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Impfschutz

Impfschutz, was ist notwendig?

Die Diskussion rund um einen Impfzwang wird manchmal recht heftig geführt. Statt Argumenten begegnet man dann einem verunglimpfenden Schlagabtausch.

Doch sind wir nicht alle mündige Bürgerinnen und Bürger? Mündigkeit ist dadurch gekennzeichnet, dass – nach eingehender Beratung – ein eigenes Urteil gefällt werden kann. Doch gefährdet ein Mensch, der sich nicht geimpft hat, einen anderen? Nicht unbedingt, denn der andere kann sich ja selbst impfen lassen und die von ihm gewünschte Immunität herstellen.

Jedoch ist die Impfpflicht kein einfaches Thema. Welches Unternehmen wünscht es denn nicht, dass sein Medikament für eine pflichtmäßige Anwendung in Frage kommt? Auf der anderen Seite kann eine Impfung vor bestimmten Krankheiten schützen. Doch wenn wir dem Immunsystem vieles abnehmen, reagiert es dann noch zuverlässig? Viel hängt von individuellen Faktoren ab, z.B. wie schwer ein Grippeverlauf sein könnte und ob man daher einen individuellen Grippeschutz bevorzugt. Die Rolle des Geisteslebens im sozialen Organismus ist die Erkenntnis- und Meinungsbildung sowie ein gesellschaftlicher Austausch. 

Alle Fragestellungen, die im Rechtsleben entschieden werden, fallen stets unter die Gleichheit. Aus einem individuellen Impfentscheid wird derzeit eine vom Individuum unabhängige Impfpflicht (Masernimpfung). 

Daher ist bei jeder Fragestellung sorgsam zu prüfen, ob sie in der Freiheit des Geisteslebens belassen werden kann oder ob wirklich eine Vorgabe aus dem Rechtsleben notwendig ist. Eigenständigkeit und Selbstverantwortung kann sich nur im Geistesleben ausbilden.

Ein anderer Gesichtspunkt ist die Qualität der Erprobung von Impfstoffen. Wenn sie dringend benötigt werden, kommen abgekürzte Testverfahren zum Einsatz.
Bevor man sich für Impflicht einsetzt, muss man jedoch gut überlegen, ob wirklich die Pflicht wesentlicher als die Freiheit ist. Auch ein Abwägen hinsichtlich der körperlichen Unversehrtheit und dem Schutz der Allgemeinheit ist zu bedenken. Sind die vorgesehenen Maßnahmen wirklich verhältnismäßig? Unsere Kultur setzt auf das mündige Individuum, welches eine maximale Freiheit für die Gestaltung seines Lebensweges bzw. die eigene Entfaltung braucht. Der Grat ist schmal: jedes noch so gut gemeinte Gebot, was dem Einzelnen etwas zu seinem individuellen Wohl vorschreibt, verhindert, dass der Einzelne mit bewussten Gründen die gegenteilige Entscheidung hätte treffen können. Und wie viele Ideen hätte nicht jeder von uns, was man allen vorschreiben könnten, damit sie ein besseres Leben führen. Man vergleiche nur die Zahlen der in Deutschland der durch Rauchen gestorbenen Personen pro Jahr mit denen von vielen Krankheiten verursachten Toten. Und wie viele Menschen geraten in einen Alkoholismus? Was könnte man nicht alles versucht sein zu verbieten. Sogar das Autofahren, da es auch hier zu Verletzten und Verkehrstoten kommt.

Freie Entscheidung für oder gegen eine Impfung sind die konsequente Folge unserer Verfassung.


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Therapiefreiheit im Gesundheitswesen

Therapiefreiheit im Gesundheitswesen

Therapiefreiheit bedeutet Vielfalt ermöglichen für individuell abgestimmte Therapien. Unterschiedlichkeit zeichnet uns Menschen aus. Häufig haben auch die Lebensverhältnisse Einfluss auf eine Krankheit sowie auf den Verlauf der Gesundung. Zusammen mit Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten in zertifizierten Heilberufen kann aus der Angebotsvielfalt über das individuelle Heilkonzept entschieden werden.

Manch einer möchte das neueste Medikament aus der pharmazeutischen Industrie, andere wählen eine Standardtherapie oder suchen therapeutische Konzepte, die nicht nur auf die physische Leiblichkeit des Menschen fokussiert sind, sondern auch die seelische und geistige Seite mit einbeziehen. Auch die Ebenen, auf denen Krankheitsursachen gesucht werden, können verschieden sein: von individuellen psychologischen Faktoren über Vererbung bis hin zu Ursachen, die Seele und Lebensgeschichte einbeziehen.

Grundlage und Voraussetzung einer freien Therapiewahl ist, dass ärztliche Fachleute eine zertifizierte Ausbildung in einem Heilberuf abgeschlossen haben. Heilen benötigt Wissen, um einem anderen Menschen zu helfen und sein Vertrauen rechtfertigen zu können.

Das Gesundheitswesen wird hierdurch nicht unbezahlbar. In der integrativen Medizin kann unter anderem aus chinesischer Medizin, homöopathischen Mitteln oder anthroposophischer Medizin gewählt werden. Das muss nicht teurer sein als der Rückgriff auf patentgeschützte Medikamente.

Darüber hinaus ist im Gesundheitswesen ein Umdenken notwendig. Gesundheit des Menschen ist unentflechtbar mit der Gesundheit der Erde verbunden – also mit der Gesundheit von Tieren, Pflanzen und Ökosystemen. Die Dramatik dieser Verflechtung zeigt das Überspringen von Krankheiten aus dem Tierreich zum Menschen (Zoonosen). Somit ist nicht nur eine patientenzentrierte Medizin, sondern ebenso die Möglichkeit eines umfassenden One-Health- oder Planetary-Health-Ansatzes gefordert.

Besonders ältere Menschen, die gerade eine Patientenverfügung erstellen, sehen sich vor die Entscheidung gestellt, welche lebensverlängernde Maßnahmen sie im Fall der Fälle angewandt haben wollen. (s. auch Infektionsschutz im Rechtsleben)

Gesundheit im Geistesleben der Sozialen Dreigliederung

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung gehört die Entscheidung über Therapie und Heilkonzept in das Geistesleben – also in den Bereich der Freiheit. Kein Staat und kein Konzern darf einem Menschen vorschreiben, welche Therapie er wählen soll. Aufgabe des Rechtslebens ist es, Mindeststandards zu definieren – zertifizierte Heilberufe, Behandlungssicherheit – nicht Therapiepfade festzulegen.

Die Herausforderung liegt in der Finanzierung: Das heutige Kassensystem bevorzugt schulmedizinische Standardbehandlungen und schließt viele komplementäre Methoden aus. Eine zukunftsweisende Lösung könnte darin liegen, Krankenkassen mehr Spielraum für individuelle Leistungspakete zu geben – ähnlich wie in der Schweiz, wo Zusatzversicherungen komplementäre Medizin regelmäßig abdecken.

Was ich jetzt tun kann

  • Informiere dich über integrative Medizin und deren Angebote in deiner Region
  • Prüfe, ob deine Krankenkasse alternative Heilmethoden fördert
  • Sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt über integrative Ansätze
  • Sind wir Mitglieder in einer Krankenkasse, die Wahlfreiheit unterstützt?

Weiterführend: Infektionsschutz · Neutralität des Staates · Selbstsicherheit und Selbstverwirklichung

Religiöse Vielfalt

Religiöse Vielfalt

Das Ausüben einer Religion ist ein wesentlicher Bestandteil der freien Persönlichkeitsentfaltung. Zum freien Kultur- und Geistesleben gehört – neben Bildung, Kunst und Wissenschaft – auch die freie Religionsausübung. Das Wirtschaftsleben kann Produkte herstellen oder Dienstleistungen erbringen, die für ein religiöses Leben gewünscht werden. Doch darf eine Religionsgemeinschaft keine grundsätzlichen Einschränkungen für das Wirtschaftsleben treffen. Die Rahmenbedingungen einer Gesellschaft werden im Rechtsleben festgelegt – und der Mensch als Gleicher unter Gleichen behandelt (im Sinne von Grundrechten und -pflichten).
Diese Rahmenbedingungen müssen eine freie Religionsausübung ermöglichen,

wie sie insgesamt eine freie Entfaltung der Persönlichkeit im Kultur- und Geistesleben ermöglichen sollen.

Hierdurch entsteht die interessante Herausforderung, dass Religionen als NGOs ihre Anliegen grundsätzlich in einer Gesellschaft vertreten können, dass jedoch Religion als ein Kriterium zur Bildung von politischen Parteien die Religionsfreiheit stark einschränken kann. Parteien können den Menschen besonders dann dienen, wenn sie kulturelle Vielfalt fördern und sich auf Sachfragen fokussieren, die wirklich in den Bereich des Rechtslebens fallen. Eine multikulturelle Gesellschaft ist für mehr als eine Religion da und will gerade nicht religiöse Parteienbildung fördern.

Im Umkehrschluss kann der Staat natürlich auch nicht für eine Religion Kirchensteuern einsammeln und für andere nicht. Das ist wiederum eine Form der Ungleichbehandlung. Daher ist eine Abschaffung der Kirchensteuer als eine wichtige Entkopplung von Staat und Kirche zu sehen. Der Einsatz für die freie Ausübung anderer Religionen ist erforderlich. Niemand soll sich durch die Ausübung einer Religion als nicht willkommen erleben.


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Unabhängige Finanzierung für journalistische Recherchetätigkeit

Unabhängige Finanzierung journalistischer Recherchetätigkeit

Heute finanzieren sich Zeitungen etwa zur Hälfte aus Werbeeinnahmen. Viele Schreibende sind zu einer definierten Anzahl von Zeilen pro Tag verpflichtet. In solchen Vertragsverhältnissen ist nicht immer Zeit für freien und investigativen Journalismus und Recherchetätigkeit.

Unterhaltungsmedien jedoch können durch Werbung und Preisgestaltung bei Nutzung finanziert werden. Inhalt- und rechercheleistungsbasiert werden Arbeitsleistungen unabhängig vom Rechts- und Wirtschaftsleben finanziert.

Die zu erbringende Gesamtleistung und die dafür notwendigen finanziellen Mittel auch für die Einkommen der Medienschaffenden werden vom Kulturrat oder von Medien-Assoziationen ermittelt und festgelegt. Refinanziert werden diese durch Gewinne der Medienunternehmen und durch Abgaben der Bürger. Der derzeit erhobene Rundfunkbeitrag kann somit entfallen. Recherchen sind Kulturleistungen und brauchen eine unabhängige Finanzierung.


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Freie Medienangebote, unabhängig finanziert

Frei Medienangebote, frei finanziert

Brauchen wir eine neue oder zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit von Medien, die parallel zur bestehenden aufgebaut werden kann?

Diese Filtereinstellungen ergänzend, könnten auch zusätzlich zufällige Vorschläge von Beiträgen mitgeschickt werden, damit Vielfalt entsteht und man so nicht in immer gleichen Informationsräumen hängen bleibt. Dann können auch neue Autoren oder neue Themen entdeckt und zu den Filtereinstellungen hinzugefügt werden.

Natürlich setzt diese Idee der Plattform voraus, dass die bestehenden Medienhäuser ihre Beiträge zur privaten Nutzung zur Verfügung stellen – selbstverständlich gegen Entgelt, wie oben beschrieben.

Eine direkte Konkurrenz zu Zeitschriften oder bestehenden Internetangeboten besteht nicht, da durch die Filtereinstellungen Kombinationen erzeugt werden, die anders nicht erhältlich sind – warum sollte, wer seine Zeitung bereits täglich zufrieden liest, das ändern?

Wenn wir die digitalen Möglichkeiten ausnutzen, könnte das eine Plattform sein, auf der nach Beiträgen zu selbst gewählten Themen und nach Autorenschaft gefiltert werden kann – zu diesen Filtereinstellungen erhält man entsprechende Artikel zusammengestellt und in den gewählten Abständen zugeschickt. Bezahlt wird nur, was wirklich gelesen wird. Anlesen / anhören / ansehen bis zu einem gewissen Punkt ist kostenlos, doch an diesem Punkt trifft man die Entscheidung, ob man es für gut befindet und bezahlen möchte. Interessant werden solche Zusammenstellungen, wenn sie alle Zeitungsinhalte und freie Journalistinnen einbeziehen.


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Unabhängiger Qualitätsjournalismus

Unabhängiger Qualitätsjournalismus im Geistesleben

Sich aus mehr als einer Quelle zu informieren, ist das Gebot der Zeit. Eine eigene Meinung zu entwickeln – aber überprüfbar begründet zu sein –, bedeutet immer, eine Eigenleistung zu erbringen. Qualitätsjournalismus sollte auch individuell finanziell unterstützt werden. Wenn möglich, sollte man zu einer der Quellen regelmäßig beitragen. Nicht alle Quellen sind gleich wertvoll: Es ist ein kritisches Auge darauf zu entwickeln, wer einen Artikel schreibt und welche Motive dahinterstecken.

Warum Journalismus Teil des Geisteslebens ist

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung gehört Journalismus eindeutig ins freie Geistesleben: Er ist eine Form der Erkenntnisarbeit und Informationsvermittlung. Wie Wissenschaft und Bildung lebt er von Freiheit – Freiheit von staatlicher Einflussnahme ebenso wie von wirtschaftlichen Interessen. Ein Journalist, der von einem Konzern finanziert wird, wird über diesen Konzern nicht frei berichten können. Ein öffentlich-rechtliches Medium, das von politisch besetzten Gremien beaufsichtigt wird, ist nicht unabhängig.

Die Krise des Qualitätsjournalismus

Die Finanzierungsbasis des professionellen Journalismus bricht seit Jahren ein:

  • Printauflagen schrumpfen – Anzeigeneinnahmen sinken drastisch
  • Digitale Werbung fließt vor allem zu Google und Meta, nicht zu Nachrichtenanbietern
  • Clickbait und Reichweitenoptimierung ersetzen Tiefenrecherche
  • Redaktionen werden verkleinert, freie Journalisten unter Druck gesetzt

Das Ergebnis: Weniger investigativer Journalismus, mehr PR-Übernahme, mehr Echokammern.

Alternative Finanzierungsmodelle

Es gibt Alternativen, die unabhängigen Journalismus nachhaltig finanzieren:

  • Leserfinanzierung: Abonnements, Mitgliedschaften, Direktspenden – the Guardian, taz und viele lokale Medien zeigen, dass Leserinnen und Leser bereit sind zu zahlen, wenn der Inhalt es wert ist
  • Journalismus-Stiftungen: Gemeinnützige Träger, die Recherche finanzieren, ohne kommerzielle Interessen – das investigative Magazin Correctiv ist ein deutsches Beispiel
  • Mediengenossenschaften: Medien im Besitz ihrer Leserinnen und Leser – demokratische Strukturen statt Verlegerautorität
  • Öffentliche Förderung ohne Inhaltskontrolle: Staaten können Journalismus fördern (wie Bibliotheken), ohne inhaltlich einzugreifen – eine Kulturtechnik, keine Staatspresse

Wie du als Leserin und Leser beitragen kannst

  • Abonniere mindestens eine unabhängige Medienquelle, die du schätzt
  • Unterstütze investigative Medien mit Spenden (Correctiv, Reporter ohne Grenzen, taz, Krautreporter)
  • Teile gute Recherchen – nicht nur Schlagzeilen
  • Lerne, Quellen zu bewerten: Wer finanziert das Medium? Was sind die Interessen des Autors?
  • Lies über den Tellerrand: mindestens zwei unterschiedliche Perspektiven pro Thema

Unabhängiger Journalismus ist keine Selbstverständlichkeit – er ist eine kulturelle Leistung, die Unterstützung braucht.

Weiterführend: Freie Medien · Neue Finanzierungsmodelle · Neutralität des Staates · Freie Wissenschaft

Auf dem Weg zu Freien Medien

Auf dem Weg zu Freien Medien

Medien sind wesentlicher Bestandteil eines freien Geisteslebens: Nur, wenn wir über Dinge wissen, können wir zu einem eigenen Urteil kommen und uns selbstbestimmt in die Welt stellen. Daher ist jede Beeinflussung der Medienfreiheit durch das Wirtschaftsleben, um beispielsweise kommerzielle Vorteile zu erhalten, und durch das Rechtsleben, zum Beispiel um oppositionelle Gedanken zu erschweigen, eine Gefahr für unsere eigene Unabhängigkeit und Souveränität.

Es ist ratsam, sich aus mehr als einer Quelle zu informieren und darauf zu achten,dass finanzierte Kampagnen auch als solche von einem selbst und den Mitbürgern wahrgenommen werden. Durch Austausch und Gespräch können wir Wichtiges für die eigene Meinungsbildung erfahren. Freiheit und Selbstverantwortung braucht einen regen Austausch mit anderen.

In Zukunft werden die Medien weder im Bereich des Wirtschaftslebens noch beim Staat verortet sein. Wenn die Wirtschaft die Medien kontrolliert, werden diese für die Zwecke des Kommerzes eingespannt und vereinnahmt. Wenn der Staat die Presse kontrolliert, “tanzt sie nach ihrer Pfeife”, eben der herrschenden Regierungsparteien.

Ihre Arbeit können Medienschaffende in verschiedenen Medienhäusern und Presseverlagen erbringen. Für den Druck, die Funkübermittlung und den Vertrieb der einzelnen Medienprodukte und Formate sind Unternehmen zuständig, die dem Wirtschaftsleben zuzurechnen sind. Redakteure und Journalisten sind also zukünftig wirklich freie Mitarbeiter und können somit innerhalb des jeweiligen Medienunternehmens unabhängig von den wirtschaftlichen Überlegungen ihre Arbeit allein aus der Sache heraus ihre Arbeit leisten. Medienunternehmen, Journalisten und Redakteure und ihre Nutzer können sich in Medien-Assoziationen zum Abgleich der wirtschaftlichen Interessen zusammenschließen.

Künftig sollten die Journalisten und Redakteure aller Medienbereiche (Presse, Rundfunk, Internet) im Sektor Kultur- und Geistesleben tätig sein. Sie werden bei freien Medienträgern angestellt und beziehen ihr Einkommen aus dem Bereich des Geisteslebens.


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Freie Wissenschaft

Freie Wissenschaft

Forschung und Wissenschaft beleben einen freien Ideenreichtum für die Gesellschaft. Das heißt, kein Unternehmen kann sich durch ein Patent bestimmte Forschungsergebnisse schützen lassen und diese häufig im Sinne einer Gewinnmaximierung in den eigenen Produkten nutzen. Forschungsergebnisse stehen dann allen Unternehmen weltweit zur Verfügung – oder gegen eine Nutzungsgebühr, damit die Forschung auch weiterhin finanziert werden kann.

Es wird nicht mehr notwendig sein, dass große Unternehmen kleine aufkaufen, um sich Forschungsergebnisse für das eigene Produktportfolio zu sichern. Wer eine Erfindung für seine Kunden verwenden will, sollte sie auch nutzen können. Dadurch, dass Erfindungen nutzbar sind, werden Ideen viel schneller weltweit in Produkte integriert, anstatt erst auf das Ablaufen eines Patentes warten zu müssen.

Vorläufig könnte die Umgestaltung des Patentwesens zunächst für Patente und Unternehmen im eigenen Land umgesetzt werden. Gestaltet sich dies erfolgreich, so dass jedes Unternehmen gegen Gebühr sofort die Ideen im Patent nutzen kann, werden weitere Länder sich anschließen.

Wissenschaft im freien Geistesleben

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung gehört Wissenschaft in das Geistesleben – also in die Sphäre der Freiheit. Das bedeutet: keine staatliche Agenda, die vorschreibt, was erforscht wird; keine Unternehmensinteressen, die bestimmte Ergebnisse finanzieren und andere unterdrücken. Wissenschaft, die wirklich frei ist, dient der Wahrheit – und damit langfristig der gesamten Menschheit.

Die Realität sieht heute anders aus. Pharmaunternehmen finanzieren klinische Studien und veröffentlichen bevorzugt positive Ergebnisse. Forschungseinrichtungen sind auf Drittmittel angewiesen – aus der Industrie oder von politischen Trägern mit Eigeninteressen. Wissenschaftliche Karrieren hängen von Publikationszahlen ab, nicht von der gesellschaftlichen Relevanz der Forschung.

Open Science – ein Schritt in die richtige Richtung

Die Open-Science-Bewegung bewegt sich in die richtige Richtung: Öffentlich finanzierte Forschung soll frei zugänglich sein. Viele europäische Forschungsfördereinrichtungen schreiben inzwischen Open-Access-Publikationen vor. Das ist ein Fortschritt – aber es löst das strukturelle Problem nicht, solange die Grundfinanzierung der Wissenschaft weiter von wirtschaftlichen Interessen abhängt.

Freie Forschung finanzieren

Wie kann Wissenschaft finanziert werden, wenn Patentschutz entfällt? Durch:

  • Öffentliche Grundfinanzierung durch das Rechtsleben – für Grundlagenforschung ohne kommerzielle Verwertungsabsicht
  • Nutzungsgebühren statt Patentmonopole: Wer eine Erfindung nutzt, zahlt eine faire Gebühr, die in den Forschungspool fließt
  • Assoziative Finanzierung durch Wirtschaftsverbände, die gemeinsam Forschungseinrichtungen tragen
  • Stiftungen und Schenkungen aus dem Geistesleben – zweckgebundene Mittel für freie Wissenschaft

Um die Vorteile einer freien Forschung zu erkennen, kann jeder einen Blick in die öffentlich zugänglichen Patentämter werfen. Welches Unternehmen sichert sich durch patentierte Produkte seine Marktstellung? In welche Länder gelangen diese Produkte – und in welche eben nicht?

Weiterführend: Eigentum und Besitz · Bildungsgutschein · Kunstwerke vor Kapitalisierung schützen · Unabhängiger Qualitätsjournalismus

Bildungsgutschein

Bildungsvielfalt durch Bildungsgutscheine

Jedes Kind ist anders und muss die Chance erhalten, sein Entwicklungspotenzial voll zu entfalten, und zwar unabhängig von den Besitzverhältnissen der Eltern. Da Alternativschulen aufgrund der geringeren Förderung durch den Staat Schulgeld erheben müssen, hängt es vom Einkommen der Eltern ab, welche Schule gewählt werden kann. Das Grundgesetz Art. 7, Absatz 4 fordert, dass keine Sonderung durch die Besitzverhältnisse der Eltern stattfinden darf.

Die Einführung von Bildungsgutscheinen ermöglicht jedem Kind eine freie Schulwahl. Dabei stünde den Eltern für jedes schulpflichtige Kind ein Bildungsgutschein zu, rechtlich legitimiert durch die Organe des Rechtslebens. Dieser wird der gewählten Bildungseinrichtung übergeben und berechtigt zu einem staatlichen Zuschuss in einer bestimmten Höhe, welche abhängig von der Klassenstufe ist.

Wird eine Bildungseinrichtung von genügend Eltern gewählt, so ist sie ausreichend finanziert. Wird sie von weniger Schülerinnen und Schülern besucht, dann muss sie handeln: Welche Änderungen sind notwendig, um wieder Vertrauen zu erhalten?

Auch würde es zu keiner Überfüllung von Schulklassen kommen. Eltern würden bevorzugen, eine andere Bildungseinrichtung zu wählen, um überfüllten Schulklassen zu entgehen, welche die Bildungsqualität senken können. Die staatlichen Ausgaben für die Bildungseinrichtungen werden sich nicht wesentlich erhöhen, da es von der Anzahl der Schülerinnen und Schüler abhängt, wie viele Bildungseinrichtungen finanziert werden.

Augen auf – in Bundesländern und Gemeinden kommt es immer wieder zu Unterschriftensammlungen für Bildungsvielfalt per Volksentscheid und Mitbestimmungsrecht. Hier ist persönliches Engagement gefragt.

Internationale Erfahrungen mit Bildungsgutscheinen

Bildungsgutscheine sind kein theoretisches Konzept. In Schweden wurden in den 1990er-Jahren freie Schulwahl und staatliche Gutscheine für alle Schulformen eingeführt. Das Ergebnis: eine vielfältige Schullandschaft mit staatlichen, privaten und gemeinnützigen Trägern. Die Niederlande haben seit 1917 per Verfassung das Prinzip der Schulfreiheit verankert – staatliche und freie Schulen werden gleich gefördert. Beide Länder zeigen, dass Bildungsvielfalt kein Luxus ist, sondern ein strukturelles Prinzip.

Bildung im freien Geistesleben

Im Sinne der Sozialen Dreigliederung gehört Bildung zum Geistesleben – der Sphäre, die nach dem Prinzip der Freiheit organisiert sein soll. Das bedeutet: keine staatliche Einheitsschule, keine ideologische Uniformierung, keine Lehrpläne, die von politischen Mehrheiten bestimmt werden. Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler sollen gemeinsam entscheiden, wie Bildung gestaltet wird.

Der Staat sichert die Finanzierung – durch Bildungsgutscheine, die jedem Kind gleich zugutekommen – aber nicht den Inhalt. Waldorf, Montessori, staatliche Regelschule, konfessionelle Schule: Alle sollten gleich zugänglich sein, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.

Die freie Schule von Rudolf Steiner – die Waldorfschule – wurde 1919 mit diesem Grundgedanken gegründet: Bildung als freier, vom Staat unabhängiger Prozess, der die individuelle Entwicklung jedes Kindes in den Mittelpunkt stellt. Heute sind Waldorfschulen weltweit verbreitet, müssen aber in Deutschland noch immer um angemessene Finanzierung kämpfen. Der Bildungsgutschein würde diese strukturelle Ungleichheit beheben.

Weiterführend: Vielfalt im Bildungswesen · Schulabschlüsse · Freie Wissenschaft · Volksentscheid

Für eine Vielfalt im Bildungswesen

Für eine Vielfalt im Bildungswesen

Derzeit teilt sich die Bildungslandschaft in zwei Bereiche: zum einen die staatlich geführten Schulen, Bildungseinrichtungen und Universitäten, zum anderen die Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft. Ebenfalls machen viele Unternehmen und Verbände Bildungsangebote, meist für berufliche Qualifikationen und mit dem Ziel der Weiterbeschäftigung nach Abschluss des Programms.

Bildung benötigt Vielfalt – gerade in einem freien Bildungswesen können sich vielfältige Bildungsangebote entwickeln, so dass Lernende mit ihren individuellen Fähigkeiten und Erwartungen im Zentrum stehen. Natürlich brauchen dazu die Lehrkräfte in jeder Bildungseinrichtung Freiräume.

Diese sollten den Bildungseinrichtungen ebenso in größerem Maße zugesprochen werden wie mehr Selbstverantwortung. So könnte jede staatliche Einrichtung eine Einrichtung in freier Trägerschaft werden. Jede Bildungseinrichtung hat die Verfassung und geltende Gesetze zu achten. Bildungseinrichtungen sind hinsichtlich ihres pädagogischen Konzeptes frei und dienen dazu, Menschen zum Führen einesselbstbestimmten Lebens in einer pluralistischen Gesellschaft zu verhelfen. 

Eltern und – ab einem bestimmten Alter – Lernende genießen Wahlfreiheit aus einem vielfältigen Bildungsangebot. Jede Einrichtung hat ihren guten Grund, auf ihre Qualität und ihr pädagogisches Konzept zu achten. Andernfalls würde sich niemand für diese Einrichtung entscheiden.

Hier ist vermehrter Einsatz für die Vielfalt im Bildungswesen sinnvoll. Von der eigenen Wahl einer Bildungseinrichtung bis hin zur Auswahl der Einrichtung für die eigenen Kinder: Freiheit im Bildungswesen ist ein Grundbaustein für kulturelle Vielfalt. Erst sie ermöglicht individuelle Lebenswege für jeden einzelnen Menschen.„Mehr Demokratie“ fördert Mitbestimmungsrechte in ganz Deutschland und erstellt Übersichten darüber, welche Volksentscheide in den verschiedenen Bundesländern initiiert wurden.

http://www.freie-schule.de, https://www.mehr-demokratie.de/volksbegehrensbericht

Hinsichtlich der Finanzierbarkeit schlagen wir den Bildungsgutschein vor, den wir in einem der nächsten Punkte eingehender betrachten.

 


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