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Staats- und Rechtsleben

Vererbung von Vermögen: Schlüsselübergabe zwischen Generationen

Soll die Gemeinschaft an Erben beteiligt werden?

Die Vererbung von Vermögen berührt die Frage, wem Reichtum gehört, den viele gemeinsam erarbeitet haben. Dieser Beitrag zeigt, wie das Erbrecht nach den Ideen der Dreigliederung aussehen könnte.

Soll die Gemeinschaft an Erben beteiligt werden?

Große Vermögen entstehen in der Regel nur dadurch, dass viele Menschen, oft über Generationen, zusammengearbeitet haben. Der Mehrwert jedoch kommt nur Wenigen zugute.

Langfristig sollte das Erbrecht nach den Ideen der Dreigliederung auf die Volljährigkeit der Kinder bzw. die Lebenszeit des Partners begrenzt sein. Letzten Nutzern steht das Recht zu, einen Nachfolger für Produktivvermögen zu bestimmen.

Sofern sie dies nicht erreichen können, wird ein sachkundiges Gremium aus dem Kultur- und Geistesleben einen Nachfolger bestimmen. Dem Rechtsstaat kommt dabei nur die Aufgabe zu, die Abläufe auf Rechtmäßigkeit zu überwachen.

Wir akzeptieren übergangsweise Vermögenssteuern, fordern jedoch, dass

die Vererbung von Vermögen in Millionen- und Milliardenhöhen deutlich progressiver besteuert wird;

Vermögen ohne Erben nicht teilweise Banken, sondern ausnahmslos dem Staat zufallen.

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Vererbung von Vermögen: Wem verdanken wir große Vermögen?

Große Vermögen entstehen selten durch eine einzelne Person. Meist haben viele Menschen über Generationen zusammengearbeitet: Mitarbeitende, Zulieferer, Kunden, die Gemeinschaft mit ihrer Infrastruktur. Bei der Vererbung von Vermögen geht der Mehrwert jedoch an wenige.

3 Ideen für ein neues Erbrecht

  • Begrenztes Erbrecht: Langfristig soll es auf die Volljährigkeit der Kinder oder die Lebenszeit des Partners begrenzt sein.
  • Nachfolge durch den letzten Nutzer: Wer ein Produktivvermögen zuletzt genutzt hat, darf den Nachfolger bestimmen.
  • Gremium als Auffangnetz: Gelingt das nicht, bestimmt ein sachkundiges Gremium aus dem Kultur- und Geistesleben den Nachfolger. Der Rechtsstaat überwacht nur die Rechtmäßigkeit der Abläufe.

Bei der Vererbung von Vermögen steht also nicht das Eigentum der Familie im Mittelpunkt, sondern die Frage, wer das Vermögen am besten weiterentwickelt.

Übergangslösung: Progressive Besteuerung

Übergangsweise werden Vermögenssteuern akzeptiert. Gefordert wird, dass die Vererbung von Vermögen in Millionen- und Milliardenhöhe deutlich progressiver besteuert wird. Hintergrund liefert Wikipedia: Erbschaftsteuer in Deutschland. Verwandte Themen: Stiftungen und Schenkungen, Eigentum und Besitz und Steuern.

Was du tun kannst

Sprich in der Familie früh über die Vererbung von Vermögen. Prüfe, ob eine Stiftung oder eine Schenkung zu Lebzeiten Gemeinschaft und Familie besser dient. So entsteht ein Bewusstsein, das Gesetze später nur noch bestätigen müssen.

Wege zu einer gerechteren Besteuerung: Waage mit Münzen und Blatt

Wie wird Besteuerung gerechter?

Wege zu einer gerechteren Besteuerung führen über Bedarfsdeckung, Nachhaltigkeit und eine klare Rolle des Staates. Dieser Beitrag zeigt, wie das gelingen kann.

Wie wird Besteuerung gerechter?

Langfristig soll die Wirtschaft das Ziel der Bedarfsdeckung aus eigenem Antrieb verfolgen. Aufgeklärte Konsumenten wollen dabei zunehmend Naturschutz, Schonung von Rohstoff-vorkommen, kurz alle Aspekte der Nachhaltigkeit einbeziehen. Weitere Forschung, vor allem aber auch Bildung und breite Aufklärung benötigen jedoch Zeiträume von einigen Jahren.

Dem Staat kommt daher noch übergangsweise eine heute übliche Wirtschaftspolitik zu. Aufbauende und regenerative Maßnahmen zur Förderung und Entwicklung der Natur und Geneseverfahren für Menschen werden daher für eine gewisse Zeit noch durch Steuererleichterungen oder Förderungen gestützt:

Einführung einer progressiven Vermögenssteuer für Private und Unternehmen mit einem begrenzten Freibetrag.

 

Im Ausland lebende ausländische Besitzer erhalten keinen Freibetrag.

 

Dies hätte eine schrittweise Rückholung der großen Besitztümer von den meist anonymen Finanzakteuren zur Folge.

 

Kleine und mittlere Unternehmen würden so gestärkt und besser positioniert werden. Dezentralisierung würde für alle interessant.

Große Besitztümer würden sich nicht mehr in wenigen Händen befinden, sondern auf viele Menschen und Organisationen überführt werden. Mieten und Pachten würden erwartungsgemäß günstiger.

Eine Transaktionssteuer drosselt auf den sich verselbstständigten Finanzmärkten die Transaktionsgeschwindigkeit und dämmt deren Beherrschung der Realwirtschaft ein. Die Vertreter der Mikro-Steuer-Initiative in der Schweiz haben ausgerechnet, dass schon bei 0,05 % Transaktionssteuer ca. 100 Milliarden Franken eingenommen werden, wenn die Transaktionen trotz der Steuer in gleicher Höhe getätigt werden würden.

Damit könnten dem Staat große finanziellen Spielräume eröffnet werden für eine Stärkung des Kultur-, Bildungs- und Umweltschutzsektors. Diese Aufgaben werden dann nach und nach in die Verantwortung des freien Kulturlebens überführt. 

Steuern auf Gehalt sowie Sozialabgaben der Arbeitenden bis zu Einkommen von z.B. € 70 000 sind drastisch zu reduzieren und schrittweise abzuschaffen, ausgenommen der Sozialversicherungsbeiträge.

Sozial- und umweltfreundlich hergestellte Produkte und besonders Dienstleistungen, die der Gesundheit förderlich sind, könnten preiswerter werden, wenn durch entsprechende Steuern für gegenteilig agierende Unternehmen und deren Produkte eine Umverteilung oder Steuerminderung erreichbar wäre. Auch diese Aufgabe wird langfristig durch Aufklärung und Bildung der Konsumenten ein Selbstverwaltungsziel der assoziativen Wirtschaft werden.

Eine gerechte Besteuerung von Unternehmen wird auch durch das auf europäischer Ebene diskutierte Lieferkettengesetz ermöglicht. Eine transparente Wertschöpfungskette (Lieferkette) ermöglicht zum einen den Kunden eine bewusste Kaufentscheidung, da sie positive und negative Einflüsse auf Mitmenschen und Umwelt (Mitwelt) durch das zu erwerbende Produkt bewerten können.

Ebenfalls ermöglicht die Steuer dem Staat höhere Einnahmen für Produkte mit externalisierten finanziellen Effekten als Ausgleich der entstehenden Ökologiekosten. Externalisiert bedeutet: Produkte haben Auswirkungen auf Mitmenschen und Mitwelt, deren negative Folgen nicht vom Unternehmen getragen werden. Durch eine höhere Steuer gilt es, hier Preisgerechtigkeit im Sinne der Nachhaltigkeit zu schaffen.

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Wege zu einer gerechteren Besteuerung: Langfristiges Ziel

Langfristig soll die Wirtschaft das Ziel der Bedarfsdeckung aus eigenem Antrieb verfolgen. Aufgeklärte Konsumenten beziehen zunehmend Naturschutz und Nachhaltigkeit ein. Bildung und Aufklärung brauchen jedoch Jahre.

3 Wege zu einer gerechteren Besteuerung

  • Übergangsweise Wirtschaftspolitik: Der Staat setzt zunächst die heute übliche Politik fort.
  • Nachhaltigkeit fördern: Aufbauende und regenerative Maßnahmen für Natur und Mensch werden gefördert.
  • Steuern vereinfachen: Die Zahl der Steuerarten sinkt, die Regeln werden verständlich.

Wege zu einer gerechteren Besteuerung und Dreigliederung

Das Rechtsleben erhebt Steuern für seine Aufgaben, Wirtschaft und Geistesleben finanzieren sich selbst. Mehr dazu in Steuern, Gewinne anders versteuern und Vererbung von Vermögen. Grundlagen: Wikipedia: Steuerrecht.

Häufige Fragen

Was heißt gerechter? Gleiche Regeln für alle und Lasten nach Leistungsfähigkeit.

Wie kann ich mitwirken? Kommunalpolitik, Steuerinitiativen und Verbraucherentscheidungen.

Fazit: Wege zu einer gerechteren Besteuerung

Wege zu einer gerechteren Besteuerung ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer Wege zu einer gerechteren Besteuerung ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Wege zu einer gerechteren Besteuerung wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.

Gewinne anders versteuern: Münzen und Waage für gerechte Besteuerung

Sollten Gewinne anders versteuert werden?

Sollten wir Gewinne anders versteuern? Dieser Beitrag zeigt, warum die heutige Praxis das Allgemeinwohl belastet und wie eine gerechtere Steuerlast in der Übergangszeit aussehen kann.

Sollten Gewinne anders versteuert werden?

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben (s. Punkt Steuern), besonders im Kultur-, Bildungs- und Umweltbereich, benötigen Bund, Länder und vor allem auch viele Gemeinden heute mehr Geld.

Wir treten daher dafür ein, dass der Mangel in den genannten Bereichen reduziert wird, indem die Steuerlast gerechter verteilt wird. Die Praxis, gerade von Großunternehmen, die Gewinne in anderen Ländern mit niedrigeren Sätzen zu versteuern, schädigt das Allgemeinwohl und zerstört die Bereitschaft ehrlicherer Steuerbürger.

Eine von uns angestrebte assoziative Wirtschaftsstruktur wird nach und nach diese steuernde Aufgabe des heutigen Staates übernehmen und mittels gerechter Preise zu einer Blüte von Kultur und Bildung führen.

Dies soll unterbunden werden. Die Umsatzsteuerfreiheit für Devisengeschäfte und Transaktionshandel muss aufgehoben werden.

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Gewinne anders versteuern: Warum Reformen nötig sind

Bund, Länder und vor allem Gemeinden brauchen heute mehr Geld für Kultur, Bildung und Umwelt. Gleichzeitig verlagern große Unternehmen ihre Gewinne in Länder mit niedrigeren Steuersätzen. Das schädigt das Allgemeinwohl und untergräbt die Bereitschaft ehrlicher Steuerzahler, ihren Beitrag zu leisten.

Wer Gewinne anders versteuern will, muss deshalb dort ansetzen, wo sich Steuerlast verschieben lässt. Gemeint ist keine Strafe, sondern ein faires Verfahren, das alle gleich behandelt.

3 Gründe, Gewinne anders zu versteuern

  • Gerechtigkeit: Kleine Betriebe zahlen dort, wo sie arbeiten. Wer Gewinne verlagert, entzieht sich dieser Verantwortung.
  • Handlungsfähigkeit: Gemeinden brauchen verlässliche Einnahmen, um Schulen, Kultur und Umwelt zu finanzieren.
  • Vertrauen: Steuern werden gern gezahlt, wenn sie als gerecht empfunden werden.

Zugleich muss die Umsatzsteuerfreiheit für Devisengeschäfte und Transaktionshandel aufgehoben werden, damit Spekulation nicht begünstigt wird.

Übergang zur assoziativen Wirtschaft

Die Dreigliederung denkt weiter: Eine assoziative Wirtschaftsstruktur übernimmt nach und nach die steuernde Aufgabe des heutigen Staates. Über gerechte Preise fließt dann Geld dorthin, wo Kultur und Bildung entstehen. Bis dahin kann man Gewinne anders versteuern, damit der Übergang gelingt.

Mehr zu den Grundlagen findest du in Steuern und Wege zu einer gerechteren Besteuerung. Hintergrund zur Gewinnverlagerung: Wikipedia: Steuervermeidung.

Was du tun kannst

Informiere dich, wie deine Kommune ihre Einnahmen verwendet, und frage bei Wahlen nach, wie Politiker Gewinne anders versteuern wollen. Unterstütze Initiativen für Steuertransparenz in deiner Region.

Dreigegliederte Gesellschaft: Taschenrechner und Münzen auf einem Tisch

Welche Steuern braucht eine dreigegliederte Gesellschaft?

Welche Steuern braucht eine dreigegliederte Gesellschaft? Dieser Beitrag zeigt, wie ein schlanker Staat mit wenigen Steuern auskommt.

Welche Steuern braucht eine dreigegliederte Gesellschaft?

Ein zukünftiger moderner Staat ist im obigen Sinne schlank und konzentriert sich auf seine Kernaufgaben. Es sind heute eine Vielzahl staatlicher Aufgaben in Bereiche gerutscht, die entweder die Wirtschaft oder das Geistesleben eigenverantwortlich wahrnehmen sollten. Das Ausmaß an teils nicht nachvollziehbaren Steuern (mehr als 20 Steuerarten) ist auf ein Minimum zu reduzieren. Zur Übergangszeit könnten Steuern als Anreiz für nachhaltigeres Wirtschaften dienen und so z. B. überflüssige Aufwendungen für Verpackung oder energieintensive Herstellungsverfahren ohne Recycling regulieren.

Warum zu viele Steuern ein Problem sind

Das heutige Steuersystem in Deutschland umfasst über 40 verschiedene Steuerarten – von der Einkommensteuer über die Grunderwerbsteuer bis zur Hundesteuer. Diese Komplexität hat mehrere Nachteile:

  • Hoher Verwaltungsaufwand für Bürger, Unternehmen und die Verwaltung selbst
  • Undurchsichtigkeit – niemand kann das Gesamtsystem überblicken und verstehen
  • Steuervermeidungsoptimierungen werden attraktiver, je komplexer das System ist
  • Viele Steuern haben ursprüngliche Zwecke verloren und existieren historisch weiter

Welche Steuern sind sinnvoll?

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung sollten Steuern zwei Hauptzwecken dienen:

1. Finanzierung echter Staatsaufgaben: Rechtspflege, Polizei, Diplomatie, Infrastruktur im engeren Sinne. Alles, was der Staat im Kernbereich des Rechtslebens tut, muss finanziert werden – aber nicht durch eine unüberschaubare Anzahl von Steuern.

2. Lenkung unerwünschter wirtschaftlicher Aktivitäten: Abgaben auf CO₂-Emissionen, nicht-recyclingfähige Verpackungen, energieintensive Prozesse ohne Alternative – solange diese Aktivitäten stattfinden, können Steuern als Lenkungsinstrument dienen und gleichzeitig den Haushalt entlasten.

Was in die Dreigliederungs-Logik passt

  • Bodenwertsteuer: Wertsteigerungen von Boden entstehen durch gesellschaftliche Leistung (Infrastruktur, Stadtentwicklung) – nicht durch den Eigentümer. Eine Bodensteuer, die diesen gesellschaftlichen Wert abschöpft, ist folgerichtig.
  • Finanztransaktionssteuer: Kurzfristige Spekulation auf Finanzmärkten schadet dem Gemeinwohl. Eine Transaktionssteuer (Tobin-Steuer) würde diese dämpfen.
  • Verbrauchssteuern auf Schädliches: CO₂-Steuer, Plastiksteuer, Energiesteuer auf fossile Quellen – Lenkungswirkung statt reine Einnahmenerzielung.

Was gehört nicht in den Staatshaushalt?

Bildung, Kulturförderung, Wissenschaft, Sozialversicherung – diese Bereiche werden heute staatlich finanziert und verwaltet, gehören aber in die Eigenverantwortung des Geisteslebens bzw. in assoziative Wirtschaftsstrukturen. Wenn diese Bereiche ausgelagert werden, braucht es auch weniger Steuereinnahmen.

Ein schlanker, auf sein Kernmandat fokussierter Staat kommt mit weniger Abgaben aus – und kann trotzdem mehr Qualität im öffentlichen Leben ermöglichen.

Weiterführend: Armut und Reichtum · Grundsicherung · Boden, Rohstoffe, Gewässer · Allgemeinwohl dokumentieren

Steuern neu gedacht: Schlanker Staat, wenige Steuern

Ein zukünftiger Staat konzentriert sich auf seine Kernaufgaben. Viele Aufgaben gehören in Wirtschaft oder Geistesleben. Entsprechend sollten die Abgaben auf ein Minimum sinken.

3 Ideen für Steuern

  • Weniger Steuerarten: Die Vielzahl nicht nachvollziehbarer Abgaben wird reduziert.
  • Anreize für Nachhaltigkeit: Übergangsweise können Abgaben überflüssige Verpackung oder energieintensive Herstellung ohne Recycling lenken.
  • Klare Zuständigkeit: Der Staat erhebt nur Abgaben für seine eigenen Aufgaben.

Steuern und die Dreigliederung

Das Rechtsleben finanziert sich aus Abgaben, Geistesleben und Wirtschaft aus Schenkgeld und Preisen. Mehr dazu in Wege zu einer gerechteren Besteuerung, Gewinne anders versteuern und Vererbung von Vermögen. Grundlagen: Wikipedia: Steuer.

Häufige Fragen

Ist weniger Abgaben realistisch? Nur mit weniger Staatsaufgaben und klaren Zuständigkeiten.

Wer finanziert Bildung und Kultur? Schenkgeld, Stiftungen und Preise, nicht der Staat allein.

Fazit: Dreigegliederte Gesellschaft

Dreigegliederte Gesellschaft ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer dreigegliederte Gesellschaft ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Dreigegliederte Gesellschaft wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.

Wer Steuern vereinfachen will, sollte klein anfangen: Frage in deiner Kommune, welche Abgaben es gibt, wofür sie verwendet werden und welche entfallen könnten. Solche Fragen schaffen Transparenz und bereiten politische Entscheidungen vor, die langfristig zu einem schlankeren Staat und weniger Bürokratie führen.

Hilfreich ist auch der Blick ins Ausland: Wie andere Länder ihre Abgaben ordnen, zeigt, dass einfache Systeme möglich sind. Solche Beispiele erleichtern die Diskussion darüber, was in Deutschland vereinfacht werden könnte.

Titelbild zum Beitrag: Wann ist Privatisierung sinnvoll – und wann nicht?

Wann ist Privatisierung sinnvoll – und wann nicht?

Wann ist Privatisierung sinnvoll und wann nicht? Dieser Beitrag nennt Prüfsteine für eine verantwortliche Entscheidung.

Wann ist Privatisierung sinnvoll – und wann nicht?

Die bisherige (Teil)-Privatisierung von ehemaligem Staatsunternehmens- oder Gemeindeeigentum – Bahn, Telekom, Wasserwerke, Krankenhäuser und anderen kommunalen Einrichtungen – blieb nicht ohne negative Folgen für die Bürger und das Allgemeinwesen. In dieser Weise darf es nicht weitergehen.

Es ist klar zu trennen zwischen der Infrastruktur – Schienen, Straßen, Leitungen, Grund und Boden – und dem Betrieb und der Dienstleistung der Versorgung für die Bürger. Preise und Verfügbarkeit dürfen nicht unter dem Diktat der Profitmaximierung verfallen. Die Infrastruktur darf nicht der Willkürlichkeit von Investoren oder eigennützig agierenden Unternehmen überlassen werden.

An dieser Stelle werden übergangsweise klare Grenzen für die Besitzverhältnisse und die damit verbundene Nutzung durch den Staat benötigt. Die Veränderung ist nur durch Gesetze zu regeln, welche die Allgemeinheit schützen und die Gleichberechtigung im Zugang zur Versorgung sicherstellen.

Die Bilanz der Privatisierungen in Deutschland

Die Privatisierung der Deutschen Bahn AG ab 1994, der Deutschen Telekom und Post sowie zahlreicher kommunaler Energieversorger, Krankenhäuser und Wasserwerke war begleitet von großen Versprechen: Effizienz, Innovation, günstigere Preise. Die Realität sieht heute anders aus.

Die Deutsche Bahn kämpft mit Pünktlichkeitsproblemen, Investitionsstaus und einer hoch verschuldeten Bilanz. Privatisierte Krankenhäuser stehen unter Druck, Gewinne zu erwirtschaften – auf Kosten von Personal, Patientenversorgung und lokaler Verfügbarkeit. In mehreren deutschen Städten haben Kommunen bereits die Wasserversorgung zurückgekauft, weil private Betreiber die Grundversorgung nicht zuverlässig sicherstellen konnten.

Infrastruktur ist kein Marktgut

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung gehört Infrastruktur weder dem Staat noch dem Markt – sie gehört der Gemeinschaft. Schienen, Leitungen, Straßen, Datennetze: Diese Güter wurden durch die kollektive Leistung der Gesellschaft aufgebaut und dienen der Grundversorgung aller. Sie unterliegen damit dem Rechtsleben – der Sphäre, in der das Gleichheitsprinzip gilt.

Das bedeutet: Der Zugang zur Grundversorgung muss für alle gleich und bezahlbar sein, unabhängig davon, wo jemand wohnt oder wie viel er verdient. Gewinne aus dem Betrieb von Infrastruktur, die auf gesellschaftlichem Aufwand beruht, müssen der Gemeinschaft zugutekommen.

Was öffentlich bleiben muss

Aus Dreigliederungsperspektive sind folgende Bereiche nicht privatisierungsfähig:

  • Trinkwasserversorgung – Lebensgrundlage ohne Alternative
  • Schieneninfrastruktur – öffentliches Netz, auf dem Wettbewerb beim Betrieb möglich ist
  • Gesundheitsinfrastruktur – Krankenhäuser der Grundversorgung
  • Bildungseinrichtungen – staatliche Schulen und Hochschulen
  • Digitale Infrastruktur – Breitbandnetze als neue Grundversorgung

Der Betrieb dieser Einrichtungen kann von verschiedenen Trägern übernommen werden – staatlich, gemeinnützig, genossenschaftlich oder im Rahmen von Assoziationen. Entscheidend ist nicht die Trägerschaft, sondern das Prinzip: kein Diktat der Profitmaximierung bei Gütern des Allgemeinwohls.

Rekommunalisierung als Übergangslösung

In vielen deutschen Kommunen läuft der Prozess der Rekommunalisierung bereits: Energieversorgung, Wohnungsbau, öffentlicher Nahverkehr werden schrittweise zurück in öffentliche oder genossenschaftliche Hand gebracht. Das ist ein pragmatischer Übergangsschritt – auch wenn langfristig assoziative Modelle jenseits von Staat und Markt die treffenderen Antworten bieten.

Weiterführend: Grund und Boden, Rohstoffe, Gewässer · Unternehmen und Assoziationen · Kapital und Nutzungseigentum · Eigentum und Besitz

Privatisierung: Drei Prüfsteine

  • Infrastruktur trennen: Schienen, Straßen, Leitungen und Boden gehören in Gemeinschaftshand.
  • Betrieb offen halten: Dienstleistung kann von Unternehmen erbracht werden, wenn Ziele und Aufsicht klar sind.
  • Folgen prüfen: Bisherige Privatisierung von Bahn, Telekom, Wasserwerken und Kliniken brachte oft Nachteile für Bürger.

Privatisierung und Dreigliederung

Wo Rechts- und Wirtschaftsleben vermischt werden, entstehen Fehlentwicklungen. Die Dreigliederung trennt: Recht setzt den Rahmen, Wirtschaft führt Betrieb. Mehr dazu in Bahn: Ministerium oder Unternehmen?, Unternehmensverkauf und Kapitalgesellschaften. Grundlagen: Wikipedia: Privatisierung.

Was du tun kannst

Informiere dich über Entscheidungen in deiner Gemeinde und fordere öffentliche Verfahren, bevor Einrichtungen verkauft werden.

Gewässer, Boden und Rohstoffe: Fluss, Wiese und Felsen im Licht

Wem gehören Boden, Rohstoffe und Gewässer?

Gewässer, Boden und Rohstoffe: Wem gehören sie? Dieser Beitrag zeigt, warum Naturgüter Allgemeingüter sind und wie Nutzung statt Eigentum möglich wird.

Wem gehören Boden, Rohstoffe und Gewässer?

Auch der Boden, die gesamte Oberfläche der Erde, Gewässer, Meere, Luftraum, Rohstoffe, die gesamte Biosphäre und Natur sind nicht (ver-)käuflich oder vererbbar. Dies haben Urvölker wie die Hopi Indianer längst erkannt. Grund, Boden und die Natur sind Allgemeingüter.

Durch die Kapitalisierung von Grund und Boden entsteht gefesseltes oder gebundenes Vermögen – sozusagen ein weiterer Scheinwert wie das als Ware behandelte Vermögen. Das bedeutet nicht, dass wir Grund und Boden nicht einen betriebswirtschaftlichen Wert geben können. Die darauf angewendete Arbeit ist das Wertschaffende. Es besteht volkswirtschaftlich im Grunde kein Unterschied, ob wir Geld ausgeben, das einer willkürlichen Geldvermehrung entstammt, oder ob ich dem Grund und Boden Vermögenswert verleihe.

In beiden Fällen erschaffen wir Scheinwerte. Diese sind nicht durch reale wirtschaftliche Tätigkeiten hinterlegt. Durch solcherlei Geldvermehrung werden die Preise nach oben getrieben. Das Vermögen sucht sich einen Ort wie den Boden, um sich dort zu manifestieren. Eine neue Bilanzierungsform wie die der Wertebilanz dokumentiert nur noch die Nutzung und den Erhalt, die Abnutzung dieses Vermögenswertes.

Im Gedanken des Erbbaupacht Vertrags kommt dieses Prinzip zum Ausdruck, – nur, dass es sich um ein verstecktes Eigentumsprinzip handelt. Der Eigentümer bleibt eben der Eigentümer. Der Spekulation mit Grund und Boden und den daraus überteuerten Immobilien und Mietkosten könnte so Einhalt geboten werden. Dienstleistungen rund um den Grund und Boden würde nicht wertmehrend sein.

Sie sind als reine Ausgaben zu verbuchen. Preise für Grund und Boden steigen, wenn der Zins niedriger ist. Niedrige Zinsen haben ebenfalls zur Folge, dass eigentlich wertvollere Waren billiger hergestellt werden können.Grund und Boden bedarf einer sozial gerechten Nutzung und Pflege und darf nicht egoistischen Interessen anheimfallen.

Kriminell erscheint uns der nur noch in Deutschland erlaubte Erwerb von Immobilien mit Bargeld: Dadurch fließt illegitim erworbenes Geld in Immobilien und befeuert deren Preise. Die Planungshoheit der Gemeinden für die Nutzung von Grundstücken schätzen wir als Instrument, Interessen der Bürger zu realisieren.

Wir fordern, dass Spekulation und private Profitmaximierung mit Immobilien verhindert wird:

Im Unterschied zum menschlich vermehrbaren, überwiegend beweglichen Eigentum ist Grund und Boden nicht durch den Menschen vermehrbar. Das Nutzungsrecht für den Boden folgt automatisch dem Eigentum bzw. dem Nutzungsrecht der darauf befindlichen Bebauungen, z.B. Betriebsstätten als Nutzungseigentum (siehe auch http://www.gemeingutBoden.ch). Das Rechtsleben überwacht den rechtmäßigen Übergang vom einen zum anderen Nutzer.

Mit Grund und Boden nicht spekulieren

Wertsteigerungen durch Erweiterungen der Nutzung müssen, wenn sie nicht unterbunden werden, dem Staat zufallen.

 

Der Erwerb von Grund und Boden mit Bargeld muss (weil er der Geldwäsche aus illegalen Geschäften dient) strikt verboten werden.

Grundstücke, die von Kommunen erschlossen und von Besitzern nicht entsprechend genutzt werden, müssen entsprechend hoch besteuert werden. So werden Anreize für die Besitzer geschaffen, damit sie nicht über Jahre brach liegen.

Das Erbbaurecht verschafft zwar im Übergang Linderung. Langfristig jedoch wird eine rechtliche Neufassung des Eigentums im Sinne eines Verantwortungs-, Treuhand- bzw. Nutzungseigentums notwendig sein. Dies hat zur Folge, dass grundlegend neue Rechtsbegriffe in allen Gesetzeswerken eingeführt werden müssen.

* Herrmannstorfer, U.: Scheinmarktwirtschaft, Kapitel: Die Unverkäuflichkeit von Grund und Boden

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Boden, Rohstoffe und Gewässer: Drei Prinzipien

  • Allgemeingut: Boden, Meere, Luftraum und Rohstoffe sind weder käuflich noch vererbbar.
  • Nutzungsrechte: Wer Land nutzt, erhält ein Recht auf Zeit, nicht ein Eigentum.
  • Keine Kapitalisierung: Grund und Boden gebundenes Vermögen zu machen, schadet der Gemeinschaft.

Boden, Rohstoffe und Gewässer in der Dreigliederung

Das Rechtsleben ordnet die Nutzung gerecht, die Wirtschaft nutzt verantwortungsvoll, das Geistesleben bildet Verständnis für die Natur. Mehr dazu in Eigentum und Besitz, Wirtschaftswandel beginnen und Nutzungseigentum. Grundlagen: Wikipedia: Allmende.

Was du tun kannst

Unterstütze Bodenstiftungen, Gemeinschaftsgärten und Landwirtschaft, die Boden dauerhaft der Spekulation entzieht.

Fazit: Boden, Rohstoffe und Gewässer

Boden, Rohstoffe und Gewässer ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer Boden, Rohstoffe und Gewässer ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Boden, Rohstoffe und Gewässer wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.

Titelbild zum Beitrag: Wie sichern wir das Existenzminimum?

Wie sichern wir das Existenzminimum?

Wie sichern wir das Existenzminimum? Dieser Beitrag zeigt, warum Grundsicherung ein Menschenrecht ist und wer sie tragen kann.

Wie sichern wir das Existenzminimum?

Menschen und Bürger, die aus der Erwerbsarbeit herausgefallen sind oder derzeit keine Arbeitsleistungen erbringen können, benötigen finanzielle Unterstützung. Die Grundsicherung ist rechtlich zu gewährleisten, da sie ein Menschenrecht ist. Die finanzielle Absicherung dieser Unterstützungen ist durch die Wirtschaft, Unternehmen oder Assoziationen zu erbringen.

Was bedeutet Grundsicherung im Sinne der Sozialen Dreigliederung?

In der Sozialen Dreigliederung wird das Existenzminimum als Aufgabe des Rechtslebens verstanden – nicht als Almosen, sondern als verbrieftes Recht jedes Menschen. Jeder Mensch, unabhängig von seiner Arbeitsleistung, trägt zur gesellschaftlichen Gemeinschaft bei: durch Erziehung, Pflege von Angehörigen, ehrenamtliches Engagement oder schlicht dadurch, dass er lebt, lernt und konsumiert. Das Wirtschaftsleben wäre ohne die gesamte Gesellschaft als Konsumenten und als Träger von Kultur und Wissen nicht möglich.

Daraus folgt ein grundlegender Anspruch: Das Wirtschaftsleben ist verpflichtet, den Menschen, die ihm den Boden bereiten, ein würdiges Existenzminimum zu sichern. Diese Verpflichtung ist nicht freiwillig, sondern rechtlich verankert – ein Ausdruck des Gleichheitsprinzips, das die Soziale Dreigliederung dem Rechtsleben zuweist.

Würde statt Bürokratie

Das heutige System der Grundsicherung – in Deutschland als Bürgergeld bekannt, zuvor als Hartz IV – zeigt, wie eine gut gemeinte Absicherung zur Entwürdigung werden kann. Endlose Formulare, Auflagen, Sanktionen und der permanente Nachweis der Hilfebedürftigkeit erzeugen Stress, Scham und Abhängigkeit. Ein System, das Menschenrechte verwirklicht, darf nicht gleichzeitig Menschenwürde beschädigen.

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung liegt die Lösung in einer klaren Trennung der Verantwortlichkeiten: Das Rechtsleben legt das Existenzminimum fest und stellt die Finanzierung sicher. Das Wirtschaftsleben stellt die Mittel bereit. Das Geistesleben schafft die kulturellen und sozialen Rahmenbedingungen, in denen Menschen Sinn und Würde auch außerhalb der Erwerbsarbeit finden können.

Unterschied zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Die Grundsicherung im Sinne der Dreigliederung unterscheidet sich vom bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) in einem wichtigen Punkt: Sie ist bedarfsorientiert und zielt auf diejenigen, die sich vorübergehend oder dauerhaft nicht selbst versorgen können – sei es durch Krankheit, Alter, Erwerbslosigkeit oder familiäre Pflichten. Sie ist kein pauschales Einkommen für alle, sondern ein gezieltes Sicherheitsnetz, das Würde statt Bürokratie garantiert.

Gleichwohl ist eine schrittweise Entkopplung von Einkommen und Erwerbsarbeit aus Dreigliederungsperspektive denkbar: damit Menschen freiere Entscheidungen über ihre Lebensgestaltung treffen können, ohne in existenzieller Not zu sein.

Finanzierung durch das Wirtschaftsleben

Die Finanzierung der Grundsicherung ist Aufgabe der Wirtschaft, nicht des Staates im engeren Sinne. Unternehmen und wirtschaftliche Körperschaften tragen durch Steuern, Abgaben oder direkte Beiträge zur Gemeinschaft bei. Wer wirtschaftliche Wertschöpfung betreibt, tut dies immer auf dem Boden gesellschaftlicher Leistungen: Infrastruktur, Bildung, öffentliche Sicherheit, kulturelle Stabilität. Die Rückspeisung in die Gesellschaft – auch durch die Finanzierung des Existenzminimums – ist keine Last, sondern die Bedingung der Möglichkeit von Wirtschaft überhaupt.

Konkrete Schritte

  • Vereinfachung des Antragsverfahrens auf wenige Grundvoraussetzungen
  • Abschaffung von Sanktionen als Druckmittel gegen Bedürftige
  • Berechnung des Existenzminimums an realen Lebenshaltungskosten, nicht an statistischen Mittelwerten
  • Verbindung mit lokalen Unterstützungsangeboten – freiwillig, nicht verpflichtend
  • Transparente Veröffentlichung der Berechnungsgrundlagen durch die Organe des Rechtslebens

Eine Gesellschaft, die Menschen im Elend lässt, wenn das Wirtschaftsleben durchaus die Mittel hätte, ihnen ein würdiges Leben zu ermöglichen, verliert ihren inneren Zusammenhalt. Armut ist kein individuelles Versagen – sie ist ein Systemversagen. Die Soziale Dreigliederung bietet das konzeptionelle Gerüst, um dieses Systemversagen nicht mit Symptombehandlung zu überdecken, sondern strukturell zu beheben.

Weiterführend: Arbeit und Einkommen · Armut und Reichtum · Wirtschaftswandel beginnen · Stiftung für Arbeit

Existenzminimum: Drei Prinzipien

  • Menschenrecht: Das Existenzminimum ist rechtlich zu gewährleisten.
  • Solidarische Finanzierung: Wirtschaft, Unternehmen und Assoziationen tragen die Mittel.
  • Würde: Unterstützung soll Teilhabe ermöglichen und nicht beschämen.

Existenzminimum in der Dreigliederung

Das Rechtsleben sichert das Existenzminimum als gleiches Recht aller, das Wirtschaftsleben stellt die Mittel bereit. Mehr dazu in Arbeit und Einkommen, Stiftung für Arbeit und Erwerbslosigkeit und Kurzarbeitergeld. Grundlagen: Wikipedia: Existenzminimum.

Was du tun kannst

Unterstütze Initiativen, die Menschen in Not helfen, und sprich offen darüber, wie ein würdiges Existenzminimum aussehen kann.

Kunstwerke vor Kapitalisierung schützen: Gemälde im Museum

Wie schützen wir Kunst vor der Kapitalisierung?

Wie lassen sich Kunstwerke vor Kapitalisierung schützen? Dieser Beitrag zeigt, warum Kunst Allgemeingut sein sollte und wie Künstler am Wert ihrer Werke teilhaben können.

Wie schützen wir Kunst vor der Kapitalisierung?

Künstler schaffen und erhalten Einkommen

Bildwerke von van Gogh oder Monet erzielen bei Auktionen Rekordpreise in Millionenhöhe. Die Frage stellt sich, ob das gerechtfertigt ist. Künstler schaffen Kunstwerke, manchmal auch Meisterwerke. In der Regel ernten sie erst nach dem Tod den Ruhm. Ihre Kunstwerke werden, vor allem nach ihrem Tode, zur Kapitalanlage; die Erlöse aus Handel und Verkauf landen derzeit in den Geldbörsen der Verkäufer. Kunst sollte als Allgemeingut angesehen, nicht wie eine Art Ware behandelt werden. Natürlich können Künstler zu Lebzeiten ihre Kunstwerke verkaufen und so Einkommen erzielen von Käufern, Stiftungen oder Museen.

Um Künstler an der Wertschätzung, die ihre Werke oft erst im Laufe von Jahren oder Jahrzehnten erfahren, teilhaben zu lassen, erhalten sie bei einem Verkauf ihrer Werke jeweils die Hälfte des Verkaufserlöses. Werden Werke verstorbener Künstler verkauft, so spenden die Verkäufer die Hälfte des Verkaufserlöses in eine Stiftung, welche die Ausbildung und die Arbeit von anderen Künstlern fördert.

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Kunstwerke vor Kapitalisierung schützen: Das Problem

Bilder von van Gogh oder Monet erzielen bei Auktionen Rekordpreise. Zu Lebzeiten ernteten die Künstler davon wenig, den Ruhm meist erst nach dem Tod. Danach werden ihre Werke zur Kapitalanlage, und die Erlöse landen in den Geldbörsen der Verkäufer. Wer Kunstwerke vor Kapitalisierung schützen will, fragt: Wem gehört der Wert, den eine Gesellschaft über Jahrzehnte aufbaut?

3 Ideen, um Kunstwerke vor Kapitalisierung zu schützen

  • Kunst als Allgemeingut: Kunstwerke sind keine Ware wie andere, sondern gehören zum kulturellen Erbe.
  • Teilhabe der Künstler: Künstler erhalten bei Verkäufen einen Anteil, auch wenn der Wert erst später steigt.
  • Tragende Institutionen: Stiftungen, Museen und Käufer finanzieren Künstler schon zu Lebzeiten.

Kunstwerke vor Kapitalisierung schützen: Die Dreigliederung

Kunst gehört zum Geistesleben, das auf Freiheit beruht. Wird sie zur Kapitalanlage, folgt sie dem Markt und nicht der Wirkung. Das Folgerecht zeigt einen Weg, Künstler am Weiterverkauf zu beteiligen. Mehr zum Zusammenhang findest du in Ist jeder Mensch ein Künstler der Gesellschaft? und Stiftungen und Schenkungen.

Was du tun kannst

Kaufe Kunst direkt von Künstlern, unterstütze Galerien und Kulturvereine. Wer Kunstwerke vor Kapitalisierung schützen will, beginnt dort, wo Kunst entsteht.

Eigentum und Besitz: Schlüssel und Urkunde auf einem Tisch

Was unterscheidet Eigentum von Besitz?

Was unterscheidet Eigentum und Besitz? Dieser Beitrag zeigt, warum jedes Eigentumsrecht im Spannungsfeld zwischen Einzel- und Allgemeinwohl steht.

Was unterscheidet Eigentum von Besitz?

Jedes Eigentumsrecht steht in einem Spannungsfeld zwischen Einzel- und Allgemeinwohlinteresse. Im westlichen Liberalismus hat das römisch-rechtliche Privateigentum zu einer starken Betonung der Einzelinteressen geführt. Das System des sozialistischen Staatseigentums war historisch gesehen nicht erfolgreich.

In einer Übergangszeit verfallen alle Rechte an geistigem Eigentum nach spätestens 30 Jahren. Diese Werke werden dann Allgemeingut. Langfristig gibt es keinen Patentschutz im herkömmlichen Sinne mehr. Erfindungen mögen der Allgemeinheit dienen. Alle persönlichen Fähigkeiten, die bei umfassender Betrachtung gesamtgesellschaftlich ermöglicht wurden, fließen so als Früchte wieder in die Gesellschaft zurück.

Ziel eines neuen Eigentumsrechts sollte es sein, die Fähigkeiten der Menschen und die Produktionsmittel so zusammenzubringen, dass die natürliche Zusammengehörigkeit zwischen beiden, insbesondere die freie Einzelinitiative und das Verantwortungsgefühl, erhalten bleiben. Nach einem Überleitungsprozess tritt ein vorübergehendes Nutzungsrecht an die Stelle des bisherigen Eigentums.

Privates Eigentum sollte jeder Mensch auch in Zukunft für sein engeres, nicht berufliches Lebensumfeld haben. Dies kann gekauft, verkauft und bedingt vererbt werden. Der Übergang zum produktiven Nutzungseigentum, also zu allem für berufliche, produktive Zwecke verwendeten Eigentum, ist fließend.

Zwei Arten von Eigentum

Die Soziale Dreigliederung unterscheidet grundlegend zwischen zwei Eigentumsformen:

  • Persönliches Eigentum: Das Haus, in dem man wohnt; die Möbel, die man nutzt; die Bücher, die man liest. Dieses Eigentum dient dem individuellen Leben und verbleibt vollständig beim Einzelnen.
  • Produktives Nutzungseigentum: Fabrikgebäude, Maschinen, Acker, Computersysteme – alles, was für wirtschaftliche Tätigkeit genutzt wird. Dieses Eigentum hat immer eine gesellschaftliche Dimension, da es durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen erst möglich wird.

Das Nutzungseigentum wird an diejenigen übertragen, die es am besten verwalten können – die Menschen, die damit arbeiten, die nötige Fachkenntnis besitzen und Verantwortung übernehmen. Dieses Prinzip entspricht dem, was in modernen Unternehmensformen wie Genossenschaften, Stiftungsunternehmen oder Verantwortungseigentum bereits verwirklicht wird.

Das Ende des herkömmlichen Privateigentums an Produktionsmitteln

Was als wirtschaftliche Eigeninitiative eines Unternehmers begann, wird zur Konzernstruktur mit anonymen Anteilseignern – die keinen persönlichen Beitrag zur Wertschöpfung leisten, aber Entscheidungsrechte besitzen. Dieses System erzeugt Fehlanreize: Renditeerwartungen von Investoren dominieren über die Interessen von Mitarbeitern, Kunden und Gemeinschaft.

Das Nutzungseigentum löst dieses Problem: Es überträgt das Recht an einem Produktionsmittel auf diejenigen, die es aktiv nutzen und verantworten – auf Zeit und mit Rechenschaftspflicht gegenüber der Allgemeinheit.

Geistiges Eigentum und die Patentfrage

Geistiges Eigentum – Patente, Urheberrechte, Marken – ist in der modernen Wirtschaft zu einer zentralen Machtressource geworden. Pharmaunternehmen blockieren lebensrettende Medikamente durch Patentmonopole. Technologiekonzerne sichern sich durch Patentportfolios Marktdominanz, nicht durch Innovation. Das derzeitige System schützt nicht den Erfinder, sondern den Konzern.

Der Dreigliederungs-Vorschlag: Geistiges Eigentum steht dem Schöpfer zu – für eine begrenzte Zeit. Danach wird es zum Gemeingut. Damit kehren die Früchte der gesellschaftlich ermöglichten Kreativität dorthin zurück, wo sie entstanden sind: in die Gesellschaft.

Weiterführend: Kapital und Nutzungseigentum · Verantwortungseigentum ermöglichen · Privatisierung · Kunstwerke vor Kapitalisierung schützen

Eigentum und Besitz: Drei Unterschiede

  • Eigentum: Das Recht, über eine Sache zu bestimmen, im Liberalismus stark auf Einzelinteressen bezogen.
  • Besitz: Die tatsächliche Nutzung einer Sache, unabhängig vom Recht.
  • Allgemeinwohl: Jedes Eigentum bleibt dem Gemeinwohl verpflichtet.

Eigentum und Besitz in der Dreigliederung

Die Dreigliederung fragt, wem Eigentum dient. Geistige Rechte verfallen in der Übergangszeit nach spätestens 30 Jahren und werden Allgemeingut. Mehr dazu in Nutzungseigentum, Verantwortungseigentum und Grund und Boden. Grundlagen: Wikipedia: Eigentum.

Was du tun kannst

Prüfe, wo du Eigentum nutzt und wo bloßen Besitz, und frage, wem dein Eigentum dient.

Fazit: Eigentum und Besitz

Eigentum und Besitz ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer Eigentum und Besitz ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Eigentum und Besitz wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.

Arbeit neu denken und leben: Menschen arbeiten gemeinsam an einem Tisch

Ist Arbeit eine Ware – oder ein Beitrag zur Gemeinschaft?

Ist Arbeit eine Ware oder ein Beitrag zur Gemeinschaft? Dieser Beitrag zeigt, wie wir Arbeit neu denken und leben können.

Ist Arbeit eine Ware – oder ein Beitrag zur Gemeinschaft?

Die Bezahlung und damit die Käuflichkeit menschlicher Arbeit stellt heute einen Rest des alten Sklaventums dar. Menschen, die für einen Lebensunterhalt kämpfen müssen, können ihre Arbeit häufig nicht für das einsetzen, wofür sie eigentlich befähigt sind. Auf dem Arbeitsmarkt kämpfen auch die Arbeitnehmer für höhere Löhne und die Arbeitgeber für niedrigere. Diese Spannung ist unnötig und schadet dem Ganzen.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind so einzurichten, dass jeder eine der Arbeitsleistung entsprechende Entlohnung erhält, die es ihm ermöglicht, nicht nur sich selbst zu versorgen, sondern auch an allen kulturellen Gütern und Errungenschaften der Gesellschaft teilzunehmen. Jeder Mensch soll eine Maximalarbeitszeit nicht überschreiten müssen. Das Verhältnis von Höchst- zu Mindestlohn sollte im Verhältnis 1:10 nicht überschreiten.

Historischer Hintergrund

Die Idee der menschlichen Arbeit als handelbare Ware ist historisch jung und zutiefst problematisch. Erst im Industriezeitalter wurde Arbeitskraft vollständig kommerzialisiert – davor gab es Zünfte, Gilden, Gemeindewirtschaften und andere Formen der Arbeitsorganisation, die den Menschen als Ganzes in den Blick nahmen, nicht nur seine Produktivität.

Karl Polanyi beschrieb in „The Great Transformation“ (1944) treffend: Arbeit, Boden und Geld sind Scheinwaren – sie wurden durch historische Prozesse zu Waren gemacht, obwohl sie es von Natur aus nicht sind. Arbeit ist menschliche Tätigkeit und Lebensäußerung – kein Produkt.

Was es bedeutet, Arbeit neu zu denken

Arbeit neu zu denken bedeutet:

  • Entkopplung von Arbeit und Überleben: Ein Grundeinkommen oder bedarfsorientiertes Grundsicherungssystem gibt Menschen die Freiheit, zu wählen, wie und wo sie ihre Arbeitskraft einsetzen
  • Partnerschaft statt Arbeitgeber-Arbeitnehmer: Menschen arbeiten zusammen, nicht füreinander – mit geteilter Verantwortung, geteiltem Wissen, geteiltem Gewinn
  • Faire Einkommensverhältnisse: Das Verhältnis von Höchst- zu Mindestverdienst in einem Unternehmen sollte 10:1 nicht übersteigen
  • Maximalarbeitszeiten: Überarbeitung schadet Einzelnen und der Gesellschaft – gerechte Verteilung von Arbeit bedeutet auch, Arbeit zu verteilen

Modelle für eine andere Arbeitswelt

Es gibt bereits Unternehmen und Organisationen, die beweisen, dass es anders geht:

  • Mitarbeitereigentum (ESOPs): In den USA besitzen Millionen Mitarbeitende Anteile ihrer Unternehmen – mit nachweislich höherer Produktivität und Zufriedenheit
  • Genossenschaften: Mondragon in Spanien beschäftigt 80.000 Menschen in einer Genossenschaftsstruktur mit begrenzter Lohnspreizung
  • Holokratie und Soziokratie: Organisationsmodelle, die Hierarchien durch Kreise und Rollen ersetzen
  • 4-Tage-Woche: Studien aus Großbritannien, Island und Japan zeigen: Weniger Arbeitszeit führt zu gleicher oder höherer Produktivität

Die Transformation der Arbeit ist nicht nur wirtschaftlich – sie ist eine kulturelle Frage. Sie beginnt damit, wie wir über Arbeit denken, reden und leben.

Weiterführend: Arbeit und Einkommen · Grundsicherung · Stiftung für Arbeit · Eigentum und Besitz

Arbeit neu denken und leben: Vom Markt zur Gemeinschaft

Die Käuflichkeit menschlicher Arbeit ist ein Rest des alten Sklaventums. Wer um den Lebensunterhalt kämpfen muss, kann seine Fähigkeiten oft nicht dort einsetzen, wofür er befähigt ist. Arbeit neu denken und leben heißt, dieses Verhältnis zu verändern.

3 Ideen, Arbeit neu zu denken

  • Entlohnung nach Leistung: Jeder erhält eine Entlohnung, die der Arbeitsleistung entspricht.
  • Weniger Gegnerschaft: Der Kampf um höhere und niedrigere Löhne ist unnötig und schadet dem Ganzen.
  • Befähigung ermöglichen: Menschen sollen Arbeit leisten können, die zu ihnen passt.

Arbeit neu denken und leben mit der Dreigliederung

Die Dreigliederung trennt Arbeit und Einkommen: Arbeit ist Beitrag zur Gemeinschaft, Einkommen ist der Anteil, der das Leben ermöglicht. Mehr dazu in Arbeit und Einkommen, Menschenrechte am Arbeitsplatz und Stiftung für Arbeit. Grundlagen: Wikipedia: Arbeit.

Häufige Fragen

Ist Arbeit keine Ware? Menschen bringen sich ein; was bezahlt wird, sind die Ergebnisse, nicht der Mensch.

Was kann ich tun? Im Betrieb Mitbestimmung fördern und faire Entlohnung ansprechen.

Fazit: Arbeit neu denken und leben

Arbeit neu denken und leben ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer Arbeit neu denken und leben ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Arbeit neu denken und leben wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.