Volksentscheid
Ein bundes- und europaweiter Volksentscheid ist notwendig, damit Bürger gemeinsam die Grundlagen unserer Gesellschaft gestalten. Dazu existiert bereits ein mit viel Erfahrungen voll ausgearbeiteter Entwurf.
https://www.mehr-demokratie.de/gesetzentwurf
Er sieht drei Schritte vor: das Volksbegehren, durch das Vorschläge in den Bundestag eingebracht werden. Falls diese Vorschläge keine Berücksichtigung finden, wenden sich die Initiatoren in einem Volksbegehren direkt an die Bürger. Wenn es genügend Unterstützung und Interesse bei den Mitbürgern findet, entscheiden die Bürger mit einem Volksentscheid über Annahme oder Ablehnung des eingebrachten Themas.
Unterstützen Sie die Einführung von Volksentscheiden auf allen föderalen Ebenen als notwendiges Element der Kontrolle der Vertreterinnen und Vertreter in den Parlamenten, auch zur stetigen Weiterentwicklung des Rechtssystems aus der Mitte des Volkes.
Freiheit · Kulturelles & Geistiges Leben
A. Aktuelle Lage
Direkte Demokratie ergänzt die repräsentative — sie ersetzt sie nicht. In der Schweiz funktioniert sie seit Jahrzehnten: Volksabstimmungen vier Mal pro Jahr, Volksinitiativen mit 100.000 Unterschriften, Referenden gegen Parlamentsgesetze. Das Schweizer Modell zeigt, dass direkte Demokratie die politische Beteiligung erhöht und das Vertrauen in Institutionen stärkt.
In Deutschland gibt es direkte Demokratie auf Landesebene — mit sehr unterschiedlichen Hürden. Auf Bundesebene fehlt sie vollständig. Das Grundgesetz war bewusst zurückhaltend — die Weimarer Erfahrung war frisch.
B. Lösungsansätze
- Volksinitiative auf Bundesebene einführen — Mit einer Million Unterschriften sollte ein Thema auf die parlamentarische Agenda kommen können. Das ist kein Volksentscheid, aber ein erster Schritt.
- Hürden auf Länderebene absenken — Bayern braucht 10 % Unterschriften für ein Volksbegehren, Hamburg nur 5 %. Die höheren Hürden sind kein Qualitätsfilter, sondern ein Beteiligungshindernis.
- Informierte Abstimmung gewährleisten — Direkte Demokratie funktioniert besser, wenn Bürger gut informiert sind. Abstimmungsbüchlein wie in der Schweiz, neutrale Infobroschüren, ausreichend Vorlaufzeit.
C. Praktische Beispiele
Schweizer Volksabstimmungen — Vier Mal pro Jahr, über alles von Steuern bis Tierwohl. Die Beteiligung variiert mit der Relevanz der Fragen — zwischen 40 % und 80 %.
Bayerischer Bürgerhaushalt — Einige Kommunen lassen Bürger über Teile des Haushalts abstimmen. Porto-Alegre-Modell in Deutschland.
Volksbegehren „Rettet die Bienen" (Bayern, 2019) — 1,75 Millionen Unterschriften. Das Volksbegehren wurde umgesetzt. Direkte Demokratie, die wirkt.
D. Orte & Initiativen
Mehr Demokratie e.V. — mehr-demokratie.de
Initiative für direkte Demokratie — volksbegehren-bericht.de
Democracy International — democracy-international.org