischen den drei Teilsystemen Kultur- und Geistesleben, Rechts- und Wirtschaftsleben, wie andererseits auch im Rechtssystem selbst. Mit dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabengliederung wird die Schutzaufgabe der historischen Gewaltenteilung sinnvoll weiterentwickelt.

Montesquieu und die Grenzen seines Modells

Charles de Montesquieu formulierte im 18. Jahrhundert das Prinzip der Gewaltenteilung als Bollwerk gegen königliche Willkür. Legislative, Exekutive und Judikative sollten sich gegenseitig kontrollieren – ein Gedanke, der zum Fundament moderner Demokratien wurde.

Heute zeigt sich, dass dieses Modell an Grenzen stößt. Parteien, die Regierung stellen und gleichzeitig im Parlament die Mehrheit bilden, kontrollieren sich faktisch selbst. Lobbyisten bewegen sich nahtlos zwischen Wirtschaft, Ministerien und Parlamentsausschüssen. Das klassische Drei-Mächte-Modell erfasst diese Verflechtungen nicht mehr ausreichend.

Die neue Aufgabengliederung der Sozialen Dreigliederung

Die Soziale Dreigliederung entwickelt die Idee der Gewaltenteilung wesentlich weiter. Statt drei staatlicher Organe, die sich gegenseitig kontrollieren, geht es um drei eigenständige gesellschaftliche Sphären, die nach je eigenen Prinzipien organisiert sind:

  • Geistesleben – Bildung, Wissenschaft, Kunst, Religion: regiert durch Freiheit
  • Rechtsleben – Gesetzgebung, Verwaltung, Sicherheit: regiert durch Gleichheit
  • Wirtschaftsleben – Produktion, Handel, Konsum: regiert durch Brüderlichkeit und Assoziation

Diese drei Sphären haben klar definierte Grenzen. Der Staat hat im Geistesleben nichts zu suchen – Schulen, Universitäten und Kirchen sollen sich selbst verwalten. Die Wirtschaft hat im Rechtsleben nichts zu suchen – Lobbyismus ist das Symptom einer fehlenden Grenze. Das Rechtsleben darf weder das Geistesleben bevormunden noch das Wirtschaftsleben dirigieren.

Wo die Grenzen heute verschwimmen

Die fehlenden Grenzen sind im Alltag gut sichtbar:

  • Pharmaunternehmen beeinflussen Zulassungsbehörden und Verschreibungspraktiken
  • Rüstungskonzerne lobbyieren für Militärbudgets und Exportgenehmigungen
  • Staatliche Lehrpläne bestimmen, was Kinder denken sollen
  • Parteinahe Stiftungen finanzieren Wissenschaftsprojekte mit politischen Erwartungen

Jedes dieser Beispiele ist ein Fall, in dem eine Sphäre in eine andere eingreift – mit direkten Folgen für Freiheit, Gleichheit oder Brüderlichkeit.

Gewaltenteilung im Rechtssystem selbst

Auch innerhalb des Rechtslebens bleibt die klassische Gewaltenteilung wichtig: unabhängige Richter, parlamentarische Kontrolle der Exekutive, freie Presse als vierte Gewalt. Diese innere Gewaltenteilung wird durch die Dreigliederung nicht ersetzt, sondern in ihren Grenzen klarer definiert – und durch die klare Abgrenzung nach außen erst wirklich wirksam.

Weiterführend: Klare Aufgabengliederung baut Lobbyismus ab · Politische Willensbildung · Neutralität des Staates · Volksentscheid

Gewaltenteilung: Schutz vor Missbrauch

Der demokratische Staat soll Menschen schützen und ihnen Raum zur Entwicklung geben. Zugleich müssen sie vor Missbrauch staatlicher Gewalt geschützt werden. Dazu dient die Gewaltenteilung in Rechtsprechung, Gesetzgebung und vollziehende Gewalt.

3 Weiterentwicklungen der Gewaltenteilung

  • Vertikale Machtteilung: Macht liegt auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene.
  • Funktionale Machtteilung: Bildung, Recht und Wirtschaft ordnen sich selbst, soweit sie können.
  • Gleiche Augenhöhe: Die gefühlte Über- und Unterordnung zwischen Staat und Bürger wird überwunden.

Gewaltenteilung und Dreigliederung

Die Dreigliederung erweitert die Machtteilung um die Frage, wer im Geistesleben und in der Wirtschaft entscheidet. Mehr dazu in Föderalismus, Was reduziert Lobbyismus? und Verfassung und Dreigliederung. Grundlagen: Wikipedia: Gewaltenteilung.

Häufige Fragen

Wer erfand die Machtteilung? Montesquieu entwickelte sie weiter, aufbauend auf älteren Gedanken.

Warum weiterentwickeln? Weil Macht heute auch in Wirtschaft und Medien liegt.

Weiterlesen auf wende.jetzt

Die soziale Dreigliederung verbindet Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft. Wie diese Idee entstand und welche Menschen sie geprägt haben, erfährst du in den Beiträgen Wie entstand die soziale Dreigliederung? und Wer war Rudolf Steiner?

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