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Unternehmensgewinne und Einkommen

Unternehmensgewinne und Einkommen

Wir beanspruchen in der Zusammenarbeit mit anderen jeweils nur denjenigen Teil der gemeinsamen Erlöse, der uns nach Gesetzen und Vereinbarungen zusteht.

Wir treten dafür ein, dass entstehende Verluste solidarisch getragen werden und dass Überschüsse der Gemeinschaft zugutekommen und Organisationen zur Weiter-entwicklung unserer sozialen, kulturellen und ökologischen Lebensbedingungen einen Anteil bekommen.

Die aktuelle Praxis in Wirtschaftsunternehmen zeigt, dass aus dem Geschäftsbetrieb entstehende Verluste weitgehend von den Mitarbeitenden getragen werden, indem ihnen Kurzarbeit, Lohnkürzungen oder Entlassungen aufgebürdet werden. Im Gegensatz dazu werden „Gewinne“ in der Regel den Kapitalgebern ausgeschüttet, obwohl „Gewinne“ offensichtlich weitgehend den Mitarbeitenden zu verdanken sind. Wir erwarten daher gesetzliche Regelungen, wie mit „Gewinnen“ zukünftig verfahren wird. Vor allem soll geregelt werden, welche Anteile den Mitarbeitenden zugutekommen müssen.


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Unternehmen und Assoziationen

Unternehmen und Assoziationen

Assoziation

 

ÜBER WIRTSCHAFTSASSOZIATIONEN

 

 WAS IST EINE ASSOZIATION? 

Eine Assoziation ist ein freier Zusammenschluss von Menschen den Bereichen Produktion, Handel und Konsumption. Die Assoziierten finden zusammen unter Wahrung ihrer jeweiligen unternehmerischen und individuellen Souveränität. Mit vielseitigen Kompetenzen ausgestattet assoziieren diese sich aufgrund ihrer gemeinsamen Interessenlage. Die Assoziation hat eine rein wirtschaftliche Orientierung. Sie ist nicht programmatisch, sondern fußt auf wirtschaftlichen Realitäten. Assoziationen sind keine Organisationen, niemals Kartelle, weder Genossenschaften noch Kooperationen im althergebrachten Sinne. Assoziatives Handeln existiert schon seit Jahrhunderten vorindustrieller Zeit. Nur war dies unbewusster Natur. Assoziationen reduzieren sich nicht auf eine Branche. Es gilt der Grundsatz: gleiche Interessen in einen erkenntnismäßigen Austausch zu bringen und Handlungen zu evozieren. Konsultative, kooperative Gespräche finden in der Assoziation ihren Ort und ihre Form. Es gibt keine Vorgabe für die Größe einer Assoziation. Sie lässt wirtschaftliches Verständnis exponentiell wachsen und sichert die beste Verteilung von Expertenwissen mit dem, was getan werden muss. Keinesfalls ist das Prinzip der Assoziation im Mikroökonomischen zu verorten. Ganz im Gegenteil. Aus verschiedenen zusammenarbeitenden Assoziationen erlangen diese volks- und weltwirtschaftliche Wirksamkeit.

 

 

WIE WERDEN ASSOZIATIONEN WIRKSAM?

Ziele einer Assoziation können vielfältig sein, wie auch die Anzahl zu gründenden Assoziationen selbst. Ein Ziel kann die Schaffung günstigerer Rahmenbedingungen für die Produktion und den Handel von Waren und Dienstleistungen sein. Assoziationen dienen dazu, den Austausch von Informationen, Erkenntnissen und Erfahrungen zwischen den Assoziierten zu fördern. Gemeinsame Projekte und Initiativen können so entstehen. Die Assoziationen dürfen nicht durch den Staat, das Rechtsleben oder übergriffige Organisationen beeinträchtigt werden. Alles, was zu einem assoziativen Entschluss führt, geschieht aus freier Einsicht und Erkenntnis. Assoziationen sind auf deren Willen gebaut. Assoziationen entwickeln aus dem Anschauen der Konsumption die beste Art der Produktion. Weder sollten Verurteilung noch Manipulation der Bedarfe stattfinden. In der Assoziationsarbeit geschieht ein erfahrungsbasierter Austausch – ergänzend und weiterführend in Urteile – diese Urteile können daraufhin mit anderen geteilt werden.

Dazu bedarf es lebendiger Bilder, Imaginationen für die Beschreibung realer wirtschaftlichen Vorgänge. Assoziationen fördern bedachtes, kooperatives Wachstum. Sie sind bedarfs- und nicht erwerbswirtschaftlich – im Sinne ausschließlicher Profitmaximierung und Wettbewerb – tätig. Assoziationen wirken kooperations- statt Konkurrenz-fördernd. Das Prinzip der Konkurrenz gilt allein im Wettbewerb der Ideen.

Drei prozessuale Schritte können bei der Arbeit durchlaufen werden:

·      Wirtschaftliche Vorgänge gemeinsam anschauen und gemeinsam verstehen. (Erkenntnisbildung)

·      Beurteilung der gefundenen Lage (Menge der Ware, Preis, Nachfrage, Kaufkraft, …).

·      Neue Gestaltung (Qualität, Menge, Preis, …).

·      Eine Assoziation kann unabhängige Agenten zur Bedarfsermittlung bestimmen. Die Agenten kommen möglichst aus dem freien Geistesleben und treten als Individuen auf. Sie agieren als unabhängige Sachverständige, jeweils für die Bereiche Warenproduktion, Warenzirkulation und Warenkonsum.

 

WARUM SIND ASSOZIATIONEN SINNVOLL?

Assoziationen wirken selbstregulierend. Aus ihrer Arbeit entstehen in gesunder Weise die Prozesse zur Preisbildung, die Größe von Unternehmen, die Menge an Warenerzeugung und die Bildung von Strukturen in der Wirtschaft. Ein zentrales Thema ist die Preisbildung – das Thermometer der Wirtschaft. Preise bilden sich durch die Assoziationsarbeit auf eine neue sozial verträgliche Art; nicht als Diktion. Assoziationen haben nicht die Aufgabe, Preise direkt zu beeinflussen oder festzulegen. Die Preise bilden sich ferner frei auf dem Markt. Die assoziierten Menschen können Vereinbarungen treffen. Unter anderem, um ihr Gebaren in Bezug auf Warenerzeugung und Nachfrage zu regeln. Durch die Beurteilung der volkswirtschaftlichen Prozesse durch die Assoziierten bewirkt eine natürliche und selbstgeschaffene Regulation in den oben genannten Feldern. Alles beginnt mit der wirtschaftlichen Urzelle – Produzenten erhalten für ihre Warenleistung eine Gegenleistung. Im Anbeginn dieses Prozesses findet eine Bewertung und folgend die erste Preisbildung statt. Zur Assoziationsarbeit gehört ebenso, eine Überschau der relevanten volkswirtschaftlichen Prozesse zu erlangen. Assoziationen führen so zur Reduktion der Preiskonkurrenz. Und damit zur Verhinderung von Machtkonzentration und Kartellbildung – Hier sprechen Produzenten und Handel als Kartell die Preise ab oder diktieren diese der Konsumption.

Die Begriffsbildung ‚Ware‘ geschieht am realistischsten in Wirtschaftsassoziationen, da die Beteiligten die notwendigen Kompetenzen dazu verfügen und die realen Prozesse im Bewusstsein tragen. Der Begriff „Ware“ entsteht in der Assoziation also als Prozess der vielen und nicht des Einzelnen. Er ist nicht durch das Individuum allein zu erfassen. Ware ist gleichsam ein soziales Arbeitsprodukt von hoch komplexer Natur. Imaginationen sind zum richtigen Verständnis des tatsächlichen Warenbegriffes sehr hilfreich. Das Denken in Bildern führt zu Urteilen als Grundlage für das Handeln. Letztendlich geht es auch um eine Harmonisierung des eigenen Tuns mit dem Handeln der anderen. Die Assoziation ist ein Aktionsfeld für die Brüderlichkeit – Solidarität im Sozialen.

 

 

ASSOZIATION ALS ZUKUNFTSIMPULS

Assoziationen entfalten durch die Tätigkeiten wirtschaftlich frei handelnder Menschen Kraft – nicht durch Organisationen oder staatliche Einflussnahme. Sie ermöglichen eine unabhängigere Gestaltung des Wirtschaftslebens. Assoziationen fördern die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Assoziierten und ihren Arbeitsfeldern. Eine Assoziation im Wirtschaftsleben bedarf gemeinsamer Ziele und Werte, die es gemeinsam zu finden gilt. Klare Strukturen und Regeln erschaffen eine gute Kommunikation und fördern eine wirksame Zusammenarbeit. Diese entwickelt sich allein durch den Willen der Assoziierten und ihrer gemeinsamen Arbeit. Eine notwendige Neugestaltung der Wirtschaft wird von den Beteiligten selbst in die Hand genommen. Dieser Wandel kann nicht verordnet werden. Die Frage kann laut werden, welche Rechtsform eine Assoziation haben möge. In der Vergangenheit wurden Assoziationen im Ernährungsbereich oftmals als Verein gegründet. Auch Aktiengesellschaften oder Genossenschaften wurden als gesellschaftsrechtliche Form gewählt. Entscheidend ist bei der Einrichtung einer Assoziation, dass eine mögliche Rechtsform aus dem Kreis der Initianten ausgewählt wird, die zu einer Gründung führen kann.

Fußnote 1

Die Idee der Assoziation kann nicht ohne die Idee der sozialen Dreigliederung verstanden werden. Wirksamkeit erlangen die drei Glieder Kultur- und Geistesleben und Rechtsleben nur in Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben. Vertiefung erfährt der Leser hier:

Rudolf Steiner. GA 23 – Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft. 6. Aufl. Dornach: Rudolf Steiner Verlag, 1976

Rudolf Steiner. GA 24 – Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage 1915 bis 1921. 2. Aufl. Dornach: Rudolf Steiner Verlag, 1982

Rudolf Steiner. GA 340 – Nationalökonomischer Kurs. Aufgabe einer neuen Wirtschaftswissenschaft, Band I. 5. Aufl. Dornach: Rudolf Steiner Verlag, 1979 (siehe S. 57, 120, 126, 136, 242, 243, 246, 257)

Wirtschaftsleben und Assoziation, Herausgegeben von Sylvain Coiplet, Verlag Institut für soziale Dreigliederung, ISBN: 978-3-945523-24-7

Fußnote 2

Die Ware (Wirtschaftsleben) ordnen wir den imaginativen Erkenntniskräften zu. Die Arbeit (Rechtswesen) dem Inspirativen und das Kapital (Geistesleben) der Intuition.

Ohne freie Unternehmen kann es keine freie Wirtschaft geben. Freiheit ist nicht zu verstehen ohne notwendige Rahmenbedingungen, die eine zukunftsorientierte Wirtschaft und Gesellschaft so dringend benötigt. Jede wirtschaftliche Aktivität beruht auf der Leistung der Unternehmen aus der Produktion, des Handels und des Dienstleistungssektors; auch Einrichtungen der Kultur, Bildung und Wissenschaft, Schulen, Krankenhäuser oder soziale Einrichtungen erbringen unternehmerische Leistungen.

Freie Unternehmen agieren in wirtschaftlichen Zusammenhängen, in denen sich Menschen mit ihren Fähigkeiten zu einem bestimmten Unternehmensziel verbinden. Insofern jedes einzelne Unternehmen seine eigenen ökonomischen Impulse und Ziele verfolgt, ist es eine Einheit. Zugleich ist es in der globalen Produktion ein Glied des Ganzen. Unternehmen sind kommunikativ vernetzt. Assoziationen sind – gebaut auf ökonomischer Urteilsbildung und Souveränitätsausübung – das Fundament einer neuen Unternehmensordnung; hier werden die Grundlagen der Produktivität (Grund und Boden, Produktionsmittel) von Produzenten, Dienstleistenden, Händlern und Konsumenten gemeinschaftlich betrachtet und beraten. Anschließend wird ein fairer Interessenausgleich angestrebt. 

Die Umorganisation wird von den Beteiligten der Wirtschaft selbst in die Hand genommen. Dieser Strukturwandel kann nicht einfach „von oben“ verordnet werden. Es hat ein Lernprozess auf allen Ebenen einzusetzen.

Wie in einer Großfamilie müssen die physischen, menschlichen und finanziellen Ressourcen den Gegebenheiten ständig neu angepasst werden. Nur, dass heute nicht mehr nur das Familienoberhaupt entscheidet, sondern, dass alle Familienmitglieder, ihren Fähigkeiten entsprechend, bei der Umorganisation mit einbezogen werden.

Mit den Assoziationen wird das der ganzheitlich-globalen Wirtschaft fremde Verständnis von privatem und staatlichem Eigentum an Produktionsmitteln überwunden und ein neuer Begriff einer Unternehmensverantwortung für Eigentum gebildet.

Wirtschaft sucht von sich aus Zusammenarbeit und Austausch. Das Prinzip der Konkurrenz gilt allein im Wettbewerb der Ideen.

Auf verschiedenen Ebenen benötigen wir Menschen unterschiedlicher Interessensbereiche, die sich zu Assoziationen zusammenschließen. Diese finden sich beispielsweise zum Weiterbestehen eines Dorfladens auf lokaler Ebene, zur Koordination der Busbetriebe auf regionaler Ebene, bis hin zu Wiederaufforstungsprogrammen auf internationaler Ebene zusammen. 

Es wird kurzzeitige Assoziationen zu Lokal- oder Sachbereichen geben, aber es werden sich auch langfristige Assoziationen zu Fachbereichen von lokalen bis zu internationalen Belangen bilden. Dabei sind die Bedürfnisse der Menschen und die Erhaltung der natürlichen Grundlagen nicht aus den Augen zu verlieren.

Arbeit an einem erweiterten Begriff von Assoziationen im Wirtschaft- und Geistesleben


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Erwerbslosigkeit und Kurzarbeitergeld

Erwerbslosigkeit und kurzarbeitergeld

Eine bevorstehende globale Rezession könnte zur Folge habe, dass viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Um das zu verhindern, hat die Regierung ein nie zuvor dagewesenes Konjunkturpaket beschlossen. Dessen größter Bestandteil ist das Kurzarbeitergeld. Der Staat bezuschusst die Unternehmen, die das Gehalt der Mitarbeiter weiterzahlt. Höhe und Laufzeit sind variabel. Viele Wirtschaftsunternehmen würden ohne die staatliche Finanzierung des Kurzarbeitergeldes in Konkurs gehen. 

Eine riesige Arbeitslosigkeit entstünde. Kurzarbeitergeld erscheint beim ersten Hinsehen als Segen, da er Arbeitsplätze sichert.

Wenn zur Bewältigung der Krise schon so viele Schulden geschaffen werden, dann sollten diese Mittel mehr für Forschung, Bildung und Anreize für einen zukunftsfähigen Strukturwandel genutzt werden.

Wir sind der Auffassung, dass es nicht die Aufgabe des Staates ist, Kurzarbeitergeld zu finanzieren. Eigentlich sind die Finanzierung und Auszahlung der Einkommen die originäre Pflicht der Unternehmen. Assoziative Unternehmensräte könnten die Verteilung der Mittel regeln. Unternehmen übernehmen zu wenig Verantwortung für ihre Mitarbeiter, wenn sie diese wohlfeil und gut begründet, jedoch ohne Konsequenzen auf die Straße setzen. Die Verantwortung wird beim Staat und damit den Steuerzahlern abgeladen.


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Arbeit und Einkommen

Arbeit und Einkommen

Ein gesundes Unternehmenswesen sorgt für alle Mitarbeiter, indem es die Grundbedürfnisse durch Einkommen deckt. In einer arbeitsteiligen Welt arbeitet der Kollege ebenso für sich wie für die anderen Mitarbeiter. So erhält die Arbeit einen Sinn und wertmäßig einen Ausgleich.

Arbeit im konventionellen Verständnis ist bezahlte, abhängige, ganztägige und außerhäusliche Vollerwerbstätigkeit, – in ihrem Entstehen untrennbar verbunden mit der Industrialisierung und einem Bewusstsein vom Menschen als Stellrad des Unternehmenswillens. Gemeinhin verstehen wir unter der arbeitsteiligen industriellen Welt Arbeit als Ware. Diese halten wir für käuflich. Dabei baut die Arbeit auf einem Menschenrecht auf und gehört damit zentral dem Rechtsleben an.

Menschen erhalten Lohn oder Gehalt für ihre geleistete Arbeit. Das ist eine Verknüpfung, die zu unsozialem Verhalten führt. Einkommen zu erzielen und seine Arbeit zu erbringen, sollte unabhängig voneinander gelebt werden. Damit kann Arbeit als sinnstiftend für das Leben der Arbeitenden wirken. Einkommen dienen so der Ermöglichung des Lebens der Arbeitenden. Sie entstammen aus den Einnahmen der Erlöse für Waren oder Dienstleistungen. Jedem Mitarbeitenden kann so ein individueller Teil davon zuerkannt werden. Einkommen von Vorständen und Top-Führungskräften werden im Rechtsleben gesetzlich ins Verhältnis zu den Einkommen der Mitarbeiterschaft gesetzt.

Die Arbeit hat für den Menschen und die Gesellschaft eine zentrale Bedeutung. Arbeit ist für den Menschen ein Teil seiner Sozialität und seiner Entwicklung. 

Volkswirtschaftlich beginnt der Wert der Arbeit, wenn die Natur durch die menschliche Tätigkeit verändert/veredelt wird. Die Arbeit wirkt vermögensbildend. Sie korreliert sowohl mit den geistigen wie mit den sozialen Ressourcen. Damit wird klar, dass Automaten oder Roboter keine Arbeit leisten. Sie sind intelligente Maschinen. Sie sind darauf programmiert, Teile der Produktion in einer bestimmten Zeit herzustellen oder bestimmte Aufgaben zu erledigen. Sie erbringen Leistungen. Das bedeutet, sie erledigen bestimmte und vorgedachte, geplante Aufgaben. Arbeit hingegen ist menschengebunden. Sie basiert auf individuellen Anteilen von Mitverantwortung im Rahmen des Unternehmens. Dafür erhält der Mitarbeiter ein Einkommen, um davon seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die Arbeit hat für den Menschen und die Gesellschaft eine zentrale Bedeutung. Arbeit ist für den Menschen ein Teil seiner Sozialität und seiner Entwicklung. Volkswirtschaftlich beginnt der Wert der Arbeit, wenn die Natur durch die menschliche Tätigkeit verändert/veredelt wird. Die Arbeit wirkt vermögensbildend. Sie korreliert sowohl mit den geistigen wie mit den sozialen Ressourcen. Damit wird klar, dass Automaten oder Roboter keine Arbeit leisten. Sie sind intelligente Maschinen. Sie sind darauf programmiert, Teile der Produktion in einer bestimmten Zeit herzustellen oder bestimmte Aufgaben zu erledigen. Sie erbringen Leistungen. Das bedeutet, sie erledigen bestimmte und vorgedachte, geplante Aufgaben. Arbeit hingegen ist menschengebunden. Sie basiert auf individuellen Anteilen von Mitverantwortung im Rahmen des Unternehmens. Dafür erhält der Mitarbeiter ein Einkommen, um davon seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Der Umgang mit der Frage der Trennung von Arbeit und Gehalt wird in den Unternehmen geklärt und neu bestimmt.


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Kaufen, Leihen und Schenken

Kaufen, Leihen und Schenken

Bei der Entstehung von Preisen lässt sich erkennen, welche Impulse und Kräfte in der Volkswirtschaft wirksam sind. Dies besonders, wenn ein Wert mit einem anderen Wert in Wechselwirkung tritt. So entsteht eine aufeinander wirkende und fluktuierende Zirkulation. Merkur oder Hermes stehen Pate. Die preisbildenden und -bedingenden Tätigkeiten sind Kaufen, Leihen und Schenken.

Realistische und sozial verantwortbare Preise entstehen, wenn ein Unternehmer einen Gegenwert erhält, der sich aus der Summe seiner Bedürfnisse und Notwendigkeiten, eingeschlossen der ihm zugehörigen Mitarbeiter errechnet, – und ferner, bis er wieder alle Aufwendungen für ein neues Produkt verfertigt hat. Wirtschaften bedeutet bekanntlich, Erzeugnisse zum Austausch unter Menschen zu bringen. Dieser Austausch bedingt die Preisbildung. Im volkswirtschaftlichen Prozess entstehen und vergehen Werte. Bei dem Weg, den ein Produkt durchläuft, von der Natur, der Arbeit, der Organisation der Arbeit bis zu dem Punkt, wo es beim Verkauf an den Konsumenten übergeht, gibt es eine Wertsteigerung. Ab dann tritt fortwährend eine Entwertung ein.

Natürlich bedarf es auch einer gewissen Haltung beim Verkauf oder bei der Vermietung, den Preis nicht in die Höhe zu treiben. Zwischen Eigentum und Besitz besteht bekanntlich ein feiner, aber sehr gewichtiger Unterschied. Nach unserem geltenden Recht kann ich eine Sache besitzen. Aber sie muss mir nicht gehören. Wenn ich etwas stehle, besitze ich es zwar, aber Eigentümer werde ich dadurch nicht. Eigentum ist das Recht an einer Sache, und zwar auch verbunden mit Pflichten. Besitzer ist derjenige, in dessen Einflussbereich sich die Sache befindet. Er kann auf sie zugreifen, über sie herrschen. 

Wie können wir ernsthaft behaupten, dass die Erde unser Eigentum wäre, oder ein Stück Land oder eine sonstige natürliche Ressource? Aus dem Eigentum Kapital zu schlagen, funktioniert immer noch (Prinzip Kaiser, König und Adel). Dies hat solche Blüten getrieben, dass weltweit 42 Zeitgenossen so unfassbar viel Vermögen anhäufen konnten.[1]

Kreditausfall und Eigenkapitalanforderung: Wird ein Kredit von einem Bankkunden nicht bedient und fällt aus, dann kann die Bank das vormals im Gegenzug erzeugte Buchgeld natürlich nicht einfach wieder abschreiben. Es wurde durch Bezahlvorgänge endgültig zu anderen Kunden transferiert. Für die Bank schlägt sich daher der nach Verwertung der Sicherheiten verbleibende Vermögensverlust der Aktivseite in vermindertem Eigenkapital nieder. Dies ist das Kreditrisiko für die Bank. Fallen einer Bank zu viele Kredite aus, erfüllt sie nicht mehr die Eigenkapitalvorschriften der Finanzaufsicht und kann somit zur Liquidation gezwungen werden. Gemäß Basel III[2] muss eine Bank für die Positionen auf der Aktivseite je nach Ausfallwahrscheinlichkeit bis zu 8 % Eigenkapital reservieren. Großbanken sind i.d.R. systemrelevant, too big to fail, und werden, wie nach der Weltwirtschaftskrise 2008, auf Kosten der Steuerzahler ausgewählt, gerettet oder fallen gelassen. Höchst „ungesund”, das heißt: dem Allgemeinwohl abträglich, sind die in Deutschland üblichen „Landesbanken“, die von den Bundesländern gegründet wurden und betrieben werden. Sie mussten in der Vergangenheit durch viele Milliarden Steuergelder vor Konkursen gerettet werden, Gelder, die damit dem Allgemeinwohl entzogen wurden.

[1] https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_43_2018.pdf

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Basel_III


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Kapitalgesellschaften, Börse und Risiken

Kapitalgesellschaften, Börse und Risiken

Finanzprodukte und deren 20 handelnde Konzerne verwalten 2019 ein Kapital von 44.335 Milliarden US-$ (44.335.000.000.000). Zum Vergleich belief sich das Bruttoweltprodukt (BWP) 2014 auf 77.451 Milliarden US-$ (77.451.000.000.000). Leicht ist zu erkennen, dass diese Konzerne mehr oder weniger im Hintergrund mehr als die Hälfte der Weltwirtschaft über ihre Beteiligungen an den Aktiengesellschaften und Fonds kontrollieren können. Der Wirtschaftsbereich sollte in einem umfassenden Sinne die Verantwortung für seine Handlungen übernehmen. Entstehende Schäden an der Umwelt oder im Sozialen, wie durch Massenentlassungen, müssen auch durch die Wirtschaftsunternehmen finanziell ausgeglichen werden. Ein Auslagern der Folgekosten auf den Staat sollte nicht mehr möglich sein. 


  • Finanzkonzerne arbeiten nicht unter Bankenaufsicht wie BaFin und sind nicht Basel III unterlegen.
  • Anleger haben kein Mitspracherecht mehr.
  • Entscheidungen werden mathematisch gefällt und können in Bruchteilen von Sekunden ausgeführt werden – first come, first serve.
  • Private Altersvorsorgesysteme und Banken sind die größten Kunden dieser Finanzkonzerne.
  • Die Finanzkonzerne sind über ein Netz von gegenseitigen Beteiligungen verbunden und damit nahezu unangreifbar.
  • Direkte oder indirekte Mehrheiten sorgen für faktische Machtkonzentration über die AG Konzerne.

 

AKTIENGESELLSCHAFT

  1. Sinnvolle Veränderungen des Aktienrechts im Rechtsleben verankern
  2. Stimmenproporz von aktiven und passiven Beteiligungsformen; deren Stimmrecht neu ordnen
  3. Aufsichtsrat: Parität von Mitarbeitenden und anderen gewählten Vertretern
  4. Abstimmungen von grundsätzlicher Bedeutung bedürfen der Zustimmung der Mitarbeitenden

Finanzprodukte sind nicht hinreichend abgesichert. Bei einem Börsencrash oder einer Wirtschaftskrise können Anleger ihre Anlagen oder Rentenansprüche verlieren, wenn ein Finanzkonzern Konkurs macht. Gesetzliche Rücklagenbildung müssen als Verpflichtung bestehen.

Finanzkonzerne sind als systemrelevant einzustufen, um mehr Transparenz zu erzielen.

 

Das Kartellrecht sollte übergangsweise härter gefasst sein, bis assoziatives Zusammenwirken nachweisbar funktioniert.

 

Obergrenzen von Aktienbeteiligungen sind gesetzlich festzulegen.

 

Eine Mindestlaufzeit von Aktienbesitz ab beispielsweise 1 Jahr ist gesetzlich zu regeln. (Aufgabe des Rechtslebens)

 

Bei unbotmäßiger Größe eines Konzerns sollte er zerschlagen werden. Dabei sollte die Versorgung von Menschen in den Vordergrund gestellt werden.

Steuerschlupflöcher sind zu schließen, eine gerechte Besteuerung einzuführen.

 


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Deregulierung der globalen Finanzwirtschaft

Deregulierung der globalen Finanzwirtschaft

Eine neue Macht haben Finanzkonzerne wie BlackRock, Vanguard oder State Street gewonnen. Sie dürfen als eine Art Hybris verstanden werden. Sie verwenden die Gelder von Banken, Versicherungen, Staaten und Privatanlegern (ETF) und nehmen massiven Einfluss auf Börsen und Aktiengesellschaften.

Sie verwalten das Geld der anderen, ohne ihnen Einflussnahme zu gestatten.

Der Harvard-Professor Einer Elhauge, Kartellrechtsexperte, warnt im Rahmen der OECD: „Der horizontale Aktienbesitz der Finanzkonzerne ist die größte Bedrohung des freien Wettbewerbs unserer Zeit.” Die deutsche Monopolkommission prangert das wettbewerbsverzerrende Potential der neuen Super-Aktionäre an.

Allein BlackRock ist weltweit an 15.000 Unternehmen beteiligt. Ein Stewardship-Team von „35“ Mitarbeitern sammelt und bündelt alle Informationen, Daten und Algorithmen zu den Kunden, den Bewertungen der Aktiengesellschaften. In deren Händen und Entscheidungen liegt das Schicksal der Weltwirtschaft.

Sogenannte Proxy Adviser, das sind von den Finanzkonzernen ernannte Beratungsunternehmen, nehmen zwei Funktionen wahr. Erstens entwickeln sie für ihre Kunden Algorithmen für Abstimmungsstrategien und zweitens nehmen sie auf den Hauptversammlungen die Stimmrechte entsprechend den kalkulierten Ergebnissen wahr. Glass Lewis und ISS nehmen 97 % Marktanteil in Anspruch und geben jährlich auf 44.000 Hauptversammlungen 10,2 Millionen Stimmempfehlungen ab.

Dieser Bündelung von Macht und Einfluß ist entgegen zu treten.


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Geldentstehung, Finanzen und Finanzkonzerne

Geldentstehung, Finanzen und Finanzkonzerne

In den Köpfen der meisten Investmentmakler, Banker und Zeitgenossen hat sich die Vorstellung festgesetzt, dass Geld als Ware gehandelt werden kann und darf. Dies führte zur Abkopplung von der Realwirtschaft. Immer mehr Geld fehlt der reale Gegenwert.

 

Inzwischen sind dies etwa 85 %.[1] Das freigewordene Vermögen sucht immer neue Anlageformen und die Besitzer jagen nach weiteren Renditen. Dies entbehrt zum allergrößten Teil jeglicher gesunden ökonomischen Grundlage. Diese Auswüchse haben die Weltwirtschaftskrise 2008 mit verursacht und die Ursachen ans Tageslicht befördert. So haben sich die Derivate-Geschäfte immer aggressiver entwickelt. Derivate sind Versicherungen für Zahlungsausfälle von Unternehmen, Banken und Staaten, nur sind diese so konstruiert, dass diese auch von Nichtbeteiligten und viel weitergehender über einen evtl. Schadensfall hinaus abgeschlossen werden können. Finanz Jongleure und -haie kaufen weiterhin überzeichnete Produkte und wetten auf den Niedergang oder den Aufstieg von Firmen, Banken und ganzen Staaten. Leider haben die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu verschwindend wenig Veränderungen geführt: weder in Gesetzesform noch im Verhalten gewisser Kreise unserer Finanzwirtschaft. Die Flutung des Finanzmarktes durch die EZB mit ihrer Geldmarktpolitik wurde seit der Krise 2008 immer weitergetrieben. Die zu Corona getroffenen Maßnahmen haben diesen Prozess noch beschleunigt. Viele kleine und mittlere Unternehmen werden zum Aufgeben gezwungen sein. Deren Geschäfte und Umsätze werden dann zu Minimalpreisen von großen Unternehmen wie Amazon übernommen. Die extrem günstigen Kreditangebote, die i.d.R. nur die Besitzenden bekommen, beschleunigen zusätzlich die Machtkonzentrationen der multinationalen Unternehmen. So haben die Aktiengewinne digitaler Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook und Apple von März bis Juli 2020 im Schnitt um etwa ein Viertel zugenommen. Auch wenn große Teile der Bevölkerung derzeit wenig Vertrauen in die Unternehmen[2] haben und sich ihnen gegenüber machtlos fühlen, ist das Wirtschaftsleben der richtige Ort, das Geldwesen zu steuern, um die entgleisten Verhältnisse zu heilen. Die Dimensionen des Kapitals, der Finanzwirtschaft und der Eigentumsverhältnisse lassen sich nicht nur in reinen Zahlen, sondern graphisch darstellen.

Die vorzuhaltende Mindestreserve der Banken in Deutschland von 1% (2% in der Schweiz) schafft zusätzliche nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für eine „wundersame“ Geldvermehrung.[3] Hinzu kommt die Geldentstehung durch das Giralgeld. 

Mit der zunehmenden Verwendung von Giralgeld seit den 1970-iger Jahren entkoppelten sich Geldgeschäfte und Realwirtschaft. So benötigen nicht nur Banken immer neues Geld, sondern auch Staaten, um ihre Schuldenberge im Griff zu halten. Da Buchgeld eine Forderung der Bankkunden an ihre Bank darstellt, unterliegen diese Forderungen der Insolvenzgefahr eines Kreditinstituts. Durch die Geldflutung durch die nationalen und übergeordneten Gelderzeuger z.B. Bundesbank, FED, EZB, entstanden Inflation, horrende Verzerrung der Preise und inzwischen Negativzinsen.

Geld entsteht derzeit auf drei Wegen:

  • Bargeld-Ausschüttung durch die Zentralbanken (real gedeckt)
  • Kreditvergabe der Geschäftsbanken
  • Zentralbankkäufe bei den Geschäftsbanken

 

Der dritte Fall stellt sich so dar: Die EU-Staaten benötigen Geld. Dazu lassen sie Staatsanleihen drucken, also Wertpapiere, auf denen wie bei einem Kredit eine bestimmte Summe, ein Zinssatz und eine Laufzeit festgelegt sind. Diese Staatsanleihen werden auf Auktionen an Geschäftsbanken verkauft. Diese Anleihen sind im Übrigen nicht in der Geldmenge M3 enthalten. Anschließend kommt die Zentralbank ins Spiel und kauft den Geschäftsbanken diese Staatsanleihen mit Zentralbankgeld ab. Dieses Geld ist reines Buchgeld und wird nur zwischen der Zentralbank und den Geschäftsbanken oder von den Geschäftsbanken untereinander benutzt. Und dieses Zentralbankgeld druckt sie aus dem Nichts heraus. Es war vorher nicht da und wurde nur zum Zweck des Kaufes geschaffen. Die Geschäftsbanken erhalten bei jedem einzelnen Verkauf eine Provision.

Die Mechanismen der Finanzwirtschaft sind und werden immer komplizierter und komplexer. Nur noch ein ganz kleiner Teil der Menschheit interessiert sich dafür oder durchschaut es. Viele haben dennoch das Gefühl, dass sich wenige in diesem „Spekulationskasino“ auf Kosten der Allgemeinheit und der Natur bereichern.

Wie kommen wir aus diesem Dilemma?

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Realwirtschafthttps://money.visualcapitalist.com/worlds-money-markets-one-visualization-2017

[2] https://www.nim.org/forschung/studien/studienuebersicht/2018-trust-professions-deutsch

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve

Geldmenge im Verhältnis zu Waren und Güterwerten: https://www.bundesbank.de/resource/blob/754812/38e7381912d2db5281d9effd12a9d4ed/mL/das-weltwirtschaftliche-umfeld-data.pdf

Wir verbieten oder schränken alle schädlichen Spekulationsaktivitäten stark ein.

 

Wir ordnen den Rahmen für Spekulation rechtlich (im Rechtsleben) neu.

 

Geld wird so dem Handel mit sich selbst entzogen.

 

Wir benötigen vermehrt Geld als eine Art „Potentierer“ (investiv kreativ) für Initiativen und Ideenentwicklung für eine Zukunft mit Substanz und natürlichem Wachstum.

Geld muss an Wert verlieren, sofern die realen Gegenwerte nicht existieren, – genau wie eine Kartoffel, ein paar Schuhe oder ein Haus altert. Alterndes Geld läuft nach einer definierten Zeit ab. Nicht zu verwechseln mit einer Abzinsung des Geldwertes. Geld ist dem Wesen nach eigentlich eine wandelnde oder agile Buchhaltung. Bei seiner Entstehung und in Umlaufbringung wird ein Ablaufdatum festgelegt, an dem es ungültig wird. Denn alle Waren und Produktionsmittel altern und verlieren an Wert. Der reale Verlauf eines Produktwertes bedingt damit auch die Wertigkeit des Geldes und auch das Ablaufdatum. Geld erhält so einen Wechselcharakter. Der Wechselwert lässt sich nicht abstrakt berechnen. Anfänglich lässt er sich nur näherungsweise festsetzen. Das Ablaufdatum muss korrigiert werden können. In lokalen und regionalen Zusammenhängen existieren erste Erfahrungen, auf globaler oder Staatenebene noch nicht.[1]

[1] Steiner, R., GA 340 und GA 341, Nationalökonomischer Kurs Aufgaben einer neuen Wirtschaftswissenschaft

Eine verwandte Idee ist der Schuldenerlass, vergleichbar mit der Handhabung des Jubeljahres im Alten Testament. Mit einem radikalen Erlassen aller Schulden fallen auch alle volkswirtschaftlich schädlichen Vermögen und Vorgänge weg.

Die Steuerung der Geldentstehung und Vermehrung durch Kredite war zur Zeit der industriellen Entwicklung nützlich, jedoch ist deren Notwendigkeit abgelaufen und eine andere Form des Umgangs mit Geld und Werten ist angebrochen.

 

Die weitere ausufernde Geldentstehung durch Kredite ist zu beenden. Eine Idee in diese Richtung hat die Vollgeldinitiative in der Schweiz. Sie will den Geschäftsbanken konsequent die Geldentstehung durch Giralkreditvergabe verbieten. Ebenfalls möchte sie nur noch den Nationalbanken erlauben, Geld entstehen zu lassen.

Die heutigen nationalen Zentralbanken werden zukünftig in veränderter Form den Verwaltungsorganen des Wirtschaftslebens angehören müssen. Sie lassen nur so viel Geld entstehen, dass eine Währungsstabilität garantiert ist. Sie dient nicht mehr der Politik oder den spekulativen Finanzunternehmen.

Die Steuerung der Geldströme ist zukünftig durch Assoziationen, also Gremien von den am Wirtschaftsprozess beteiligten Menschen und Unternehmen, nach den Bedürfnissen der Bürger zu regeln. Das Geld erhält so nach und nach das notwendige Equivalent zu den Waren und Dienstleistungen.

Durch die Einführung des alternden Geldes wird ständig Geld aus dem Kreislauf gezogen. Dies kreiert im Gegenzug einen ständigen Neubedarf an Geld im Wirtschaftssystem. Dieses neue Geld kann als Schenkgeld über landwirtschaftliche Betriebe sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen direkt in die Realwirtschaft gelangen und dadurch die notwendige Boden- und Kulturentwicklung zur Überwindung unserer sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Probleme stimulieren. Auf diese Art schieben wir nicht einen immer größer werdenden Schuldenberg vor uns her, sondern tragen ihn ab.

Die Geschäftsbanken als Dienstleister werden weiterhin unsere Konten führen und vermitteln unsere Sparguthaben an Kreditsuchende.

 

Solange Kaufgeld, Leihgeld und vor allem Schenkgeld nicht im gesunden Sinne die gesellschaftlichen Notwendigkeiten abbildet, ist denkbar für eine Übergangszeit, dem Geistes- und Kulturleben Kredite mit, ohne oder mit nur teilweiser Rückzahlungsverpflichtung zur Verfügung zu stellen. Dies könnte zwar Inflation verursachen. Jedoch könnte sich dies als sinnvoll erweisen, um Negativzinsen hervorzurufen. So würde die Anhäufung wachsender Vermögen erschwert.

Neue elektronische Geld- bzw. Verrechnungssysteme drängen sich zunehmend in unsere Lebenswelt. Beispiele sind Kryptowährungen, Libra, Apple Pay, PayPal. Die Frage drängt sich auf, wer die Nutzniesser sind und wie diese Systeme durch die Gesellschaft kontrollierbar bleiben. Facebook plant den internationalen LIBRA. Dahinter steht die LIBRA Association mit 30 Unternehmen und Organisationen wie Spotify, Lyft, Uber, Coinbase und Kiva. Das WEF World Economic Forum spricht derzeit von einem großen „Reset“.

Danach soll ein welt- oder europaweites digitales Geldsystem eigeführt werden und alle Nationalwährungen ablösen. Damit wäre den einzelnen Staaten die Kontrolle über das Geld genommen.

Es gibt Alternativen. Auf Sardinien gibt es den Sardex, dem sich über 4000 Unternehmen angeschlossen haben. Dort werden die Transaktionen von den „Real“-wirtschaftenden selber geregelt. Kein Staat und keine anonymen Finanzunternehmen können dort Einfluss nehmen. Weitere Regionen in Italien bauen ebenfalls regionale Verrechnungssysteme auf. Diese können dann ebenfalls überregional Dienstleistungen verrechnen. Diese Entwicklung ist zu begrüßen.


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Armut + Reichtum

Armut und Reichtum

Unsere Art, mit Geld und Kapital umzugehen, konfrontiert uns mit erschütternden Fakten. Die Geldvermögen in Deutschland haben sich seit 1999 von 3.142 auf 6.170 Milliarden Euro fast verdoppelt. Die weltweite Staatsverschuldung beläuft sich 2019 auf 52 Billionen Dollar. Davon negativ verzinst waren 25%. Die Schere zwischen Armut und Reichtum geht immer weiter auseinander.

82 Prozent des globalen Vermögenswachstums gingen 2018 an das reichste Prozent der Weltbevölkerung, während das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung stagnierte. Die 40 reichsten Deutschen allein verfügen über ebenso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der hiesigen Bevölkerung. Wir zählten 2018 weltweit 42.155 Millionäre. Für 2023 werden über 55.000 erwartet. Mit anderen Worten: die Armut hat gegen den Reichtum wenig Chancen.

https://www.oxfam.de/ueber-uns/aktuelles/2018-01-22-82-prozent-weltweiten-vermoegenswachstums-geht-reichste-prozent

Welt Report Credit Suisse: https://www.credit-suisse.com/about-us/en/reports-research/global-wealth-report.html


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