Auf dem Weg zu Freien Medien
Medien sind wesentlicher Bestandteil eines freien Geisteslebens: Nur, wenn wir über Dinge wissen, können wir zu einem eigenen Urteil kommen und uns selbstbestimmt in die Welt stellen. Daher ist jede Beeinflussung der Medienfreiheit durch das Wirtschaftsleben, um beispielsweise kommerzielle Vorteile zu erhalten, und durch das Rechtsleben, zum Beispiel um oppositionelle Gedanken zu erschweigen, eine Gefahr für unsere eigene Unabhängigkeit und Souveränität.
Es ist ratsam, sich aus mehr als einer Quelle zu informieren und darauf zu achten,dass finanzierte Kampagnen auch als solche von einem selbst und den Mitbürgern wahrgenommen werden. Durch Austausch und Gespräch können wir Wichtiges für die eigene Meinungsbildung erfahren. Freiheit und Selbstverantwortung braucht einen regen Austausch mit anderen.
In Zukunft werden die Medien weder im Bereich des Wirtschaftslebens noch beim Staat verortet sein. Wenn die Wirtschaft die Medien kontrolliert, werden diese für die Zwecke des Kommerzes eingespannt und vereinnahmt. Wenn der Staat die Presse kontrolliert, “tanzt sie nach ihrer Pfeife”, eben der herrschenden Regierungsparteien.
Ihre Arbeit können Medienschaffende in verschiedenen Medienhäusern und Presseverlagen erbringen. Für den Druck, die Funkübermittlung und den Vertrieb der einzelnen Medienprodukte und Formate sind Unternehmen zuständig, die dem Wirtschaftsleben zuzurechnen sind. Redakteure und Journalisten sind also zukünftig wirklich freie Mitarbeiter und können somit innerhalb des jeweiligen Medienunternehmens unabhängig von den wirtschaftlichen Überlegungen ihre Arbeit allein aus der Sache heraus ihre Arbeit leisten. Medienunternehmen, Journalisten und Redakteure und ihre Nutzer können sich in Medien-Assoziationen zum Abgleich der wirtschaftlichen Interessen zusammenschließen.
Künftig sollten die Journalisten und Redakteure aller Medienbereiche (Presse, Rundfunk, Internet) im Sektor Kultur- und Geistesleben tätig sein. Sie werden bei freien Medienträgern angestellt und beziehen ihr Einkommen aus dem Bereich des Geisteslebens.
Freiheit · Kulturelles & Geistiges Leben
A. Aktuelle Lage
Medien formen das gesellschaftliche Bewusstsein. Sie entscheiden, welche Themen sichtbar werden, welche Deutungsrahmen dominieren, welche Stimmen gehört werden. In Deutschland ist die Medienlandschaft formell vielfältig — aber strukturell konzentriert: Drei Konzerne (Springer, Bertelsmann, Funke) dominieren den Printmarkt, und die Plattformen Google und Facebook bestimmen, was Menschen online lesen.
Die Informationsumgebung ist fundamental verändert: Mehr Quellen, weniger Vertrauen, mehr Desinformation, weniger gemeinsame Öffentlichkeit.
B. Lösungsansätze
- Medienpluralismus sichern — Kartellrecht konsequent auf Medienkonzentration anwenden. Mergers, die Meinungsvielfalt bedrohen, blockieren.
- Plattformen regulieren — Algorithmen, die Empörung über Information stellen, sind gesellschaftlich schädlich. Der Digital Services Act ist ein Anfang.
- Öffentlich-rechtliche Medien modernisieren — ARD und ZDF erreichen immer weniger junge Menschen. Strukturreform, Digitalisierung, mehr Relevanz — oder die öffentlich-rechtliche Funktion geht verloren.
C. Praktische Beispiele
BBC — Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der weltweit als Qualitätsstandard gilt. Strukturell unabhängig durch Royal Charter. Trotz politischer Kritik: Vertrauenswürdigster Nachrichtensender weltweit.
Medien-Genossenschaft — taz, Krautreporter — Medien in Genossenschaftshand oder Mitgliedschaft. Strukturell unabhängig, weil kein Eigentümerinteresse.
Digital News Initiative (Google) — Kritisch: Google finanziert Journalismus, dessen Vertrieb es gleichzeitig dominiert. Interessenkonflikt, der Transparenz erfordert.
D. Orte & Initiativen
Bundeszentrale für politische Bildung, Medien — bpb.de/medien
Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet — divsi.de
Europäisches Zentrum für Pressefreiheit — ecpmf.eu