Zum Inhalt springen

Kulturelles und geistiges Leben

Gestaltung der Gesellschaft: Kunst als gemeinsame Formung

Ist jeder Mensch ein Künstler der Gesellschaft?

Gestaltung beginnt mit der Kunst: Joseph Beuys nannte Gesellschaft eine „soziale Plastik“, an der alle mitformen.

Kann Kunst eine Gesellschaft verwandeln?

Kunst gilt als Sache der Freizeit, der Museen und des Marktes. Die soziale Dreigliederung sieht sie anders: als Kraft, die Menschen bildet und damit die Voraussetzung jeder sozialen Gestaltung schafft.

Joseph Beuys prägte dafür den Begriff der „sozialen Plastik“: Jeder Mensch ist ein Künstler, und die Gesellschaft ist ein Kunstwerk, das wir gemeinsam formen. Die Idee berührt sich eng mit Steiners Gedanken, dass soziale Wirklichkeit durch schöpferisches Tun entsteht.

Kunst übt, was die Gesellschaft braucht: Wahrnehmen, Gestalten, Aushalten von Mehrdeutigkeit. Sie bildet das Denken, indem sie es nicht mit Zwecken füllt.

Wo Kunst vom Markt oder vom Staat vereinnahmt wird, verliert sie diese Kraft. Sie braucht Freiheit, also ein selbstverwaltetes Geistesleben.

Soziale Plastik

Beuys wollte, dass Menschen ihre Umwelt selbst gestalten, statt sie fertig vorgesetzt zu bekommen.

  • Erweiterter Kunstbegriff: Kunst ist nicht Gegenstand, sondern schöpferische Handlung.
  • Offene Universität: 1973 gründete Beuys die Freie Internationale Universität als Raum, in dem alle lernen und lehren.
  • 7000 Eichen: Bei der Documenta 1982 begann er mit dem Pflanzen von 7000 Bäumen in Kassel.

Kunst und Kapital

Auf dem Kunstmarkt wird Kunst zur Ware, und ihr Wert richtet sich nach Preisen statt nach Wirkung. Dreigliedernd gedacht wäre sie eine freie Gabe, getragen von Mäzenen, Gemeinden und Kulturgemeinschaften.

Kunst in der Schule

Kinder, die malen, singen, formen, schauspielern, entwickeln Vorstellungskraft und Selbstvertrauen. Wo Kunst aus dem Lehrplan fällt, fehlt der Gesellschaft ein Organ.

Ausführlich im Blog: Kunst und soziale Dreigliederung

Soziale Gestaltung heute: Was Beuys uns für die Zukunft zeigt

Die Soziale Plastik ist keine Erinnerung an die Siebzigerjahre, sondern ein Arbeitsauftrag. Überall dort, wo Menschen ihre Umgebung selbst gestalten, entsteht sie: im Quartiersgarten, im Repair-Café, in der Bürgerwerkstatt, in der Schule, die Eltern und Kinder gemeinsam umbauen.

Soziale Gestaltung zeigt sich nicht im Ergebnis, sondern in der Haltung. Wer mitformt, übernimmt Verantwortung. Wer nur konsumiert, wartet auf andere. Eine Gesellschaft, die ihre Mitglieder zu Gestaltern macht, braucht weniger Kontrolle, weil sie mehr Beteiligung hat.

Soziale Gestaltung und Dreigliederung: Wie hängt das zusammen?

Steiner beschreibt den sozialen Organismus als dreigliedrig: Im Geistesleben herrscht Freiheit, im Rechtsleben Gleichheit, im Wirtschaftsleben Brüderlichkeit. Beuys griff diesen Gedanken auf und machte ihn praktisch: Die Kreativität des Einzelnen ist das eigentliche Kapital, aus dem alle drei Bereiche leben.

  • Geistesleben: Kunst und Bildung brauchen Freiräume, damit Menschen ihre Fähigkeiten entfalten.
  • Rechtsleben: Alle Menschen haben das gleiche Recht, mitzugestalten, unabhängig von Besitz oder Titel.
  • Wirtschaftsleben: Was die Gemeinschaft braucht, entsteht in Kooperation, nicht in bloßer Konkurrenz.

Mehr zu den Wurzeln dieser Idee findest du im Beitrag Ursprung der Dreigliederung. Wie aus Beteiligung eine lebendige Staatsform wird, zeigt Wie wird Demokratie lebendig?

Was du tun kannst: Werde selbst zum Gestalter

Du musst kein Künstler sein, um soziale Gestaltung zu leben. Beginne klein: Pflanze mit Nachbarn einen Baum, gründe eine Leserunde, repariere statt wegzuwerfen, unterstütze ein Kulturprojekt in deiner Gemeinde. Wer sich mit Gleichgesinnten verbindet, stärkt die soziale Gestaltung vor Ort und verändert Schritt für Schritt das Ganze.

Mehr über Leben und Werk des Künstlers findest du bei Wikipedia: Joseph Beuys.

Häufige Fragen zur sozialen Gestaltung

Warum ist soziale Gestaltung wichtig? Soziale Gestaltung macht aus Zuschauern Mitmacher. Ohne sie bleibt Gesellschaft ein Apparat, der verwaltet wird, statt ein Organismus, der lebt.

Was ist mit Sozialer Plastik gemeint? Beuys verstand darunter die Gestaltung der Gesellschaft als gemeinsames Kunstwerk. Jeder Mensch formt mit, durch Denken, Sprechen und Handeln.

Muss man dafür Kunst studiert haben? Nein. Der erweiterte Kunstbegriff meint schöpferische Kraft in jedem Beruf: in der Pflege, im Handwerk, in der Verwaltung, im Unterricht.

Was hat das mit Politik zu tun? Viel. Wer erlebt, dass er etwas bewirken kann, beteiligt sich eher an Entscheidungen und prüft Regeln, statt sie nur hinzunehmen.

Fühlen, Denken, Wollen: drei Kreise in Gold, Blau und Rot

Wie lebt die Dreigliederung in jedem Menschen?

Fühlen, Denken und Wollen sind die drei Seelenkräfte, die der Mensch in sich trägt. Sie spiegeln die drei Bereiche des sozialen Organismus.

Warum ist der Mensch selbst ein sozialer Raum?

Die soziale Dreigliederung beginnt nicht bei Parlamenten oder Märkten, sondern beim Menschen. Denn der Mensch trägt die drei Bereiche des sozialen Organismus in sich: Denken, Fühlen und Wollen.

Das Denken sucht Wahrheit und braucht Freiheit. Es entspricht dem Geistesleben. Das Fühlen sucht den Ausgleich und das Gerechte. Es entspricht dem Rechtsleben. Das Wollen setzt Dinge in die Welt und ist auf andere angewiesen. Es entspricht dem Wirtschaftsleben.

Wo diese Seelenkräfte im Gleichgewicht sind, ist ein Mensch handlungsfähig. Wo eine übermächtig wird, droht Einseitigkeit: bloßes Grübeln, bloße Gefühlsausbrüche oder blinde Betriebsamkeit.

Dasselbe gilt im Großen. Eine Gesellschaft, die nur denkt, wird weltfremd, eine, die nur fühlt, wird launisch, eine, die nur will, wird gewalttätig. Soziale Gestaltung ist darum auch Seelenbildung.

Die drei Seelenkräfte

Die Entsprechungen sind keine Schablone, sondern eine Denkhilfe.

  • Denken – Geistesleben: Bildung, Wissenschaft, Kunst, Religion, Urteilsbildung. Hier gilt Freiheit.
  • Fühlen – Rechtsleben: Gleichheit vor dem Gesetz, Demokratie, Achtung des Anderen. Hier gilt Gleichheit.
  • Wollen – Wirtschaftsleben: Arbeit, Produktion, Austausch. Hier gilt Brüderlichkeit, also gegenseitige Hilfe.

Gesellschaft als Spiegel

Wenn ein Mensch das Fühlen unterdrückt, wird er kalt. Wenn eine Gesellschaft Recht und Geist dem Markt unterordnet, wird sie es auch. Umgekehrt entsteht Gesundheit, wo jede Kraft in ihrem Bereich wirken darf.

Konsequenzen für die Praxis

Wer sozial gestalten will, beginnt mit Selbsterkenntnis. In Schule, Beruf und Gemeinschaft hilft es zu fragen, welche der drei Kräfte gerade gebraucht wird und welche überhand nimmt.

Ausführlich im Blog: Der Mensch selbst ist ein sozialer Raum

Denken, Fühlen, Wollen: Die drei Bereiche in uns

Die Dreigliederung beginnt nicht bei Parlamenten oder Märkten, sondern beim Menschen. Denken, Fühlen, Wollen entsprechen den drei Bereichen der Gesellschaft. Wer sie in sich ausbalanciert, wird handlungsfähig, und wer sie versteht, versteht die Gesellschaft besser.

3 Kräfte im Überblick

  • Denken: Es sucht Wahrheit und braucht Freiheit. Es entspricht dem Geistesleben.
  • Fühlen: Es sucht Ausgleich und das Gerechte. Es entspricht dem Rechtsleben.
  • Wollen: Es setzt Dinge in die Welt und ist auf andere angewiesen. Es entspricht dem Wirtschaftsleben.

Denken, Fühlen, Wollen im Gleichgewicht

Überwiegt eine Kraft, droht Einseitigkeit: bloßes Grübeln, bloße Gefühlsausbrüche oder blinde Betriebsamkeit. Im Großen gilt dasselbe. Eine Gesellschaft, die nur denkt, wird weltfremd, die nur fühlt, wird launisch, die nur will, wird gewalttätig. Darum ist soziale Gestaltung auch Seelenbildung. Denken, Fühlen, Wollen sind ein Maßstab für beides.

Mehr dazu in Warum ist der Mensch selbst ein sozialer Raum?, Ursprung der Dreigliederung und Selbstsicherheit und Selbstverwirklichung. Zum Hintergrund: Wikipedia: Rudolf Steiner.

Was du tun kannst

Beobachte eine Woche lang, welche Kraft bei dir überwiegt: Denken, Fühlen oder Wollen. Übe die schwächste, etwa durch ein Gespräch, ein Gefühlstagebuch oder ein kleines Projekt.

Was du tun kannst

Führe eine Woche lang ein kurzes Tagebuch: Wann hast du gedacht, wann gefühlt, wann gewollt? Schon das Beobachten schafft Abstand und Gleichgewicht.

Tausche dich mit Freunden aus, welche Kraft bei jedem überwiegt. Aus diesem Gespräch entstehen oft die besten Ideen für gemeinsames Handeln.

Wer sich selbst besser versteht, versteht auch die Gesellschaft besser.

Ideengeber der Dreigliederung: Vier Figuren um einen Kreis

Wie entstand die soziale Dreigliederung?

Der Ursprung der Dreigliederung liegt in den Umbrüchen des Ersten Weltkriegs. Dieser Beitrag zeigt, aus welchen Quellen Rudolf Steiner schöpfte.

Woher kommt die Idee der sozialen Dreigliederung?

Die Idee fiel nicht vom Himmel. Rudolf Steiner entwickelte sie 1917 bis 1919, mitten in den Verwerfungen des Ersten Weltkriegs, als Antwort auf die Frage, wie ein Gemeinwesen aussehen kann, in dem Freiheit, Gleichheit und Solidarität nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Er schloss dabei an Gedanken an, die schon vor ihm in der Luft lagen: an die Ideale der Französischen Revolution, an Wilhelm von Humboldts Schrift über die Grenzen der Wirksamkeit des Staates, an Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie und an die frühen sozialen Bewegungen des 19. Jahrhunderts.

Seine eigene Zuspitzung lautet: Der soziale Organismus besteht aus drei Lebensbereichen mit eigenen Gesetzen, dem Geistesleben, dem Rechtsleben und dem Wirtschaftsleben. Wo einer die anderen beherrscht, erkrankt das Ganze.

Der Blick auf die Herkunft hilft, die Idee weder zu überhöhen noch zu verdinglichen. Sie ist ein Angebot zum Denken, das aus konkreten Nöten entstand und sich an konkreten Nöten bewähren muss.

Wer hat vorgedacht?

Mehrere Denker haben Elemente der Dreigliederung vorweggenommen, ohne sie als Ganzes zu fassen.

  • Humboldt: Der Staat solle die Menschen nicht bevormunden, sondern Sicherheit gewährleisten und Freiheit ermöglichen.
  • Goethe: Das Märchen zeigt drei Mächte, die sich ergänzen müssen: die Könige der Weisheit, des Scheins und der Gewalt.
  • Frühsozialisten: Sie suchten neue Formen der Zusammenarbeit in Genossenschaften und Assoziationen.

Steiners Zuspitzung 1919

Der „Aufruf an das deutsche Volk und an die Kulturwelt“ und das Buch „Die Kernpunkte der sozialen Frage“ legten die Idee der Öffentlichkeit vor. In Stuttgart entstand ein Bund für Dreigliederung, und die erste Waldorfschule wurde als Beispiel eines freien Geisteslebens gegründet.

Was blieb?

Die politische Bewegung scheiterte nach wenigen Jahren. Die Waldorfpädagogik, die biologisch-dynamische Landwirtschaft, anthroposophische Banken und Unternehmen sind geblieben und tragen die Idee bis heute.

Ausführlich im Blog: Die Ideengeber der sozialen Dreigliederung

Ursprung der Dreigliederung: Drei Quellen

  • Französische Revolution: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit als Ideale, die Steiner den drei Lebensbereichen zuordnete.
  • Wilhelm von Humboldt: Seine Schrift über die Grenzen der Wirksamkeit des Staates betont, dass der Staat Bildung und Kultur nicht lenken soll.
  • Goethes Märchen: Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie zeigt drei Mächte, die zusammenwirken müssen.

Ursprung der Dreigliederung im Jahr 1919

Die Idee entstand nicht am Schreibtisch, sondern in einer Zeit, als alte Ordnungen zerbrachen. Steiner wandte sich an die Öffentlichkeit, hielt Vorträge und gründete Initiativen. Der Ursprung der Dreigliederung ist darum immer auch ein Aufruf zum Handeln. Mehr dazu in Ideengeber der sozialen Dreigliederung, Wie lebt die Dreigliederung in jedem Menschen? und Wo fehlt die Dreigliederung im Grundgesetz?. Überblick: Wikipedia: Dreigliederung des sozialen Organismus.

Häufige Fragen zum Ursprung der Dreigliederung

Wer hat die Dreigliederung erfunden? Rudolf Steiner entwickelte sie 1917 bis 1919, aufbauend auf älteren Gedanken.

Ist sie heute noch aktuell? Ja, denn die Frage, wie Freiheit, Gleichheit und Solidarität zusammenwirken, bleibt offen.

Was du tun kannst

Lies die Quellen selbst: Steiners Schriften, Humboldts Abhandlung und Goethes Märchen. Der Ursprung der Dreigliederung wird lebendig, wenn du die Gedanken im eigenen Umfeld prüfst und mit anderen darüber sprichst.

Gründe einen Lesekreis oder besuche Vorträge. So wird aus Geschichte Gegenwart.

Umgang mit sozialen Medien: Hände mit Smartphone und Gesprächsblasen

Fördern soziale Medien echten menschlichen Austausch?

Der Umgang mit sozialen Medien entscheidet, ob wir Menschen verbinden oder Meinungen verstärken. Dieser Beitrag stellt Fragen, die den eigenen Umgang klären.

Fördern soziale Medien echten menschlichen Austausch?

Schnell etwas weitergeleitet und geteilt? In einem Post oder Kommentar Stellung bezogen? Welche Qualität haben meine Informationen, die ich mit anderen teile? Sind die Inhalte überprüft und die Quellen angegeben? Oder bin ich auf einen Zug der “Meinungsmache” unreflektiert aufgesprungen?

Die Verbindung mit anderen Gruppen weltweit und das Austauschen von Einsichten und Erfahrungen kann sinnstiftende Ideen verbreiten und so vielerorts neue Lebensverhältnisse schaffen. Besonders in armen Ländern könnten durch neue dezentrale, sozial-ökologische Lebensformen Hungersnöte, starkes Bevölkerungswachstum, Umweltschäden und Hoffnungslosigkeit überwunden werden.

Aktives Zuhören und Beobachten

Kontemplatives Beobachten und Zuhören, besonders in der Natur und im Sozialen, erweitert den Horizont. Zur Überwindung von selbstbezogenen und festgefahrenen Vorstellungen und Meinungen hilft es, tiefere Fragen den Mitmenschen, der Welt und besonders sich selbst zu stellen. So können neue An- und Einsichten gefunden werden.

Eigenständige und unabhängige Meinungsbildung bereichert die Gemeinschaft. Das Vertreten von Meinungen im hier gezeigten Sinne fördert Diskussion und Erkenntnisprozesse und damit die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu handeln

Direkte Gespräche mit Menschen in anderen Ländern und einem andersartigen Lebensumfeld helfen, die Unterschiede und anderen Denkweisen besser zu verstehen und zu tolerieren.

Zurück

Umgang mit sozialen Medien: 5 Fragen vor dem Teilen

  • Qualität: Welche Qualität haben die Informationen, die ich weitergebe?
  • Prüfung: Habe ich Inhalte überprüft und Quellen angegeben?
  • Haltung: Bin ich auf einen Zug der Meinungsmache aufgesprungen?
  • Wirkung: Was löst mein Beitrag bei anderen aus?
  • Zeit: Was entgeht mir, wenn ich weiter scrolle?

Umgang mit sozialen Medien: Chancen weltweit

Die Verbindung mit Gruppen weltweit kann sinnstiftende Ideen verbreiten und vielerorts neue Lebensverhältnisse schaffen. Besonders in armen Ländern könnten dezentrale, sozial-ökologische Lebensformen Hungersnöte, starkes Bevölkerungswachstum, Umweltschäden und Hoffnungslosigkeit überwinden helfen. Ein bewusster Umgang mit sozialen Medien macht diesen Austausch möglich.

Aktives Zuhören und Beobachten

Kontemplatives Beobachten und Zuhören, besonders in der Natur und im Sozialen, erweitert den Horizont. Es hilft, selbstbezogene und festgefahrene Denkweisen zu überwinden. Dazu passt unser Beitrag Was bleibt diesseits des Digitalen?. Mehr zur Rolle der Medien findest du in Wie entsteht unabhängiger Qualitätsjournalismus? und Kooperationen und Zusammenarbeit. Eine Einführung bietet Wikipedia: Soziale Medien.

Was du tun kannst

Setze dir eine Regel für deinen Umgang mit sozialen Medien: erst prüfen, dann teilen. Wer den Umgang mit sozialen Medien bewusst gestaltet, stärkt echten Austausch.

Kreativität führt zu Auswegen: Hände formen ein Licht aus Papier

Wie führt Kreativität aus Krisen und Konflikten?

Kreativität führt zu Auswegen aus Krisen und Konflikten. Dieser Beitrag zeigt, wie neue Wege im Kleinen andere inspirieren und große Zusammenhänge verändern können.

Wie führt Kreativität aus Krisen und Konflikten?

Wir stehen vor großen Herausforderungen und Krisen. Das zeigt sich im globalen Maßstab am Klimawandel, an Hunger und Armut, Wirtschaftskrisen sowie an vielen festgefahrenen Konfrontationen. Die Kreativität ist ein Helfer zur Lösung zwischenmenschlicher Aufgaben und bei der Gestaltung der Zukunft.

Neue Wege schon im Kleinen zu gehen, kann andere im Umfeld inspirieren und auch für große Zusammenhänge als Vorbild dienen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreativitätstechniken

https://www.ideenfindung.de/%C3%9Cbersicht-Liste-Kreativitaetstechniken-Ideenfindung.html

Werde kulturkreativ

Das kulturelle Leben sollte vielfältiger und tiefgründiger werden. Es ermöglicht Begegnung und Austausch. Besonders nach den Einschränkungen durch COVID-19 – kulturell Engagierte spüren die Einschränkungen immer noch hautnah. An vielen Orten könnten Gesprächsrunden, Lesekreise, Vorträge, Garten-, Musik-, Theatergruppen usw. organisiert oder bestehende Initiativen unterstützt werden. Im Gegensatz zu den materiellen Rohstoffen sind unsere menschlichen Kapazitäten nahezu unerschöpflich – Wachstum im Kultur- und Geistesleben ist grenzenlos.

Suche nach dem weltweiten direkten menschlichen Austausch

Die Verbindung mit anderen Gruppen weltweit und das Austauschen von Einsichten und Erfahrungen kann sinnstiftende Ideen verbreiten und so vielerorts neue Lebensverhältnisse schaffen. Besonders in armen Ländern könnten durch neue dezentrale, sozial-ökologische Lebensformen Hungersnöte, starkes Bevölkerungswachstum, Umweltschäden und Hoffnungslosigkeit überwunden werden.

Direkte Gespräche mit Menschen in anderen Ländern und einem andersartigen Lebensumfeld helfen, die Unterschiede und anderen Denkweisen besser zu verstehen und zu tolerieren.

Aktives Zuhören und Beobachten als Weg zum Verständnis

Kontemplatives Beobachten und Zuhören, besonders in der Natur und im Sozialen, erweitert den Horizont. Zur Überwindung von selbstbezogenen und festgefahrenen Vorstellungen und Meinungen hilft es, tiefere Fragen den Mitmenschen, der Welt und besonders sich selbst zu stellen. So können neue An- und Einsichten gefunden werden.

Wie sieht es mit der eigenen Kreativität aus? Welche Kreativitätstechniken kenne ich?

Zurück

Kreativität führt zu Auswegen: Warum jetzt?

Klimawandel, Hunger und Armut, Wirtschaftskrisen und festgefahrene Konfrontationen prägen unsere Zeit. Kreativität hilft, zwischenmenschliche Aufgaben zu lösen und die Zukunft zu gestalten. Weil Kreativität zu Auswegen führt, entsteht Vertrauen darauf, dass Veränderung möglich ist.

3 Ideen: Kreativität führt zu Auswegen

  • Im Kleinen beginnen: Neue Wege im Umfeld zu gehen, inspiriert andere und dient auch für große Zusammenhänge als Vorbild.
  • Kulturkreativ werden: Das kulturelle Leben soll vielfältiger und tiefgründiger werden, denn es ermöglicht Begegnung und Austausch.
  • Methoden nutzen: Kreativitätstechniken helfen, Denkgewohnheiten zu lösen und neue Perspektiven zu finden.

Kreativität führt zu Auswegen: Die Dreigliederung

Im Geistesleben entstehen Ideen, im Rechtsleben werden sie gerecht geordnet, im Wirtschaftsleben werden sie umgesetzt. Kreativität verbindet alle drei. Mehr dazu in Ist jeder Mensch ein Künstler der Gesellschaft?, Benötigen wir einen Bewusstseinswandel? und Beginnt Vielfalt beim Einzelnen?. Grundlagen: Wikipedia: Kreativität.

Häufige Fragen

Wie lernt man, dass Kreativität zu Auswegen führt? Ja. Sie wächst durch Übung, Neugier und den Mut, Fehler zu machen.

Was bringt es, im Kleinen zu beginnen? Kleine Projekte zeigen, dass Veränderung möglich ist, und schaffen Vorbilder.

Was du tun kannst

Beginne ein kleines kulturelles Projekt in deiner Nachbarschaft: einen Lesekreis, einen Gemeinschaftsgarten, ein Konzert. Kreativität führt zu Auswegen, und sie wirkt meist viele Menschen zusammen.

Fazit: Kreativität führt zu Auswegen

Kreativität führt zu Auswegen ist ein Baustein der sozialen Dreigliederung. Wer Kreativität führt zu Auswegen ernst nimmt, stärkt Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit in der Wirtschaft.

Beginne mit einem kleinen Schritt: Kreativität führt zu Auswegen wird Wirklichkeit, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.

Schulabschlüsse: Jugendliche mit Zeugnis und Mappe

Abschlusszeugnis oder individuelle Beurteilung?

Schulabschlüsse sollten zeigen, was ein Mensch kann, nicht nur welche Note er erreicht hat. Dieser Beitrag begründet, warum individuelle Beurteilung die Standardisierung ergänzen muss.

Abschlusszeugnis oder individuelle Beurteilung?

Als Vereinfachung ist eine Standardisierung ein erster Schritt. Doch es darf nicht bei der Standardisierung allein stehen bleiben. Was sagt ein zentrales Abitur über Bildungsschwerpunkte einer Schule oder Stärken und Schwächen eines Lernenden aus? Fachhochschulen und Universitäten brauchen die Möglichkeit, Zugangsvoraussetzungen frei zu bestimmen (bis hin zu Eingangsprüfungen), insofern dies der jeweilige Studiengang aus seiner Konzeption heraus rechtfertigt. So gibt die Note eines Zentralabiturs über die Kreativität einer Bewerberin für ein Designstudium so gut wie keine Auskunft.

Es muss für Schulen möglich werden, Fähigkeiten, die Lernende auf Grund eines Bildungsschwerpunktes der Schule erworben haben, im Abschlusszeugnis zu dokumentieren. Die Fähigkeit eines Menschen, sich eigenständig Themen erarbeitet zu haben – gelernt zu haben, wie gelernt werden kann – ist wichtiger als eine Benotung aufgrund von abgefragtem Fachwissen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ein Beispiel für eine Alternative zum Zentralabitur ist das International Baccalaureate.

https://de.wikipedia.org/wiki/International_Baccalaureate

Schüler sollten das Recht haben, bei den Lehrenden auch eine qualifizierte Beurteilung zu erhalten.

Zurück

Schulabschlüsse: Mehr als eine Note

Standardisierung kann ein erster Schritt der Vereinfachung sein. Doch Schulabschlüsse, die nur Noten vergleichen, sagen wenig über Bildungsschwerpunkte einer Schule oder Stärken und Schwächen eines Lernenden. Die Note eines Zentralabiturs verrät kaum etwas über die Kreativität einer Bewerberin für ein Designstudium.

3 neue Wege für Schulabschlüsse

  • Fähigkeiten dokumentieren: Schulen sollen im Abschlusszeugnis festhalten dürfen, was Lernende aufgrund des Bildungsschwerpunkts erworben haben.
  • Eigenständigkeit würdigen: Wer sich Themen selbstständig erarbeitet hat, zeigt eine Fähigkeit, die im Beruf gefragt ist.
  • Freie Zugangsvoraussetzungen: Fachhochschulen und Universitäten bestimmen selbst, was ihr Studiengang verlangt, bis hin zu Eingangsprüfungen.

Schulabschlüsse und Dreigliederung

Im Geistesleben gilt Freiheit: Schulen und Hochschulen kennen ihre Aufgaben am besten. Individuelle Beurteilung passt zu dieser Freiheit. Mehr dazu in Vielfalt im Bildungswesen, Bildungsgutschein und Freie Wissenschaft. Hintergrund zur zentralen Prüfung: Wikipedia: Zentralabitur.

Was du tun kannst

Sprich mit Lehrkräften und Eltern darüber, wie Schulabschlüsse aussagekräftiger werden können. Frage Hochschulen, wie sie Bewerber jenseits der Note prüfen.

Schulabschlüsse in der Praxis: Was sich ändern würde

Stell dir vor, ein Schulabschluss würde nicht nur Noten ausweisen, sondern auch zeigen, was jemand gestaltet, erforscht und selbst erarbeitet hat. Eine Schülerin, die ein Jahr lang an einem Theaterstück gearbeitet hat, erhält darüber einen eigenen Abschnitt im Zeugnis. Ein Schüler, der ein Projekt zur Wasserqualität im Ort geleitet hat, kann das dokumentieren lassen.

Solche Schulabschlüsse geben Hochschulen und Betrieben mehr Auskunft als eine Durchschnittsnote. Zugleich bleiben Standards erhalten, wo sie sinnvoll sind, etwa bei Grundkenntnissen in Sprache und Mathematik.

Einwände und Antworten

Sind individuelle Beurteilungen gerecht? Sie sind es, wenn Kriterien offen liegen und mehrere Personen beteiligt sind. Gleichheit gilt beim Zugang, nicht beim Inhalt.

Was ändert sich für Hochschulen? Sie dürfen ihre Zugangsvoraussetzungen frei bestimmen und Eingangsprüfungen oder Mappen verlangen, wenn der Studiengang es fordert.

Wer entwickelt solche Schulabschlüsse? Schulen, Lehrkräfte, Eltern und Lernende gemeinsam, in der Selbstverwaltung des Bildungswesens.

Was du für bessere Zeugnisse tun kannst

Sprich mit Schulleitung und Elternvertretung darüber, wie Fähigkeiten im Zeugnis sichtbar werden können. Sammle Beispiele aus deiner Schule, etwa Projekte, Praktika oder Jahresarbeiten, und frage, ob sie dokumentiert werden dürfen.

Unterstütze Hochschulen und Betriebe, die Bewerber nach Mappen, Gesprächen und Arbeitsproben beurteilen. So entsteht Schritt für Schritt eine Kultur, in der nicht nur Noten zählen, sondern auch das, was Menschen tatsächlich können.

Wenn Schulabschlüsse Fähigkeiten sichtbar machen, gewinnen alle: Lernende erleben Anerkennung, Schulen können ihr Profil zeigen, und Betriebe finden Bewerber, die zu ihnen passen. Ein solcher Wandel braucht Mut, aber er beginnt mit kleinen Schritten in der einzelnen Schule.

Gerade für junge Menschen können solche Zeugnisse ein Motivationsschub sein, weil sie sehen, dass ihr Einsatz zählt.

Diesseits von Digital: Mensch mit Smartphone und Natur im Gleichgewicht

Was bleibt diesseits des Digitalen?

Diesseits von Digital heißt: Was bleibt, wenn der Bildschirm ausgeht? Dieser Beitrag fragt nach gesundem Medienumgang, nach Medienkompetenz und nach Räumen, in denen Menschen einander unmittelbar begegnen.

Was bleibt diesseits des Digitalen?

Besonders junge und sehr junge Menschen brauchen Unterstützung, um einen gesunden Umgang mit der digitalen Welt zu erlernen. Es geht darum, eigene Medienkompetenz zu entwickeln. Dann kann man andere unterstützen darin, einen neuen Umgang damit zu finden. Ein interessantes Buch mit vielen wissenschaftlichen Hinweisen: „Gesund aufwachsen in der digitalen Medienwelt“

http://www.aufwach-s-en.de/2018/11/gesund-aufwachsen-in-der-digitalen-medienwelt/

Wie viel Zeit verbringen wir vor dem Bildschirm oder mit mobilen Geräten? Kennen wir die positiven und negativen Seiten gut genug? Digitales Fasten nach selbstgesteckten Regeln bringt Bewusstsein und Klarheit über das individuelle Ausmaß.

Zurück

Diesseits von Digital: Warum Medienkompetenz mehr ist als Bedienung

Kinder wachsen heute mit Bildschirmen auf, lange bevor sie lesen können. Wer ihnen helfen will, braucht mehr als technische Anleitungen. Medienkompetenz bedeutet, die eigene Aufmerksamkeit zu führen, Inhalte einzuordnen und sich bewusst für oder gegen ein Gerät zu entscheiden.

Diesseits von Digital liegt alles, was sich nicht kopieren lässt: das Gespräch am Tisch, der Geruch nach Regen, das gemeinsame Musizieren. Diese Erfahrungen bilden die Grundlage, auf der digitale Werkzeuge erst sinnvoll werden. Je früher Kinder sie machen, desto freier gehen sie später mit der digitalen Welt um.

5 Wege zu einem bewussten Umgang

  • Digitales Fasten: Lege Zeiten ohne Bildschirm fest, zum Beispiel beim Essen und vor dem Schlafen.
  • Vorbild sein: Kinder kopieren, was Erwachsene tun. Wer selbst ständig aufs Handy schaut, wird kaum Gehör finden.
  • Gemeinsam nutzen: Schaut Filme oder Spiele zusammen an und sprecht danach darüber.
  • Gegengewicht schaffen: Handwerk, Garten, Sport und Musik stärken, was Bildschirme nicht geben.
  • Beobachten statt verbieten: Wie viel Zeit verbringst du vor Bildschirmen? Schon das Aufschreiben schafft Klarheit.

Diesseits von Digital und die Dreigliederung

Die soziale Dreigliederung fragt, wer wofür zuständig ist. Im Geistesleben gehört Medienbildung in freie Schulen und Elternhäuser, nicht in staatliche Vorschriften. Im Rechtsleben geht es um Schutz: klare Regeln für Kinder und Jugendliche, die für alle gleich gelten. In der Wirtschaft steht die Aufmerksamkeitsökonomie auf dem Prüfstand, denn Angebote, die Menschen möglichst lange binden, dienen selten ihrem Wohl.

Mehr zum Thema findest du in unseren Beiträgen Wie gehen wir mit sozialen Medien um? und Vielfalt im Bildungswesen. Eine allgemeine Einführung bietet Wikipedia: Medienkompetenz.

Häufige Fragen zu Diesseits von Digital

Ab welchem Alter sind Bildschirme sinnvoll? Je jünger ein Kind, desto wichtiger ist die unmittelbare Erfahrung. Digitale Geräte ergänzen sie später, sie ersetzen sie nicht.

Ist digitales Fasten realistisch? Ja, wenn es klein beginnt: eine bildschirmfreie Stunde am Tag ist besser als ein gescheiterter Totalverzicht.

Vielfalt beginnt beim Einzelnen: Menschen im Gespräch

Beginnt Vielfalt beim Einzelnen?

Vielfalt beginnt beim Einzelnen. Wer ein freies Geistesleben will, muss üben, Unterschiede auszuhalten und zu schätzen. Dieser Beitrag zeigt, wie das gelingt.

Beginnt Vielfalt beim Einzelnen?

Vielfalt erüben – Freiheit erlernen

Ein freies Kultur- und Geistesleben lebt von Vielfalt – doch sind wir bereit, Vielfalt zu leben? Wie kann sich jede und jeder von uns auf Vielfalt vorbereiten?

Ein empfehlenswertes Beispiel für diese Übung ist das Buch „Come On!“ zum 50. Jubiläum des Club of Rome, welcher 1972 das bekannte Buch „Grenzen des Wachstums“ publizierte.

In „Come on!“ zeigen über vierzig Beitragende Lösungen für die gegenwärtigen Herausforderungen auf. Der Club of Rome ist ein Expertengremium, was sich für nachhaltige Entwicklung einsetzt. Dieser Buchvorschlag ist als Anregung zu verstehen und es könnten zahlreiche weitere hier genannt werden.

Eine Möglichkeit ist, dass wir uns regelmäßig mit – für uns – neuen Gedanken beschäftigen. Kann ich dabei wirklich die Perspektive des anderen verstehen, ohne dass sich meine eigenen Denkvorlieben fortwährend einmischen und ich doch nur das von mir bereits Bekannte verstehe?

Zurück

Vielfalt beginnt beim Einzelnen: Freiheit lässt sich lernen

Ein freies Kultur- und Geistesleben lebt von Vielfalt. Vielfalt beginnt beim Einzelnen, weil niemand sie für uns erledigen kann. Sie ist keine Einstellung, die man einfach hat, sondern eine Fähigkeit, die man übt. Wenn Vielfalt beim Einzelnen beginnt, beginnt sie bei der Frage: Wie gehe ich mit Gedanken um, die nicht meine eigenen sind?

5 Übungen: Vielfalt beginnt beim Einzelnen

  • Neues Denken: Beschäftige dich regelmäßig mit Gedanken, die dir fremd sind.
  • Zuhören ohne Einwand: Versuche, die Perspektive des anderen zu verstehen, bevor du antwortest.
  • Eigene Vorlieben erkennen: Bemerke, wann deine Denkgewohnheiten dazwischenreden.
  • Begegnung suchen: Sprich mit Menschen aus anderen Milieus und Kulturen.
  • Gemeinsam lesen: Tausche dich über Bücher aus, die dich herausfordern.

Ein Buchtipp: „Come On!“

Ein empfehlenswertes Beispiel ist das Buch „Come On!“ zum 50. Jubiläum des Club of Rome, der 1972 „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte. Über vierzig Beitragende zeigen darin Lösungen für gegenwärtige Herausforderungen. Der Buchvorschlag ist eine Anregung, viele weitere wären möglich.

Weil Vielfalt beginnt beim Einzelnen, stärkt sie auch Bildung und Gesellschaft. Mehr dazu in Vielfalt im Bildungswesen, Religiöse Vielfalt und Selbstsicherheit und Selbstverwirklichung.

Was du tun kannst

Wähle eine Übung und führe sie vier Wochen lang durch. Wer erlebt, dass Vielfalt beginnt beim Einzelnen, trägt sie in Familie, Betrieb und Verein weiter.

Titelbild zum Beitrag: Was ist Selbstsicherheit und Selbstverwirklichung?

Was ist Selbstsicherheit und Selbstverwirklichung?

Selbstverwirklichung und Selbstsicherheit entstehen durch innere Arbeit. Dieser Beitrag zeigt Übungen, die neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Was ist Selbstsicherheit und Selbstverwirklichung?

Es gibt Konzentrations- und Meditationsübungen, die neue Handlungsspielräume und Wahrnehmungsweisen für Mensch und Natur erschließen können. Das führt auch zu Selbsterkenntnis und Positionsbestimmung. So entkommt man dem Aktion-Response-Verhalten, bei dem der Mensch schablonenhaft auf äußere Impulse reagiert.

Wir können stets neue Handlungsmöglichkeiten entdecken. Nicht abheben, sondern den Himmel auf die Erde holen. Wir haben nicht nur die Möglichkeit zum lebenslangen Lernen, sondern wir können uns auch eigenständig weiterentwickeln.

Warum innere Entwicklung soziale Relevanz hat

Die Soziale Dreigliederung beginnt nicht mit gesellschaftlichen Strukturen – sie beginnt beim Menschen selbst. Wer sich selbst kennt, seine Stärken und Schwächen, seine Überzeugungen und Ängste, kann in der Gesellschaft freier und verantwortungsvoller handeln. Selbstverwirklichung ist in diesem Sinne keine egoistische Nabelschau, sondern Voraussetzung für soziales Engagement.

Rudolf Steiner betonte, dass die Entwicklung des Einzelnen – Denken, Fühlen, Wollen – die Grundlage gesellschaftlicher Erneuerung ist. Eine Gesellschaft, die aus bewussteren, innerlich freieren Menschen besteht, schafft bessere Institutionen als eine, die äußerliche Regeln auf innerlich unfreie Menschen anwendet.

Der Unterschied zwischen echter und konsumierter Selbstverwirklichung

Die Konsumgesellschaft verspricht Selbstverwirklichung durch Produkte, Status und Erlebnisse. Dieses Versprechen bleibt hohl: Nicht das neueste Smartphone oder der nächste Urlaub führt zu innerer Klarheit und Stärke. Echte Selbstverwirklichung entsteht durch:

  • Selbsterkenntnis: Das ehrliche Hinschauen auf die eigenen Denk- und Handlungsmuster
  • Bewusstseinsentwicklung: Meditation, Konzentration, Achtsamkeit als tägliche Praxis
  • Kreative Tätigkeit: Kunst, Handwerk, Musik – Tätigkeiten, die den ganzen Menschen fordern
  • Soziales Engagement: Die Begegnung mit anderen Menschen als Spiegel und Übungsfeld

Praktische Zugänge

Es gibt viele bewährte Wege zur inneren Entwicklung:

  • Achtsamkeit und Mindfulness: Kurse, Apps und Bücher zum Einstieg (z.B. mindful.org)
  • Anthroposophische Meditation: Rudolf Steiners Übungsweg verbindet innere Entwicklung mit Erkenntnis (anthroposophische-meditation.de)
  • Eurythmie, Sprachgestaltung, Kunst: Geistig-künstlerische Übungswege aus der Anthroposophie
  • Philosophie und Ethik: Das Lesen und Durchdenken grundlegender Werke zur menschlichen Existenz

Selbstverwirklichung im Geistesleben

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung ist die innere Entwicklung des Menschen die ureigene Aufgabe des Geisteslebens. Kein Staat, kein Unternehmen darf vorschreiben, wie ein Mensch sich entwickeln soll. Aber Gesellschaft und Kultur können Räume schaffen, in denen innere Entwicklung möglich ist: durch Bildung, Kunst, Gemeinschaft und Zeit.

Weiterführend: Diesseits von digital · Vielfalt beginnt beim Einzelnen · Zukunft durch Bewusstseinswandel

Selbstverwirklichung durch innere Übung

Selbstverwirklichung heißt nicht, sich auszuleben, sondern sich zu entwickeln. Konzentrations- und Meditationsübungen erschließen neue Wahrnehmungsweisen für Mensch und Natur. Sie führen zu Selbsterkenntnis und Positionsbestimmung.

3 Übungen für mehr Selbstverwirklichung

  • Konzentration: Fünf Minuten täglich auf eine Sache richten, etwa auf den Atem oder ein Bild.
  • Beobachtung: Wahrnehmen, wann du nur auf äußere Impulse reagierst.
  • Reflexion: Abends aufschreiben, was dir heute gelungen ist und was du lernst.

Selbstverwirklichung und soziale Gestaltung

Wer sich selbst entwickelt, entkommt dem Aktion-Reaktions-Verhalten und wird handlungsfähig. Dadurch gewinnt auch die Gemeinschaft: Menschen, die sich verwirklichen, gestalten Gesellschaft mit. Mehr dazu in Wie lebt die Dreigliederung in jedem Menschen?, Beginnt Vielfalt beim Einzelnen? und Bewusstseinswandel. Grundlagen: Wikipedia: Selbstverwirklichung.

Häufige Fragen

Braucht Selbstverwirklichung Zeit? Ja, aber schon kleine regelmäßige Übungen verändern den Alltag.

Ist das nicht egoistisch? Im Gegenteil: Wer sich selbst kennt, kann besser für andere da sein.

Ein Hinweis zum Weiterdenken

Gesellschaftlicher Wandel gelingt selten durch einzelne Maßnahmen. Er entsteht, wenn viele Menschen in Familie, Beruf, Verein und Gemeinde kleine Schritte gehen und ihre Erfahrungen austauschen. Deshalb lohnt es sich, Fragen offen zu stellen, Meinungen zu prüfen und Vorschläge gemeinsam zu entwickeln.

Wenn du eigene Gedanken oder Erfahrungen hast, teile sie in deinem Umfeld. Jede Anregung kann dazu beitragen, dass aus einer Idee gelebte Praxis wird.

Titelbild zum Beitrag: Welche Formen der Zusammenarbeit tragen?

Welche Formen der Zusammenarbeit tragen?

Welche Formen der Zusammenarbeit tragen? Dieser Beitrag zeigt am Beispiel eines Orchesters, wie gemeinsame Beschlüsse entstehen.

Welche Formen der Zusammenarbeit tragen?

Zusammenarbeit

Weder die Form einer Top-down-Entscheidung (einer entscheidet und alle führen es aus) noch eine demokratische Abstimmung werden der Vielfalt des freien Geisteslebens gerecht. Doch wie gelangen wir zu einem gemeinsamen Beschluss?

Am Beispiel eines Orchesters, das als Organismus im Kultur- und Geistesleben anzusiedeln ist, kann untersucht und erlebt werden, wie das Sich-Abstimmen im freien Kultur- und Geistesleben erfolgen kann. Gibt es gewisse Fragestellungen, die von demokratischen Mehrheitsentschlüssen gefällt werden können? …und andere Gesichtspunkte, die der einzelne für die Gemeinschaft entscheidet? Doch dazwischen liegt das Gebiet der geistigen Konsensfindung durch Aussprache – also einer Methode, in der die Vielfalt zur Entscheidungsbildung beiträgt.

https://www.youtube.com/watch?v=Z8IdFlkg_Rw

 

KOOPERATION

Das Kultur- und Geistesleben zeichnet sich durch eine Vielfalt aus. Es dient der freien Entwicklung der Einzelnen. Gleichgesinnte können sich zusammenschließen, um einer gemeinsamen Aktivität nachzugehen (Vereine) oder sich inhaltlich zu vertiefen (Religion, Forschungsgesellschaft). Sie können auch als NGO – als Nichtregierungsorganisation bzw. zivilgesellschaftliche Gruppierung – Einfluss nehmen, um für den Umweltschutz tätig zu sein.

So können sie das gesellschaftliche Gespräch in der Gesellschaft und Meinungsbildung beeinflussen. Die Vielfalt des Kultur- und Geisteslebens setzt natürlich voraus, dass der Einsatz von den anderen Beteiligten oder Engagierten in anderen NGOs respektiert wird. Jeder Zusammenschluss kann sich eigene Regeln geben (wie eine Bildungseinrichtung ihre Geschäftsordnung).

Die Grundrechte und die (im Rechtsleben festgelegte) Grundstruktur des sozialen Organismus sind zu berücksichtigen. Diese Grundstruktur kann nur den Zweck haben, den Freiraum des Geisteslebens zu ermöglichen und zu gewährleisten.
Bei gesellschaftlichen Herausforderungen, die Lösungen mit vertieftem Sachverstand verlangen, können sich verschiedene NGOs einbringen und die notwendigen Erkenntnisse erarbeiten. 

Damit die „besten“ Lösungen gefunden werden, ist hier gerade eine Meinungs- bzw. Standpunktvielfalt eine Grundvoraussetzung. Die Lösungen sollen in der Zukunft ein freies Kultur- und Geistesleben ermöglichen. Ebenso mögen sie gewährleisten, dass nicht ein Standpunkt bevorzugt wird und alle anderen einschränkt werden. Daher ist die Erkenntnisbildung durch die Organe des Geisteslebens vor der Beschlussfassung im Rechtsleben eine wesentliche Voraussetzung einer verantwortungsvollen Entscheidungsprozesses.

Zur Verdeutlichung werden hier zwei Beispiele vorgestellt.

Das erste Weltsozialforum fand 2001 in Porto Alegre (Brasilien) statt. Auf diesen Foren trafen sich unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“ in den vergangenen Jahren Menschen aus verschiedenen NGOs, um gemeinsam über die Zukunft der Erde zu beraten. Der gemeinsame Austausch, die gemeinsame Ideenschmiede über alle Grenzen hinweg, stand im Vordergrund. Dies kann sehr befruchtend für das Kultur- und Geistesleben eines Staates sein.[1]

Als zweites sehen wir auf das Projekt Weltethos. Es wurde 1993 in Chicago mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Religionen begonnen. Es geht dabei um die Entwicklung „Goldener Regeln“ für die friedliche Koexistenz und das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionen. Dabei wird nicht versucht, eine gemeinsame Religion zu schaffen und die Vielfalt verschwinden zu lassen. Im Gegenteil: für die Vielfalt sollen Grundbedingungen gefunden werden, die ein friedliches Bestehen der verschiedenen Religionen nebeneinander ermöglichen. Diese können in das gesellschaftliche Gespräch gebracht und ggf. durch das Rechtsleben in der Grundstruktur des sozialen Organismus berücksichtigt werden.[2]

Die Beispiele zeigen das Charakteristische für die Zusammenarbeit im Geistesleben. Zu verschiedenen gesellschaftlichen Herausforderungen kann sich beraten und können Ideen entwickelt werden. Die Offenheit bzw. Berücksichtigung der Vielfalt ist dabei entscheidend. Es geht nicht um die Errichtung einer Monokultur. Die entwickelten Lösungen werden erst nach der Konsensfindung durch Erkenntnisarbeit dem Rechtsleben zum Beschluss weitergegeben. Kulturräte können sich lokal, regional oder weltweit bilden, um diesen Prozess begleiten.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Weltsozialforum, http://weltsozialforum.org/

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Weltethos, https://www.weltethos.org/was_ist_weltethos

Dieses gemeinsame Beraten über eine Angelegenheit hat einen hohen Stellenwert für die Gesellschaft, weswegen solche Zusammenkünfte für Beratungen auch als Kulturräte bezeichnet werden.


Zurück

Zusammenarbeit: Drei Formen

  • Top-down: Einer entscheidet, alle führen aus. Das erstickt Vielfalt.
  • Abstimmung: Mehrheitsbeschlüsse passen ins Rechtsleben, nicht ins freie Geistesleben.
  • Beratung und Konsens: Ein gemeinsamer Beschluss entsteht im Austausch, wie in einem Orchester.

Zusammenarbeit in der Dreigliederung

Im Geistesleben gelingt Zusammenarbeit durch Hören, im Rechtsleben durch gleiche Regeln, in der Wirtschaft durch Verabredung. Mehr dazu in Differenzierte Führung, Menschenrechte am Arbeitsplatz und Unternehmen und Assoziationen. Grundlagen: Wikipedia: Kooperation.

Was du tun kannst

Probiere in deinem Team ein Gespräch ohne Abstimmung: jede Stimme wird gehört, bis ein tragfähiger Beschluss entsteht.