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Freiheit · Kulturelles & Geistiges Leben

Vermögen

A. Aktuelle Lage

In Deutschland besitzt das reichste Zehntel der Bevölkerung rund 67 % des Privatvermögens. Das reichste Prozent hält über 30 %. Das untere Fünftel hat kein oder negatives Nettovermögen. Diese Konzentration ist in den letzten Jahrzehnten gewachsen — und liegt über dem EU-Durchschnitt.

Vermögenskonzentration ist nicht nur eine Gerechtigkeitsfrage. Sie ist eine Demokratiefrage: Wer sehr viel Vermögen hat, hat strukturell mehr politischen Einfluss — durch Lobbying, Medienbesitz, Parteispenden, Think Tanks.

B. Lösungsansätze

  • Transparenz über Vermögensverteilung — Deutschland hat keine vollständige Vermögensstatistik. Was man nicht messen kann, kann man nicht steuern. Eine verpflichtende Vermögenserfassung für politische Entscheidungen.
  • Vermögensumverteilung durch Steuern — Erbschaftsteuer, Vermögensteuer, Kapitalertragsteuer — diese Instrumente gibt es, werden aber nicht konsequent eingesetzt.
  • Vermögen in Gemeinwohlzwecke überführen — Stiftungen, Verantwortungseigentum, Schenkung — rechtliche Instrumente, die Vermögen aus dem Erbgang herauslösen und gesellschaftlichen Zwecken zuführen.

C. Praktische Beispiele

Robert Bosch GmbH — 94 % der Stimmrechte liegen bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung. Kein Familienerbgang, Gewinne für gemeinnützige Zwecke.

Taxmenow — Reiche Europäer fordern selbst höhere Besteuerung großer Vermögen. Zeigt, dass hohe Besteuerung nicht zwangsläufig zu Kapitalflucht führt.

Piketty, „Das Kapital im 21. Jahrhundert" — Empirische Analyse der Vermögenskonzentration. Hat die politische Debatte grundlegend verändert.

D. Orte & Initiativen

Netzwerk Steuergerechtigkeit — steuergerechtigkeit.de

Oxfam Deutschland — oxfam.de

Purpose Stiftung — purpose-economy.org

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